Weil sie quer in der Landschaft stehen: Querparkplätze sollen verschwinden
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Parkplätze die schräg zur Strasse stehen sorgen oft für heikle Situationen. (Bild: les)

Stadt Luzern will Gefahrenherde beseitigen Weil sie quer in der Landschaft stehen: Querparkplätze sollen verschwinden

2 min Lesezeit 9 Kommentare 21.08.2020, 11:05 Uhr

Parkplätze, die quer zur Strasse angelegt sind, sorgen immer wieder für heikle Situationen. Beim Ausparkieren ist es für Autofahrer schwierig, Velofahrer oder Fussgänger zu sehen. Im Grossen Stadtrat wollte man nun wissen, was der Stadtrat zu tun gedenkt.

Rund 7000 öffentliche nutzbare Parkplätze stehen im Strassenraum der Stadt Luzern. Die meisten von ihnen stehen längs zu Strasse. Die Problemkinder sind jedoch jene, die quer zur Fahrbahn stehen.

SP-Grosstadtrat Nico van der Heiden wollte wissen, wie viel es davon in der Stadt gibt und welche Gefahr von ihnen ausgeht. Beides ist leichter gesagt als getan: Eine genaue Erhebung über die Natur der Parkplätze wird nicht geführt, heisst es in der Antwort des Stadtrates. Anhand von Luftbildern wurde aber erhoben, dass rund 900 Parkplätze quer (650) oder schräg (250) zur Strasse angeordnet sind.

Welche Gefahr genau von solchen Parkplätzen ausgeht, könne nicht abschliessend beantwortet werden. Es gibt keine spezifische Statistik zu Unfällen bei Querparkplätzen.

Viele «Gefahrensituationen», die glimpflich ausgehen

Der Stadtrat gibt aber auch zu beachten, dass in den Unfallstatistiken nur die polizeilich registrierten Unfälle aufgeführt werden – gerade bei Parkplätzen könne es aber zu einer grossen Zahl von «gefährlichen Situationen und Beinaheunfällen kommen», wie der Stadtrat schreibt.

Aufgrund der oftmals schlechten Sichtverhältnisse bei Rückwärtsfahrmanövern stuft der Stadtrat schräge und quer angeordnete Parkfelder, die sich direkt bei einer befahrenen Strasse befinden, grundsätzlich als gefährlich ein.

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Von der Stadt kaum noch bewilligt

Bleibt die Frage, ob der Stadtrat – an sich schon kein grosser Fan von Parkplätzen auf öffentlichem Grund – die Aufhebung von Querparkplätzen aktiv vorantreibt. Die Antwort: Jein.

Man verfolge diesbezüglich kein aktives Vorgehen, schreibt der Stadtrat auf Anfrage. Im Rahmen von neuen Baubewilligungen würden aber schon seit Jahren nur noch in begründeten Ausnahmefällen und unter strengen Auflagen solche Parkplätze bewilligt.

Sie verschwinden Stück für Stück

Wenn sich die Gelegenheit bietet – etwa im Rahmen eines grösseren Strassenprojekts –, würden «wo immer möglich und sinnvoll» Schrägparkfelder aufgehoben oder in Längsparkplätze umgewandelt. Als Beispiele nennt der Stadtrat etwa Parkfelder im Hirschmattquartier oder jene beim Pilatusplatz, die aufgehoben werden sollen (zentralplus berichtete).

So sollen in den kommenden Jahren die verbleibenden Quer- und Schrägparkplätze «Stück für Stück» abgebaut und ersetzt werden.

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9 Kommentare
  1. Kurt Flury, 22.08.2020, 13:43 Uhr

    Welch› unehrliche und scheinheilige Argumentation. Es geht doch NICHT um SICHERHEIT, sondern um die Abschaffung der Autoparkplätze auf Raten in der von den Linken (mit Hilfe der Medien) gekaperten Stadt.

  2. Marcel Lingg, 21.08.2020, 23:48 Uhr

    Die Sicherheitsdiskussion wird falsch geführt. Ob (angewinkelte) Querparkplätze oder Längsparkplätze, die Unfallgefahr ist dort am grössten, wo die Ein- und Ausparkierung von oder in eine stark befahrenen Verkehrsachse erfolgt. Querparkplätze können beim Ausparkieren ja geringfügig gefährlicher sein (da man rückwärts in die Strasse fährt), doch sind Längsparkplätze dafür beim Einparkieren deutlich gefährlicher, da diese ein Anhalten auf der Fahrbahn und ein Rückwärtsfahren erforderlich machen. In eine Gesamtbetrachtung erachte ich angewinkelte Querparkplätze betreffend Einparkkomfort wie Sicherheit als die optimalste Parkierungsanordnung.

  3. CScherrer, 21.08.2020, 15:00 Uhr

    Jetzt können sie sich wieder empören, die Parkplatz-Fetischisten. Satire vom Feinsten.

    1. Marc, 23.08.2020, 22:47 Uhr

      Vielleicht schlagen sie das Wort Satire und dessen Bedeutung besser noch mal nach. Hier geht es mehr um Unehrlichkeit der Obrigkeit deren mangelndem Respekt vor der Intelligenz der Bürger, um die eigenen Interessen durchzusetzen.

    2. CScherrer, 24.08.2020, 09:02 Uhr

      Lustig. Müssen wir also in Zukunft über jeden Parkplatz ihr so genanntes Volk befragen. Was für ein Blödsinn!

  4. Martin Grunder, 21.08.2020, 14:05 Uhr

    Es steht ja klar: „Wenn sich die Gelegenheit bietet würden «wo immer möglich und sinnvoll» Schrägparkfelder aufgehoben“. Genau darum geht es doch. Unter dem Deckmantel der Sicherheit hat man einen weiteren Grund gefunden, um den ach so bösen Parkplätzen den Graus zu machen. Wer braucht da noch Zahlen zu Unfällen…

  5. Michi, 21.08.2020, 13:48 Uhr

    In der heutigen Zeit von Assistenzsystemen & Rückfahrkameras wirkt das wie ein Vorstoss aus tiefer Vergangenheit. Bis das umgesetzt ist fahren die meisten Autos autonom oder mit dem Piloten.

  6. Fleximobilist, 21.08.2020, 13:05 Uhr

    Querstehende Parkplätze:
    + Es kann schneller parkiert werden. Dadurch wird der Verkehrsfluss weniger gestört
    + Anscheinend keine relevant erhöhten Umfallzahlen
    + Beim motorisierten Verkehr keine Schwierigkeiten
    – Gefahr besteht wenn die Parkplätze an der rechten Strassenseite sind da Velofahrer beim ausparken erst sehr spät gesehen werden.

    Parkplatzproblematik Luzern generell:
    Für Leute welche im Stadtnahen Gebiet wohnen, ist der ÖV nicht immer eine Option da der Transport von Gütern (z.B. Möbel, Bettwaren, Bau & Hobbymaterial) oder Personen (Gehbehinderte, Säuglinge, Kleinkinder, Betagte) zum Teil mit ÖV deutlich umständlicher ist. Auch Gewerbe welches dem Unterhalt der Liegenschaften dient benötigt Parkplätze (Elektriker, Maler, Lüftungsfachleute, Sanitär).

    Ein Lastenfahrrad ist da zum Beispiel eine elegante Lösung braucht allerdings dann auch wieder viel Stellfläche und ist halt während Regen, Kälte und Schnee auch nicht Optimal. (Kommt der Elektriker tropfnass aus dem Schneesturm in die Wohnung zum Kunden?)

    Die Stadt sollte einen gesunden Mix finden oder wenigstens Konsequent eine Lösungsorientierte Strategie fahren. (z.B. Gratis ÖV mit Parkticket) Die Detailhändler und das Gewerbe werden ansonsten weiter aus Altstadt und Kleinstadt verschwinden. (Neben der Coronakrise welche nun die Tourismusgeschäfte zu Grabe trägt, -das ist allerdings dem meisten StadtluzernerInnen «jetzt noch» egal) Bereits jetzt sieht man das die Neustadt sich belebt und viele innovative Geschäfte versuchen dort Fuss zu fassen, anscheinend stören dort die Parkplatzgesäumten Seitenstrasse niemanden, und für Velos , Roller und Mottoräder ist auch Platz vorhanden.

  7. Rolf Tschuppert, 20.08.2020, 12:11 Uhr

    Habt ihr da je einen Velofahrer gesehn ? Ich nicht.

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