Welche 6 Dinge sich Familien und Kinder wünschen
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Für Familien mit Kindern könnte das Angebot in Zug noch verbessert werden. (Bild: flickr)

Wo Zug an Familienfreundlichkeit zulegen kann Welche 6 Dinge sich Familien und Kinder wünschen

5 min Lesezeit 20.08.2017, 17:57 Uhr

Zug ist im Prinzip ein kinder- und familienfreundlicher Kanton. Das merken Eltern schon daran, dass sie hier mehr Kindergeld für ihre Sprösslinge erhalten. Doch Zug hätte noch viel mehr Potenzial, um Familien das Leben in der teuren Steueroase zu erleichtern. Wir haben sechs Vorschläge.

1. Noch mehr Freizeitmöglichkeiten

Okay. Es gibt wirklich viele Spiel- und Sportplätze in Zug. Sei es der viel benutzte Spielplatz am Rigiplatz oder die Basketballanlage in der Schützenmatt in der Stadt Zug. Auch der öffentliche Fussballplatz in Baar in der Dorfmatt ist sensationell. Die Schulen bieten mit ihren Pausenplätzen ebenfalls viele Abwechslungsmöglichkeiten. Und doch hat man als Familie die Freizeitmöglichkeiten im Kanton Zug schnell abgegrast. Man kann ja bei schönem Wetter nicht jedes Wochenende in die Badi oder auf den Zugerberg. Und bei schlechtem Wetter in die Burg Zug oder in die Baarer Höllgrotten.

Warum gibt es nur ausserhalb von Zug so viele Attraktionen für Familien? Etwa das «Trampolino» in Dietikon. Oder die Zoos in Rothenburg und Goldau. Diese und andere Orte liegen zwar nicht weit entfernt von Zug. Aber warum kommt in Zug niemand auf solche Ideen? Es muss ja kein Europa-Park sein.

Der Dorfmatt-Fussball-Platz in Baar ist sensationell. Und doch könnte es noch mehr Freizeitangebote für Familien und Kinder im Kanton Zug geben.

Der Dorfmatt-Fussballplatz in Baar ist sensationell. Und doch könnte es noch mehr Freizeitangebote für Familien und Kinder im Kanton Zug geben.

(Bild: woz)

2. Ein Event- oder Thermalbad

Morschach, das Alpamare, Bad Schinznach, Bad Zurzach: Überall rund um Zug gibt es Freizeit- und Thermalbäder, wo Familien zu Tausenden Wochenende für Wochenende hinpilgern. Darunter sind auch viele Zuger, wenn man sich die Autokennzeichen anschaut. Warum findet sich kein Investor und warum wird von den Behörden keine Zone ausgewiesen, um so ein Angebot in Zug zu realisieren?

Okay, wir haben das schöne Lättich-Bad in Baar. Aber das ist immer überfüllter und stösst längst an seine Grenzen. Und das neue Bad, das in Oberägeri gebaut wird, ist wieder vor allem für Erwachsene gedacht. Kinder wollen Rutschen, Röhren, Action. Nicht jede Zuger Familie verfügt über einen privaten Swimmingpool.

Rutschen und Röhren: Da schlägt das Kinderherz höher.

Rutschen und Röhren: Da schlägt das Kinderherz höher.

(Bild: flickr)

3. Schulergänzende Betreuung stärker subventionieren

Männer und natürlich möglichst viele Frauen sollen sich heutzutage selbst verwirklichen und einen Beruf ausüben. Das gilt auch für den Kanton Zug. Zu Recht. Denn immer mehr kompetente Frauen tragen nicht nur zur Verbesserung der Berufswelt bei, sondern diese erhöhen auch das Steuersubstrat der Gemeinden und des Kantons.

Eine Familie in Baar aber beispielsweise, die drei Kinder in die schulergänzende Betreuung schickt, an knapp drei Tagen in der Woche, zahlt im Halbjahr 2350 Franken. Da müssen Mami und Papi schon ordentlich verdienen, damit der Lohn nicht von diesen Kosten aufgefressen wird. Das Gleiche gilt für die Kinderkrippen.

Die Stadt Zug ist da wirklich vorbildlich in der Bezuschussung der Tagesbetreuung. Für die schulergänzende Betreuung gibt die Stadt Zug ca. 2,5 Millionen Franken im Jahr aus. Eine symbolisch niedrige Pauschale sorgt dafür, dass sich praktisch jede Familie Mittagessen und Betreuung am Nachmittag leisten kann. Die Kosten pro Schulhalbjahr belaufen sich in der Stadt Zug konkret auf 144 Franken pauschal pro angemeldeten Mittag und 100 Franken Anmeldepauschale plus 15 Franken pro angemeldeten Nachmittag. Das könnte auch Anreiz für andere Gemeinden sein.

4. Mehr Familienfreundlichkeit in Restaurants

Viele Restaurants in Zug haben schon hervorragende Preisreduktionen eingeführt, wenn es darum geht, günstige Mittagessen für Berufstätige einzuführen. In diesem Bereich tobt ein regelrechter Preiskampf, und die Wirte werden immer kreativer in ihrem Angebot. Wer als Familie ins Restaurant in Zug geht, weiss zum einen nicht überall, ob er mit Kindern überhaupt eine gern gesehene Kundschaft ist. Zum zweiten profitieren Familien nicht von Rabatten. 100 Franken und mehr für ein Mittagessen für eine Familie mit zwei Kindern stehen da schnell zu Buche. Wer kann sich das öfters leisten?

Schmeckts ihnen? Kinder sind die Restaurant-Kunden von morgen.

Schmeckt’s ihnen? Kinder sind die Restaurantkunden von morgen.

(Bild: flickr)

Zudem könnten sich Köche kreativere Lösungen einfallen lassen als nur Chicken Nuggets, Spaghetti Bolognese oder Pizza für Kinder. Zugegeben: Viele Kinder lieben solche Menüs, weil sie nicht viel anderes kennen. Aber wer als Wirt möchte, dass Kinder und Jugendliche nicht völlig zu Take-Away- und Fastfood-Konsumenten werden, sondern ihr Restaurant gerne wieder besuchen, muss diese als ernsthafte Kunden sehen und nicht als lästige Anhängsel von Erwachsenen.

5. Noch mehr Rabatte für Kinder im Kino

Kinder und Erwachsene müssen stets gleich viel für ein Ticket bezahlen, wenn sie in Zug zusammen ins Kino gehen. Klar, Kinobesitzer müssen heutzutage auch schauen, wo sie bleiben angesichts einer starken Konkurrenz von Videos und Internet. Und trotzdem. Kinder und Familien konsumieren ja auch einiges im Kino.

Dass die Nachmittagsvorstellungen im Seehof-Kino und an den Wochenenden zwei Franken weniger pro Eintrittskarte kosten, ist ein guter Anfang. Andererseits ist es aber auch so, dass nicht alle Vergünstigungen, die es im Zuger Kino gibt, wahrgenommen werden. U-25-Rabatte im Gotthard-Kino am Nachmittag für qualitative Studiofilme etwa sind offenbar nicht nachgefragt. Man könnte da zum Beispiel den Film «Dünkirchen» für 10 Franken anschauen.

In Zug kann man prima gratis eine Velotour machen. Nur – mit welchen Velos radeln dann eigentlich die Kinder?

In Zug kann man prima gratis eine Velotour machen. Nur – mit welchen Velos radeln dann eigentlich die Kinder?

(Bild: woz)

6. Auch Kindervelos zum kostenlosen Ausleihen

In Zug gibt es wirklich viele Möglichkeiten für Erwachsene, ein Velo auszuleihen. Das ist super. Aber was passiert, wenn Eltern mit ihren Kindern eine Velotour machen wollen? Neulich beabsichtigte eine Familie aus Zürich mit ihrem Sohn von Baar aus per Velo durchs Zugerland touren. Das Problem: Der Veloverleih hatte keine Kinderräder. Was tun? Der kreative Familienvater klingelte beim Nachbarn neben dem Veloverleih, wo ein Kinderfahrrad vor der Haustür stand, und konnte auf diese ungewöhnliche Weise doch noch zu einem Kindervelo für seinen Filius kommen. Die Gratis-Veloverleihe könnten aber wenigstens an einem Standort in Zug, Baar oder Cham Kinderräder zur Ausleihe anbieten. Und vielleicht auch noch Fahrradhelme.

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