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Welche Kultur will Cham eigentlich?

2 min Lesezeit 15.12.2015, 14:13 Uhr

Cham hat weiterhin keinen Ansprechpartner für kulturelle Belange. Nic Baschung, Präsident des Chamer «KulturCheckin», bedauert das in seinem Leserbrief. Er spricht von einem «visisonären Blick in den Rückspiegel», wo Ländlerkapellen den Takt angeben würden.

Der Leserbrief: Der Lorzensaal war voll am Montag, 14. Dezember, die Gemeindeversammlung ging flott über die Bühne. Als letzter Punkt wurde die Interpellation des Chamer KulturCheckin vom 20. Oktober 2015 zu kulturellen und gesellschaftlichen Schwerpunktthemen beantwortet.

Diese fragte nach zur geplanten Bildung einer Kulturkommission resp. einer oder eines Kulturbeauftragten. Der Gemeinderat antwortete, dass er ohne dies an der bisherigen Praxis der Kulturförderung festhalten wolle (Beiträge an Cham Tourismus; Vereine; Lorzensaal; Musikschule; Kunst- und Sportklasse).

Er ist der Ansicht, dass die weitere Vernetzung, Koordinierung und Stärkung der Kultur auf Gemeindeebene keine direkte Aufgabe der Einwohnergemeinde ist, sondern weitgehend auf dem Engagement und der Initiative von Einzelpersonen und Vereinen aufbauen soll. Heisst: Keine Vision, kein Leitbild, keine Koordination. Es gibt in Cham keinen Vorsteher und auch keine Vorsteherin, die dafür gerade steht.

Kulturell scheint unsere Führungscrew vielmehr zwischen «Calatrava und Hausmannskost» mit visionärem Blick in den Rückspiegel auf der Brücke zu stehen.

Mit der bevorstehenden Umzonung des Papieri-Areals befindet sich Cham in der wichtigsten Phase des grössten Zukunftsprojekts. Auch dafür wäre eine Vision, ein Leitbild und eine Begleitgruppe zu kulturellen und gesellschaftlichen Schwerpunktthemen zielführend. Doch da gibt es laut Gemeinderat nichts zu diskutieren. Denn: «Sofern diesen Planungsmitteln an der Urne zugestimmt wird, liegt es anschliessend (…) in der alleinigen Kompetenz des Grundeigentümers, (…) wie die entstehenden Gebäude zu nutzen sind.»

Wollen wir im Sommer 2016 einem Neu-Cham zustimmen, das als goldenes Kalb ausschliesslich durch das Baugewerbe, die Investoren und die Aktionäre der Cham PaperGroup ausgeschlachtet wird?

Zum Schluss betonte Gemeindepräsident Georges Helfenstein, dass der Gemeinderat stets ein offenes Ohr habe für Anliegen und Gespräche. Der Gemeinderat hat sich das Motto «Mitenand CHAMer’s besser» auf die Fahne geschrieben. Von diesem Wohlwollen gegenüber einer vernetzenden, offenen Kultur hat das KulturCheckin bezüglich seinen Anliegen bislang herzlich wenig gespürt.

Der Gemeindepräsident verabschiedete die Anwesenden mit einem schön gereimten Sprüchlein. Fast alle schienen zufrieden. Draussen lagen Weihnachtsguetzli auf den Tischen, in Espressotassen wurde Suppe gereicht. Die Blaskapelle «Chomer Bären» schmetterte unter der Leitung von Hannes Stocker kräftig Stück für Stück, so dass vertieftere Gespräche kaum in Gang kamen.

Nic Baschung, Cham

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