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Wegen Klimawandel? Strasseninspektorat Luzern hat immer mehr zu tun
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Was nicht mehr gebraucht wird, bleibt liegen - beispielsweise an der Reuss. (Bild: ber)

Auch Bussen nützen nichts Wegen Klimawandel? Strasseninspektorat Luzern hat immer mehr zu tun

2 min Lesezeit 1 Kommentar 09.07.2019, 08:47 Uhr

Strahlender Sonnenschein, hohe Temperaturen: Das freut viele. Aber dass in Luzern zunehmend mediterranes Klima herrscht, hat auch negative Auswirkungen. Je wärmer es wird, desto mehr Abfall bleibt liegen.

Säcklein für Hundekot, Dosen, kaputte Flaschen, ja sogar Schuhe und diverse Kleider: Wer an der Reuss spazieren geht, den packt zum Teil trotz der Hitze das kalte Grausen. Jedenfalls wenn er den Abfallbergen begegnet, die dort liegen.

«Kleiderhaufen und Ähnlichem begegnen wir immer mal wieder», sagt dazu Thomas Schmid, der Leiter des Luzerner Strasseninspektorats. «Es ist auch uns ein Rätsel, warum jemand solche Dinge liegen lässt.»

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Solche Beobachtungen seien aber immer eine Momentaufnahme. Man habe kein generelles Sauberkeitsproblem an der Reuss – und doch hätten seine Mitarbeitenden dort derzeit mehr zu tun als noch vor ein paar Jahren.

Unter der Autobahnbrücke wurden Säcklein voller Hundekot platziert.

Grund: Die linke Uferseite ist in den letzten Jahren aufgewertet worden. Badeplätze sind entstanden, der Spielplatz wurde erneuert, die Buvette Nordpol eröffnet. Diese neue Attraktivität macht sich bemerkbar. «Im Reusszopf halten sich nun viel mehr Leute auf. Deshalb mussten auch wir dort präsenter werden», sagt Schmid.

Bussenregime zeigt kaum Wirkung

Littering, also das achtlose Wegwerfen und Liegenlassen von Abfall, beschäftigt auch die Politik. «Leider gibt es immer mehr Menschen, die ihre Abfälle wie leere Getränkedosen, Essensreste oder Zigarettenstummel dort wegwerfen, wo sie gerade anfallen», schreibt die Luzerner Regierung in einer Antwort auf einen Vorstoss der SVP.

Das sei nicht nur ein grosses Ärgernis, sondern verursache auch massiven Schaden, den das Bundesamt für Umwelt auf 200 Millionen Franken jährlich schätze.
In den vergangenen Jahren seien von der Polizei wegen Littering rund 200 Bussen pro Jahr ausgestellt worden. Das 2009 eingeführte Bussenregime habe sich zwar «formell bewährt», eine Abnahme des Problems sei aber nicht festzustellen. Es zeigt also kaum Wirkung.

Die Regierung schreibt Präventionskampagnen daher eine wichtige Rolle zu, lehnt es aber gleichzeitig ab, selber aktiv zu werden. Das sei Aufgabe der Gemeinden.

Hitzewelle sorgte für Überstunden

Hinzu kommt ein zweiter Punkt, der mit dem Klimawandel zusammenhängen dürfte. «Die zunehmende Mediterranisierung spüren wir deutlich», sagt der Leiter des Luzerner Strasseninspektorats. Die Leute halten sich länger im öffentlichen Raum auf. «Sie gehen am Mittag raus, um sich abzukühlen und nehmen dabei Esswaren und Getränke mit», so Schmid.

Abfall beeinflusst das Sicherheitsgefühl

Während der Hitzewelle letzte Woche musste ein besonders grosser Effort geleistet werden, um die Strassen und Plätze sauber zu halten. «Wir hatten deutlich mehr Aufwand als letztes Jahr im Juni.» «Wir müssen dem Rechnung tragen.» Deshalb werden derzeit Überstunden geleistet, die gemäss Schmid dann im Oktober und November kompensiert werden.

Grundsätzlich sei es eine erfreuliche Sache, wenn die Leute rausgehen und die Flächen nutzen. «Dafür sind die Plätze ja da. Es ist aber wichtig, dass sie auch sauber sind, denn Abfall hat einen grossen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl.»

Dieses Phänomen ist bekannt: Plätze und Strassen, die verschmutzt sind, vermitteln den Passanten das Gefühl, dass die Gegend gefährlich sein könnte. Sauberkeit hingegen vermittelt den Eindruck, dass alles seine Ordnung hat.

Immer wieder lässt sich achtlos weggeworfener Abfall entlang der Reuss finden.

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1 Kommentare
  1. Iris Polin, 09.07.2019, 14:40 Uhr

    Littering muss teuer bestraft werden, erst dann zeigt sich die Wirkung! In Italien kostet es 300 Euro, wenn man eine Zigarettenkippe wegwirft! Solche Beträge schmerzen dann schon!

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