WEF 2021: Plötzlich kosten drei Übernachtungen 2723 statt 500 Franken
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Das WEF kommt der lokalen Hotellerie gelegen. Einige Hotels sind in der Maiwoche bereits ausgebucht.

Luzerner Hotelpreise explodieren WEF 2021: Plötzlich kosten drei Übernachtungen 2723 statt 500 Franken

3 min Lesezeit 11 Kommentare 09.10.2020, 14:44 Uhr

Nachdem am Mittwoch offiziell bekannt wurde, dass das WEF im 2021 in der Region Luzern-Bürgenstock stattfinden wird, waren am Donnerstag bereits mehrere Luzerner Hotels ausgebucht. Auch die Preise sind bereits gestiegen.

Seit Mittwoch ist es klar: Das WEF findet im kommenden Frühjahr auf dem Bürgenstock statt (zentralplus berichtete) – wenn auch in einem abgespeckten Rahmen. Da aber nicht alle geladenen Persönlichkeiten und Delegationen auf dem Bürgenstock residieren können, sind in Luzerner Hotels bereits eine grosse Anzahl an Buchungsanfragen eingegangen.

Kaum mehr Zimmer verfügbar

Jetzt schon komplett ausgebucht ist beispielsweise das Business-Hotel Radisson Blu beim Güterbahnhof. Dies bestätigt das Hotel auf Anfrage. Ähnlich sieht es beim Hotel Monopol aus. Auf dessen Buchungsplattform ist während der Zeit des Weltwirtschaftsforums vom 18. bis 21. Mai ebenfalls kein einziges Zimmer mehr zu haben.

Gegenüber zentralplus erklärt das Vier-Sterne-Hotel, dass die Anfragen eben erst eingegangen und viele der Reservationen erst provisorisch seien. Auch darüber, von wem konkret die Buchungen gemacht wurden, konnte bisher keine Auskunft gegeben werden. Die Rede ist aber von «mehreren Delegationen», von Teilnehmern des WEF also. Solange die Anfragen noch provisorisch sind, bleiben die Buchungsoptionen für die Tage während des WEF gesperrt.

Zimmer plötzlich teurer – und dann weg

Die Luzerner Hotellerie wurde etwas überrollt, wie es scheint. So ist auch auf der Buchungsplattform des Holiday-Inn-Express-Hotels beim Krienser Mattenhof kein Zimmer mehr zu haben. Das Hotel vergibt eine Buchung während drei Nächten normalerweise für rund 500 Franken.

Am Mittwoch – als die Durchführung des WEF auf dem Bürgenstock offiziell bekannt gegeben wurde – bot das «Holiday Inn Express» seine Zimmer für eine Buchung von drei Nächten während des WEF für 2’723 Franken an. Und nun sind alle Angebote restlos weg. Eine Stellungnahme des Hotelbetreibers zur plötzlichen Preiserhöhung und darauffolgenden Ausbuchung konnte gegenüber zentralplus noch nicht abgegeben werden.

«Schweizerhof» mit wenig Kapazitäten fürs WEF

Auch beim «Art Deco Hotel Montana» sind in der Woche des WEF sämtliche Zimmer ausgebucht. Gegenüber zentralplus teilte das Hotel mit, dass sich darunter zu einem grossen Teil Buchungen von WEF-Gästen befänden.

Ebenfalls ausgebucht, jedoch weniger durch den Jahresevent der Mächtigen, ist das Hotel Schweizerhof. Dazu meint Gian Walker, Leiter Business Development und Mitglied der Geschäftsleitung: «Uns erreichten eine Vielzahl von Anfragen von verschiedensten WEF-Partizipanten. Jedoch konnten wir nur wenige annehmen, da diese Woche durch verschiedene andere Partnerschaften bereits vergeben ist.»

Rolle von Luzern Tourismus noch unklar

Wie es auf Anfrage beim Verband Luzern Hotels heisst, ist die Organisation erst gerade daran, in Kontakt mit den verschiedenen Hoteliers in Luzern zu treten. Deswegen wisse man noch nichts über komplett ausgebuchte Hotels. Grundsätzlich werden Grossanlässe dieser Art von Luzern Tourismus koordiniert – insbesondere in Hotelleriebelangen. Das Convention Bureau der Tourismusorganisation kümmert sich dann jeweils um die Buchung von ganzen Hotels und die korrekte Vergabe von noch verfügbaren Kapazitäten in den einzelnen Hotels.

Ob beim Convention Bureau bereits eine Anfrage des WEF eingegangen ist und welche Rolle der Verband Luzern Hotels im Rahmen des Events spielen wird, konnte bisher noch nicht mitgeteilt werden. Die Tatsache, dass sich die Mächtigen der Welt im Frühjahr 2021 in der Zentralschweiz treffen werden, sei noch zu jung.

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11 Kommentare
  1. Joachim Keuck, 10.10.2020, 21:12 Uhr

    Die 2.700 CHF sind’s doch nur ein Tropfen auf dem heissen Stein, es kompensiert vielleicht 15 verlorengegangene Übernachtungen während Corona. Der Event ist von Herzen gegönnt, niemand aus der Region wird deswegen mehr zahlen müssen, die schlafen alle Zuhause! Und den Firmen, die das bezahlen tut es überhaupt gar nicht weh…

  2. Pit Petroi, 10.10.2020, 17:09 Uhr

    Ich hoffe die müssen die Hälfte der übermässigen Zimmerpreisen an das Organisationskomitee bezahlen ! Nur absahnen geht gar nicht ! Wir bezahlen Millionen mit Steuergelder für Sicherheit Transport etc. und diese Herren machen den grossen Gewinn ? Geht gar nicht !

    1. Kaufmann, 12.10.2020, 15:58 Uhr

      Einverstanden:
      Die Sicherheitskosten (Kampfflieger usw.) und Verkehrseinschränkungen werden grosszügig sozialisiert.
      Sind es nicht die Eliten aus Finanz- und Wirtschaft, die Eigenverantwortung und das Verursacherprinzip predigen?
      Könnten diese Grössen auch ohne mediale Präsenz im Stillen tagen?
      So würden sie uns Steuerzahlern viel Aufwand und Kosten sparen.

  3. Stef, 10.10.2020, 02:30 Uhr

    Was soll das Geschwafel wg. Gier? Würde als Hotelier das gleiche tun. Die Teilnahme und ein Hotelzimmer buchen sind freiwillig.
    Die WEF Teilnehmer und deren Unternehmen nagen ja nicht gerade am Hungertuch. Mitarbeiter in den Hotels können die Jobs aber brauchen und der Laden läuft ja nicht mit Luft und Liebe. Mit Kurzarbeit wie bis anhin wird sich auch kaum ein Unternehmen/Hotel bereichern können. Wäre also eher ein Wunder wenn es die bis dahin noch alle gibt.

  4. Kopf Schüttler, 09.10.2020, 19:04 Uhr

    Eben haben die Hoteliers noch die Zeitungen vollgejammert, mit beiden Händen die Coronahilfen des Staates eingesackt, trotzdem Personal auf die Strasse gestellt und Besserung für die Einheimischen und den nachhaltigen Individualtourismus gelobt, um tags darauf sämtliche Werte über Board zu schmeissen und in allte Muster zu verfallen. Hoffentlich ersticken paar von denen an ihrer schamlosen Gier! Unverbesserlich…….

    1. Billie Holiday, 09.10.2020, 21:19 Uhr

      Was geht das die Herren Schreiberlinge mit den lustigen Pseudonymen an, wieviel ein Hotelzimmer kostet, wenn es Gäste gibt, die den geforderten Betrag bezahlen? Richtig: gar nichts! Wo ist die Gier, wo ist die Dummheit, wo die Erbärmlichkeit? Angebot und Nachfrage – und sonst gar nichts. Weil die Herren Schreiberlinge mit den lustigen Pseudonymen davon offensichtlich nichts verstehen, werden sie nie ein Hotel besitzen oder auch nur leiten und deshalb nie in die Lage kommen, Preiskalkulationen zu machen. Zum Glück für die Hotelerie.

    2. Kasimir Pfyffer, 10.10.2020, 09:38 Uhr

      Was meinen Sie, warum die Schweizer in diesem Sommer Luzern und Interlaken gemieden haben? Weil man ihnen jahrelang sehr deutlich gemacht hat, dass sich diese Städte ausschliesslich an den Massentourismus aus Asien verkaufen. Die Krise wäre die Chance gewesen, auf nachhaltigen Tourismus umzusteigen, der auch noch in 5-10 Jahren funktioniert. Das wollten die Verantwortlichen offenbar nicht, und nun legen sie sich gleich mit dem nächsten One Night Stand ins Bett. Ist doch egal, wenn das nur im Mai 21 funktioniert. Ab Juni 21 wird dann wieder kräftig gejammert und gebettelt.

  5. Kasimir Pfyffer, 09.10.2020, 17:36 Uhr

    Die Verantwortlichen sollen bitte sofort den Pass abgeben, ihre Gier und Dummheit kennen keine Grenzen!

    1. looser, 09.10.2020, 19:22 Uhr

      stimme zu….erbärmlich wie das geld regiert!

    2. Gery Weber, 09.10.2020, 20:57 Uhr

      Welchen Pass denn? Den Luzerner?

    3. Guellemaetteli, 09.10.2020, 21:59 Uhr

      Und was bitte sollen wir mit den Arabischen Pässen anfangen?

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