Weinhalde: Krienser Senioren fahren Parteien an den Karren
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Es bleibt beim Modell: Die Überbauung der Weinhalde wurde vom Stimmvolk abgelehnt. (Bild: Stadt Kriens)

Ärger im «Kriens Info» Luft gemacht Weinhalde: Krienser Senioren fahren Parteien an den Karren

3 min Lesezeit 31.01.2021, 11:11 Uhr

Die liberalen Senioren Kriens zeigen kein bisschen Altersmilde. In der Januar-Ausgabe des Krienser Infoblatts werfen sie Grünen und Grünliberalen fehlende «Ethik und Moral» in der Weinhalde-Abstimmung vor. Die Parteien reagieren prompt.

Dass die Umzonung der Weinhalde im Herbst an der Urne knapp abgelehnt wurde, haben die Liberalen Senioren aus Kriens offenbar noch nicht ganz verdaut. In der Januar-Ausgabe des «Kriens-Info» sparen sie nicht mit Kritik an den Grünen und Grünliberalen, die das Referendum vorangetrieben und zum Erfolg gebracht hatten (zentraplus berichtete).

Das Referendum verstosse gegen «Treu und Glauben», heisst es etwa. Es sei aus reinem Eigennutz der Parteien passiert, denn das Umzonungsverbot habe nur Verlierer produziert. Das Nein führe nun dazu, dass die Weinhalde zur Brache verkomme und der ohnehin gebeutelten Gemeinde weitere Kosten verursache.

Die Gegner hätten eine «infame Kampagne gegen die Eigentümer, die Stadt- und den Einwohnerrat geführt», so der Vorwurf der Liberalen Senioren, die zur FDP gehören. Zudem wird nahegelegt, die Referendums-Befürworter hätten bewusst in Kauf genommen, dass Existenzen – namentlich der Familie, welche die Gärtnerei betreibt – zerstört würden. Die Mitteilung gipfelt in einem Appell an «die menschliche Verantwortung» der Parteien.

Die Reaktion der Parteien folgt auf dem Fuss

Die happigen Vorwürfe wollen die Parteien nicht auf sich sitzen lassen. In der aktuellen Februar-Ausgabe von «Kriens Info» reagieren sie – und geben sich dabei auf den ersten Blick vermeintlich versöhnlich: «Die Entrüstung der liberalen Senioren verstehen wir», schreiben etwa die Grünen Kriens. Doch der Konter folgt sogleich: Die liberalen Senioren hätten «die mahnenden Stimmen, Vorstösse, Voten und Stellungnahmen der letzten Jahre schlichtweg ignoriert» und seien vielleicht deshalb überrascht worden vom Ergebnis der Volksabstimmung.

«Die Erkenntnis, dass nach generationenlangem, fast beliebigem Schalten und Walten der Bürgerlichen im Alleingang, neue Lösungen gefragt sind, alte Denkmuster nicht mehr greifen und Entscheide breiter abgestützt werden müssen, wirkt für sie offenbar verstörend», heisst es weiter.

Die Grünliberalen wundern sich über den «gereizten Ton», den die Senioren angeschlagen hätten: Es grenze dabei «schon an Sarkasmus, wenn die politische Lobby der Bauherrschaft und des Investors dem Referendums-Komitee Eigeninteressen vorwirft». Sie appellieren an «Toleranz und Fairness».

Weitere Anfragen beim Stadtrat hängig

Die Liberalen Senioren sind übrigens nicht die einzigen, welche sich in Kriens noch mit den Auswirkungen der Weinhalde-Abstimmung beschäftigen. So hat CVP-Einwohnerrätin Anita Burkhardt anfangs Januar einen Vorstoss eingereicht, der nach den – unter anderem finanziellen – Auswirkungen des Neins fragt. Kurz darauf platzierte auch die FDP Kriens eine entsprechende Anfrage beim Stadtrat (zentralplus berichtete).

Der Tonfall dieser Anfragen ist dabei bedeutend sachlicher als im Falle der Liberalen Senioren – auch wenn den bürgerlichen Interessenvertretern in Kriens gewisse Bedenken gemeinsam sind.

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