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«Weiler ist einer der Besten im deutschsprachigen Raum»
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Im Februar dieses Jahres vom FCL beurlaubt, nun Trainer in Ägypten: René Weiler. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Wie der gefeuerte FCL-Coach einen Grossklub übernahm «Weiler ist einer der Besten im deutschsprachigen Raum»

4 min Lesezeit 2 Kommentare 18.09.2019, 18:30 Uhr

Der kürzlich 46 Jahre alt gewordene René Weiler hat das bisher grösste Abenteuer seines beruflichen Schaffens angetreten: Er ist Cheftrainer des ägyptischen Erstligisten Al Ahly. «Das ist weltweit der zweiterfolgreichste Klub hinter Real Madrid», betont sein Vermittler.

Die Spielerberater-Firma von Sascha Empacher scheint in den letzten Tagen und Wochen Gutes bewirkt zu haben für den FC Luzern. Sie hat den vielversprechenden Transfer Ibrahima Ndiayes vom ägyptischen Erstligisten Wadi Degla FC in die Zentralschweiz ermöglicht (zentralplus berichtete).

Und Empachers Zweigstelle in Ägypten hat dafür gesorgt, dass der ursprünglich für drei Jahre verpflichtete René Weiler nach nur einer Saison wieder von der Lohnliste der Luzerner kam. «Als eine der führenden Agenturen in Ägypten haben wir Weiler als neuen Trainer den Verantwortlichen von Al Ahly vorgeschlagen. Und er hat sich gegen die anderen Bewerber durchgesetzt», sagt Empacher.

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60 Millionen Fans

Allerdings ist es eine in die Welt gesetzte Mär, dass der FCL dank Weilers neuem Arbeitgeber in Afrika Lohnkosten von gegen einer Million Franken sparen konnte. Weiler wäre der Erste weit und breit, der entgegen der branchenüblichen Gepflogenheiten gehandelt hätte und auf eine Vertragsauflösung ohne Entschädigung eingegangen wäre. Zumal der Winterthurer nie im Ruf stand, ein Naivling zu sein. Der FCL darf aber froh sein, dass er wenigstens ein paar Hunderttausend Franken gespart hat.

«Weiler überzeugt mit seinem Willen und Können, eine Mannschaft und einen Verein besser zu machen.»

Spielervermittler Sascha Empacher

Jetzt ist Weiler Trainer eines Grossklubs. Al Ahly, in der 20-Millionen-Metropole Kairo beheimatet, hat sage und schreibe 60 Millionen Fans. «Man muss wissen, dass Al Ahly die Dimensionen von europäischen Spitzenvereinen wie Bayern München und AC Mailand erreicht. Mehr noch: Die Ägypter sind nach Real Madrid der zweiterfolgreichste Klub der Welt», ordnet Empacher die Bedeutung von Weilers neuem Arbeitgeber ein.

Dass sein Klient letztlich das Rennen gemacht hat, kommt für Empacher alles andere als überraschend. «Weiler überzeugt mit seinem Willen und Können, eine Mannschaft und einen Verein besser zu machen. Darüber hinaus ist er ein grosser Kommunikator», sagt der Deutsche und folgert: «Er ist einer der Besten im deutschsprachigen Raum.»

Schon nach Anderlecht vermittelt

Empachers Firma hat Weiler schon den ersten Job bei einem international renommierten Verein vermittelt: 2016 heuerte der Charismatiker nach zwei Saisons mit dem 1. FC Nürnberg beim RSC Anderlecht an und führte die Belgier sogleich zum Gewinn der Meisterschaft.

«Bei Al Ahly wird Leistung eingefordert.»

Aber das bewahrte ihn nicht davor, nach einem unbefriedigenden Start in die nächste Saison gefeuert zu werden. Als der FCL vor Beginn der letzten Meisterschaft Weiler zum Nachfolger des zu Meister YB abgewanderten Gerardo Seoane machte, sollte sich die Zusammenarbeit, die nicht von Empacher und seiner Crew eingefädelt worden war, als Missverständnis entpuppen (zentralplus berichtete). Mit seiner unverblümten Art der Kommunikation, seinem professionellen Denken und seinem Anspruch, den FCL als Mannschaft und Verein zügig weiterentwickeln zu können, hat er Spieler wie Vorgesetzte überfordert.

«Diese Attribute braucht Weiler bei Al Ahly unbedingt. Bei diesem Verein wird Leistung eingefordert», stellt Empacher klar. Das zeigt sich an Weilers Vorgänger. Der wurde zwar Meister, war aber seinen Job nach einer Niederlage im Cup los.

Weiler taucht in neue Kultur ein

Das Umfeld und der Druck bei Al Ahly seien riesig, weiss Empacher: «Es wird erwartet, dass Weiler die Meisterschaft und die afrikanische Champions League gewinnt.»

Weiler ordnet, wie ihn der «Blick» zitierte, sein Abenteuer so ein: «Der Trainerjob braucht enorm Energie. Das kann man nicht ewig machen. Darum war für mich immer klar, dass ich in meiner Karriere auch viele Erfahrungen abseits des Platzes machen will. Ich will auch Eindrücke fürs Leben in exotischeren Regionen mitnehmen. Und hier habe ich die Chance, richtig in eine neue Kultur einzutauchen. Nicht nur als Tourist.»

Weiler hat bei Al Ahly einen Zweijahresvertrag unterschrieben. An seiner Seite hat er die beiden Assistenten Thomas Binggeli und David Sesa. Mit beiden hat er schon in Anderlecht gearbeitet, mit Binggeli auch in Luzern. Dieser löste seinen Vertrag mit dem FCL auf, als ihn Weiler nach Ägypten rief.

Nachdem Weilers Einstand mit einem 2:0 in der ersten Runde der afrikanischen Champions League bei Gastgeber Cano Sport Academy in Äquatorialguinea geglückt war, wartet nun ein erstes Highlight. An diesem Freitag steigt der Supercup-Final zwischen Weilers Al Ahly und Zamalek, bevor am Montag der Start in die Meisterschaft bei Smouha Sporting Club erfolgt.

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2 Kommentare
  1. Moritz P, 19.09.2019, 16:03 Uhr

    Vielleicht beim nächsten Mal noch die URL anpassen vor der Veröffentlichung

    1. Redaktion Christian Hug, 19.09.2019, 17:01 Uhr

      Ja, das hätte man durchaus tun dürfen. Wir haben es angepasst.