Weggli und Piks: So läuft das Impfen auf dem Pausenplatz
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Der Andrang der Bevölkerung in Weggis auf die Impfung ist gross. (Bild: ewi)

Dezentrales Impfzentrum in Weggis Weggli und Piks: So läuft das Impfen auf dem Pausenplatz

4 min Lesezeit 03.09.2021, 20:00 Uhr

Der Kanton Luzern setzt seit Mitte August zusätzlich zu den bestehenden Impfzentren in Luzern und Willisau auf dezentrale Impfstandorte. Beispielweise im Schulhaus Dörfli in Weggis. Die Nachfrage ist gross, zumindest bei erwachsenen Personen. Die Jugendlichen hingegen sind zögerlich.

Die Stimmung vor dem Schulhaus Dörfli in Weggis ist aufgeregt an diesem Freitagmittag. Den Jugendlichen ist das nahende Wochenende anzumerken. Etwas ist an diesem Nachmittag aber anders als sonst. Gruppenweise stehen sie vor dem Eingang der Aula, wo am Freitag und Samstag ein dezentraler Impfstandort des Kantons Luzern eingerichtet ist.

Auch bei den Jugendlichen ist die Impfung das grosse Thema. Neugierig blicken sie zur Schlange der Impfwilligen, die sich kurz vor Beginn der Impaktion vor der Aula gebildet hat. Immer wieder schallen aufgeregte Wortfetzen über den Pausenplatz: «Ist das hier jetzt das Impfding?», oder «Warst du jetzt schon impfen?»

Die nervöse Stimmung findet aber ein jähes Ende – mit dem Läuten der Schulglocke um 13.15 Uhr. Alle Jugendlichen sind plötzlich weg, geblieben sind rund 30 erwachsene Personen, die geduldig in der Schlange auf ihre Impfung warten.

Viele geben dem Druck nach

Zum Beispiel ein junger Mann, der sich eigentlich nicht impfen lassen wollte. Doch der gesellschaftliche Druck habe in den letzten Wochen so stark zugenommen, dass er sich nun doch zur Impfung durchgerungen hat. «Ich habe keine Angst vor den medizinischen Folgen des Virus, aber vor den sozialen Folgen, wenn ich nicht geimpft bin», sagt er.  Zudem sei die Impfung auch eine Frage der Solidarität.

Mit dieser Meinung steht der junge Mann nicht alleine da. Vielmehr scheint es die allgemeine Haltung der Menschen zu sein, die in der Schlange vor der Aula auf den Piks warten. Ein älteres Ehepaar will als Ungeimpfte nicht mehr länger an den gesellschaftlichen Pranger gestellt werden. «Also lassen wir den Saft jetzt halt rein», sagen sie trotzig.

«Wir wollen ins Kino oder in die Ferien. Ohne Impfung ist das bald nicht mehr möglich.»

Schülerinnen vom Schulhaus Dörfli in Weggis

Unter all den Erwachsenen gehen zwei junge Mädchen in der Schlange beinahe unter. Die beiden 13-Jährigen gehen im Schulhaus Dörfli zur Schule – und lassen sich hier die erste Impfdosis verabreichen. Beide wollen durch die Impfung alte Freiheiten zurückgewinnen. «Wir wollen ins Kino oder in die Ferien. Ohne Impfung ist das bald nicht mehr möglich.»

Während eine der beiden schon lange vom Nutzen der Impfung überzeugt ist, liess sich die andere erst am Morgen überzeugen. «Jetzt ist es praktisch, dass ich mich hier in der Schule impfen lassen kann.»

Jugendliche sind zurückhaltend

Mit diesem Vorhaben gehören die beiden allerdings zu den Aussenseiterinnen an der Schule. Denn nur einige wenige Schüler haben am Nachmittag vor, sich in der Schule impfen zu lassen.

Diesen Eindruck bestätigt auch Kurt Huser, Projektkoordinator der dezentralen Impfstandorte des Kantons. «Die Nachfrage der Jugendlichen ist am heutigen Tag bisher eher gering. Das kann sich aber morgen schon wieder ändern, wenn schulfrei ist.» Allerdings kriegen Schülerinnen im ganzen Kanton einen Dispens für den Unterricht, wenn sie zur Impfung gehen wollen.

Wie David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport beim Kanton Luzern, auf Anfrage von zentralplus sagt, soll der Impfstandort in der Schule in Weggis nicht spezifisch die Jugendlichen ansprechen: «Mit diesem zentralen Standort in Weggis sollen alle Einwohnerinnen ab zwölf Jahren gleichermassen angesprochen werden.» Das Schulhaus Dörfli habe sich dabei durch seine Lage als die beste Option im Raum Weggis herauskristallisiert.

Dezentrale Impfkampagne läuft gut

Dürr ergänzt, dass die dezentrale Impfakmpage des Kantons bis jetzt erfolgreich verlaufe. Im Surseepark in Sursee und bei der Ikea in Rothenburg wurden am 20. und 21. August insgesamt rund 900 Erstimpfungen verabreicht, wie Dürr bekannt gibt (zentralplus berichtete). Die Wartezeiten in Sursee betrugen zeitweise über eine Stunde. In der Mall Of Switzerland in Ebikon und beim Hotel Sonne in Reiden liessen sich am 27. und 28. August rund 1400 Personen die erste Impfdosis verabreichen.

Zurück in Weggis: Mittlerweile stehen die beiden frisch geimpften Mädchen wieder auf dem Pausenplatz, pünktlich zur Pause. Sie präsentieren stolz ihr Impfpflaster. Sofort bildet sich eine Menschentraube um die beiden. Als Frischgeimpfte sind sie eindeutig die Stars des Pausenplatzes. «Was, ihr wart impfen?», fragt eine Mitschülerin überrascht und auch ein wenig neidisch. «Hat es weh getan?», erkundet sich eine Zweite.

«Es ist halt cool, wenn man geimpft ist.»

Schülerin im Schulhaus Dörfli in Weggis

Die Impfung ist in dieser Pause denn auch das grosse Thema auf dem Platz in Weggis. Darauf angesprochen sagt eine Schülerin: «Es ist halt cool, wenn man geimpft ist, weil man es dann hinter sich hat.» Sie selber wolle sich momentan aber noch nicht impfen lassen, ergänzt sie.

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