Wegzug aus der Pfistergasse: Luzerner Museen könnten Attraktivität einbüssen
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Wir hier auch in Zukunft das Museum stehen?

Stadtrat nimmt Stellung Wegzug aus der Pfistergasse: Luzerner Museen könnten Attraktivität einbüssen

2 min Lesezeit 2 Kommentare 10.11.2020, 11:00 Uhr

In einer Interpellation verlangt die SP/Juso-Fraktion Auskunft vom Stadtrat bezüglich des Umzugs der kantonalen Gerichte an die Pfistergasse. Nun antwortet der Stadtrat.

Der Luzerner Regierungsrat hat 2018 beschlossen, dass das Historische und das Naturmuseum Luzern im selben Haus untergebracht werden sollen. So werden verschiedene Standorte wie etwa das Zeughaus für das neu geschaffene «Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft» geprüft. Ein Wegzug aus der Pfistergasse ist möglich (zentralplus berichtete).

Ein Wegzug der beiden Museen würde eine neue Nutzung der Gebäude ermöglichen. So wurde etwa vorgeschlagen das Kantonsgericht in diese Gebäude zu verlegen.

Kantonsgericht am Kasernenplatz

Die städtische SP/Juso Fraktion hat jedoch den Stadtrat um Auskunft gebeten. In einer Interpellation fragen die Parteien nach, ob es aus Sicht des Stadtrates überhaupt Sinn ergibt, die Gerichte an der Pfistergasse anzusiedeln (zentralplus berichtete).

«Der Standort Kasernenplatz ist bezüglich Erreichbarkeit sowohl für die Besucher und Besucherinnen der heutigen Museen wie auch für einen zukünftigen Personenverkehr der Gerichte ideal», wie der Stadtrat in seiner Antwort schreibt.

Belebung der Pfistergasse

Die beiden Luzerner Museen ziehen jährlich 80’000 Besucher an. Obwohl die Gerichte andere und auch unterschiedlich viele Menschen anziehen, befürchtet der Stadtrat keinen Einbruch der Besucher des Kleinstadtquartiers. «Der Stadtrat geht nicht davon aus, dass eine Ansiedlung der kantonalen Gerichte mit einer signifikanten Reduktion der Personenfrequenzen korreliert werden kann.» Nicht nur die Museen trügen zur Belebung der Pfistergasse bei.

Dem Stadtrat ist der Zusammenzug der Gerichte verständlich. «Es ist für den Stadtrat nachvollziehbar, dass der Regierungsrat die Gerichte an einem Standort zusammenlegen will. Durch den geplanten Zusammenzug der verschiedenen Gerichte können Synergien entstehen.»

Wichtige Grundbildung

Doch geht das auf Kosten der Museen? «Für den Stadtrat steht ausser Zweifel, dass Museen im Allgemeinen eine grosse gesellschaftliche Bedeutung haben, sowohl unter bildungs- als auch unter kultur- und sozialpolitischen Aspekten». So sieht der Stadtrat die Attraktivität der Museen gefährdet, falls diese nicht mehr so zentral erreichbar sind.

Dennoch will er sich weder für noch gegen einen Umzug der beiden Museen aussprechen. Derzeit würden noch Abklärungen laufen, weshalb der Stadtrat mit seiner definitiven Beurteilung noch zuwartet.

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2 Kommentare
  1. Peter Lehmann, 10.11.2020, 21:09 Uhr

    Die eitlen Richter sollen ins neue Kantonsgebäude und gut ist. Notfalls gibt es sicherlich genügend Fläche in der Stadt, z.B. Rösslimatt/ bisheriges Bahnhof HSLU-Gebäude oder sonst an einer zentralen Lage wie im neuen Gebäude am Pilatusplatz.

  2. Kasimir Pfyffer, 10.11.2020, 11:16 Uhr

    Man ist als steuerzahlender Normalo gottenfroh, möglichst nie vor Gericht zu müssen. Ergo ist es völlig egal, wenn sich dieses in der Agglo befindet und nicht mitten in der Stadt. Aber der Regierungsrat und auch ein Teil des Kantonsrats scheinen hier ein grobes Wahrnehmungsproblem zu haben. Schon die Sanierung der ZHB wurde um Jahre verzögert, weil ein paar Fantasten glaubten, es brauche unbedingt einen Gerichtspalast im Vögeligärtli. Jetzt dasselbe Theater, mit dem zwei beliebte und gut etablierte Museen abgewürgt werden sollen. Warum steckt man die Gerichtsherren nicht in das neue Gebäude am Seetalplatz? Dort könnten sie sich in aller Ruhe und ihrem vermeintlichen Status gemäss ausbreiten, denn der Kanton wird ja mehr Leute ins Home Office schicken, als bei der Planung des neuen Gebäudes gedacht.

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