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Wegen Bypass – Krienser Gemeinderat kritisiert Kanton und Bund
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Der Krienser Gemeindepräsident Cyrill Wiget. (Bild: Benedikt Anderes)

Sorge nach Ja des Bundes zu Autobahnprojekt Wegen Bypass – Krienser Gemeinderat kritisiert Kanton und Bund

3 min Lesezeit 17.11.2016, 18:03 Uhr

Zu viel Lärm, Abgas, Verkehr: Das Milliarden-Strassenprojekt Bypass Luzern sorgt nicht nur für eitel Sonnenschein. In Kriens etwa fühlt man sich vom Kanton und vom Bund zuwenig ernst genommen. «Wir sind in grosser Sorge», sagt der Gemeindepräsident.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung diesen Mittwoch dem generellen Projekt zum Gesamtsystem Bypass Luzern zugestimmt. Damit soll der Engpass im Nationalstrassennetz im Raum Luzern behoben werden. Dazu gehört ein Ausbau der Autobahn A14 von vier auf sechs Spuren zwischen der Verzweigung Rotsee und dem Anschluss Buchrain sowie ein neuer Autobahntunnel durch den Sonnenberg mit zwei zweispurigen Röhren zwischen der Verzweigung Rotsee und dem Anschluss Luzern-Kriens.

Im bestehenden Tunnel Spier auf der A2 zwischen den Anschlüssen Luzern-Horw und Hergiswil sind drei Fahrspuren pro Fahrtrichtung für den Verkehr geplant. Die Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 1,7 Milliarden Franken und würden vom Bund geplant und finanziert. Als nächstes wird nun ein konkretes Projekt ausgearbeitet, über welches dann das nationale Parlament befindet (hier gehts zum Artikel).

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Das Wichtigste in dieser Grafik: Der geplante Bypass-Tunnel (rot eingezeichnet) soll die Stadt Luzern umfahren und den bestehenden Tunnel (violett) entlasten.

Das Wichtigste in dieser Grafik: Der geplante Bypass-Tunnel (rot eingezeichnet) soll die Stadt Luzern umfahren und den bestehenden Tunnel (violett) entlasten.

Während sich der Kanton Luzern über den Entscheid freut, hält sich die Begeisterung darüber unter anderem in Kriens in engen Grenzen. Denn die Krienser würden durch den Bypass und mit einer doppelt so breiten Autobahn wie heute beglückt. Entsprechend gross ist die Angst vor Lärm, Abgas und Mehrverkehr. Die mit rund 27’000 Einwohnern drittgrösste Luzerner Gemeinde, die schon heute mit massiven Verkehrsproblemen kämpft, stellte deshalb schon länger eine klare Forderung an den Bund: Die Autobahn muss überdacht werden. Doch der Bund will aus Kostengründen nur die ersten 200 Meter ab Ein-/Ausfahrt Sonnenbergtunnel überdeckeln. Ursprünglich waren es 100 Meter.

«Wir sind in grosser Sorge»

Deshalb wehrt sich nicht nur ein überparteiliches Komitee vehement gegen das Projekt. Auch der Gemeinderat will den Bypass nicht einfach akzeptieren. Der Krienser Gemeindepräsident Cyrill Wiget sagt dazu: «Das Ja des Bundes zum generellen Projekt Bypass nehmen wir mit gemischten Gefühlen auf. Wir sind nachwievor nicht damit einverstanden, dass nur 200 Meter der Autobahn überdacht werden sollen. Denn auch mit dieser Massnahme führt die verbreiterte Autobahn einen Kilometer lang unüberdeckelt durch hochsensibles Entwicklungsgebiet. Das halten wir für nicht mehr zeitgemäss und wir sind darüber nicht glücklich.»

Durch den Bypass würde die Ein-/Ausfahrt zum Sonnenbergtunnel doppelt so breit. Deshalb fordert die Gemeinde Kriens eine Überdeckelung dieses Abschnitts.

Durch den Bypass würde die Ein-/Ausfahrt zum Sonnenbergtunnel doppelt so breit. Deshalb fordert die Gemeinde Kriens eine Überdeckelung dieses Abschnitts.

(Bild: iPhoto)

Der Gemeinderat halte an der Forderung fest, dass Kriens auf dem gesamten Autobahnabschnitt viel besser vor den Lärmimmissionen geschützt werden müsse. «Auch sind wir in grosser Sorge, ob der Kanton Wort halten wird und die Doppelstrategie Durchgangsbahnhof für den öffentlichen Verkehr und Bypass für den Autoverkehr weiterverfolgen wird.» Es sei dem Gemeinderat stets versprochen worden, auch den Durchgangsbahnhof voranzutreiben. «Jetzt spüren wir eine Abkehr von dieser Strategie», sagt Wiget. Die versprochene Entlastung und Verlagerung des Autoverkehrs könne auf diese Weise nicht stattfinden. Man werde die Ausgangslage und das weitere Vorgehen nun intern besprechen.

Mit einiger Skepsis blicken auch der Luzerner Stadtrat, die in der Stadt vom Autobahnzubringer Spange Nord betroffenen Anwohner sowie der VCS auf die neuste Entwicklung.

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