Wegen Ausfällen: Studentinnen und ehemalige Lehrer springen in Schulen ein
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Die Schulen sind wichtig für Zusammenhalt, Kontinuität und Integration. (Bild: Symbolbild Adobe Stock)

Kurse sollen Ehemalige fit machen Wegen Ausfällen: Studentinnen und ehemalige Lehrer springen in Schulen ein

4 min Lesezeit 19.01.2021, 12:19 Uhr

Immer wieder fallen Lehrerinnen aus, weil sie coronabedingt in Quarantäne müssen. Deswegen sollen ehemalige Zuger und Luzerner Lehrer und Pädagogik-Studentinnen aushelfen – und spontan einspringen. Um die Ehemaligen wieder auf den neusten Stand zu bringen, wurden Online-Kurse lanciert.

Nicht nur Schülerinnen oder ganze Schulklassen sind immer wieder von Quarantäne-Anordnungen betroffen, wenn jemand aus den eigenen Rängen an Corona erkrankt ist. Auch Lehrer fallen regelmässig aus, wenn sie für zehn Tage in den eigenen vier Wänden ausharren müssen, da sie potenzielle Virenträger sein könnten.

Lücken an der Wandtafel müssen gefüllt werden

Um trotzdem das hiesige Schulangebot von hoher Qualität bieten zu können, kommt nun Hilfe mit verschiedenen Massnahmen von den pädagogischen Hochschulen der Zentralschweiz. Konkret: Studentinnen können einfacher Stellvertretungen für ausgefallene Lehrpersonen übernehmen und bereits pensionierte Lehrer können mittels eines kleinen Kurses eine Lücke an der Wandtafel füllen. Das berichtet das «Regionaljournal Zentralschweiz».

In Zug beispielsweise ist ein Tool entstanden, in dem mögliche Aushilfen – also Studentinnen – aufgelistet sind. Diese können von Schulleitungen «gebucht» werden, sollten diese wegen eines Ausfalls einer Lehrperson benötigt werden. Das kurzfristige Einspringen sei für viele Studenten eine grosse Herausforderung, heisst es etwa bei der Pädagogischen Hochschule Zug im Radiobeitrag. So könne es durchaus vorkommen, dass am Wochenende eine Lehrerin krank wird oder in Quarantäne geht, und bereits am Montagmorgen ein Ersatz in Form eines Studenten im Klassenzimmer steht.

Auf der anderen Seite sei es jedoch eine grosse Chance, praktische Erfahrungen zu machen. Dies sollen auch die Studenten mehrfach bestätigt haben. Und: Auch die jeweiligen Schulleitungen sind sehr froh um die junge Unterstützung.

Ehemalige Lehrerinnen stehen wieder im Klassenzimmer

Da dies jedoch noch nicht ausreicht, werden auch ältere Personen, die bereits pensioniert sind, oder solche, die nicht mehr als Lehrer arbeiten, angeworben. Auch diese sollen, wenn nötig, spontan in einer Klasse als Stellvertretung arbeiten können. Dabei setzen die Schulen explizit auf ehemalige Lehrerinnen, da diese nach wie vor von ihren Erfahrungen zu früheren Zeiten profitieren können. Um sie auf den aktuellen Stand zu bringen, werden ihnen kostenlose Online-Kurse angeboten. Bisher sei die Resonanz jedoch noch relativ klein, heisst es weiter. Gerade mal eine handvoll Personen sollen sich bisher gemeldet haben.

Unter den Bildungsdirektoren der Zentralschweiz ist man ebenfalls erfreut über die neue Möglichkeit für die Studenten und ehemaligen Lehrerinnen. Jedoch ist man sich auch bewusst, dass dies eine massive Herausforderung darstellt, die viel Flexibilität von allen fordere.

Schulschliessungen dürften bevorstehen

Rund um die Schweizer Schulen dürften am Mittwoch wieder neue nationale Massnahmen beschlossen werden. Bei den Bildungsdirektoren der Zentralschweiz ist man sich aber einig, dass eine Rückkehr in den Fernunterricht vermieden werden muss. Denn: Stabilität, Kontinuität und Integration sei für viele Familien sehr wichtig. Die Folgen einer möglichen Schulschliessung wären daher sehr weitreichend.

Petition hält dagegen

In Luzern wurde in den letzten Tagen eine Petition lanciert, der eine möglichst schnelle Rückkehr zum Fernunterricht fordert. Dies insbesondere deswegen, weil sich die neue Coronavirus-Mutation in aller Schnelle auszubreiten droht. Wie die «Luzerner Zeitung» schreibt, bereite man sich an Luzerner Kantonsschulen darauf vor, auf konsequenten Fernunterricht umzustellen. Bei der Kantonsschule Willisau habe man sich sogar bereits so stark auf verschiedene Szenarien vorbereitet, dass jederzeit auf Fernunterricht umgesattelt werden könnte.

Schulleitungen hoffen weiterhin auf Präsenz

An der Kantonsschule Alpenquai in der Stadt Luzern ist man froh, dass eine allfällige Schulschliessung noch nicht angeordnet wurde. Der Rektor der Schule Hans Hirschi betont gegenüber der «LZ», dass man froh sein könne, solange der Unterricht an der Schule aufrechterhalten bleibt.

Ähnlich klingt es im Verband der Luzerner Mittelschullehrerinnen und Mittelschullehrer. Auch wenn sich die verschiedenen auf den Umstieg ins Home-Schooling vorbereiten würden, sei man froh, dass man die Schulen so lange wie möglich offen hält. Sollte es dennoch zu einer Schliessung kommen, dann sei es jetzt der «beste aller schlechten Zeitpunkte». Dies, weil das bisherige Semester so gut wie abgeschossen und das kommende bis zwei Wochen nach den Fasnachtsferien nicht richtig angebrochen sei. Was klar ist: Erst einmal wird der Entscheid aus Bundesbern abgewartet.

Hilfe für Bedürftige

Lernende von Berufsfachschulen, die während des Fernunterrichts Mühe mit dem Erlernen von Inhalten haben, können von Unterstützung mittels eines Lernateliers profitieren. Diese hat der Kanton Luzern bereits im Frühling während des ersten Lockdowns angeboten. So konnten bereits damals rund 300 Jugendliche unterrichtet und gecoacht werden. Das Angebot wird vom Bund mitfinanziert.

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