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Was vom neuen visuellen Auftritt des KKL zu halten ist
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Rauchschwaden zeigten schön die Höhen und Tiefen der Musik: neues Markenzeichen des KKL. (Bild: zvg)

Luzerner Kulturhaus gibt sich neuen Anstrich Was vom neuen visuellen Auftritt des KKL zu halten ist

4 min Lesezeit 19.10.2017, 18:21 Uhr

KKL: Der Prachtsbau am See und Kulturtempel der Luzerner strahlt weit über die Stadt hinaus. Neu mit einem frischen visuellen Auftritt. Doch ist er auch gelungen? zentralplus fragte bei Cybu Richli vom Luzerner Studio C2F für Kommunikationsdesign nach.

17 Jahre gibt es in Luzern das KKL bereits. Der Konzertsaal von Architekt Jean Nouvel ist der Stolz der Stadt und Anziehungspunkt für viele Kulturbeflissene sowie Touristen.

Auch wenn sich nicht mehr nur die hehre Kunst und die ganz Wichtigen hier treffen und das Haus seine Pforten mittlerweile sogar für andere Grossanlässe wie Aktionärsveranstaltungen oder «Tatort»-Verfilmungen öffnet.

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«Positionierung schärfen» will KKL-CEO Philipp Keller (links). «Anknüpfen ans Bestehende» sieht Kommunikations-Designer Cybu Richli.

«Positionierung schärfen» will KKL-CEO Philipp Keller (links). «Anknüpfen ans Bestehende» sieht Kommunikations-Designer Cybu Richli.

(Bild: zvg)

Zeit für einen neuen Anstrich ist es kurz vor dem 20-Jahr-Jubiläum damit allemal, zumindest was den visuellen Auftritt betrifft: ein neues Logo wurde am Donnerstag präsentiert (zentralplus berichtete). Es kommt mit einer Art Negativschrift in Bordeauxrosa beruhigend daher.

«Dieser Auftritt ist gut verdaulich, aber nicht gross auffallend.»

Cybu Richli vom Luzerner Kommunikations-Design-Büro C2F

Cybu Richli (40), Gründer und Partner des 2006 gegründeten Luzerner Kommunikations-Design-Büros C2F, ist ein Fachmann des visuellen Auftritts. Der Luzerner sagt: «Diese Bewegung der Wellen ist nichts Neues, deshalb auch nicht weiter aufregend.»

Die Rauchschwaden zeigten immerhin schön die Höhen und Tiefen der Musik. «Dieser Auftritt ist gut verdaulich, aber nicht gross auffallend.»

Und so das letzte Branding von Thomas Wolfram der Agentur Wirz aus.

Und so das letzte Branding von Thomas Wolfram der Agentur Wirz aus.

(Bild: zvg)

Richli findet, dass das letzte Branding von Thomas Wolfram, damals bei der Agentur Wirz tätig, in guter Erinnerung bleibt. «Der neue Auftritt ist keine Verbesserung, garantiert aber eine gewisse Wiedererkennung mit den Buchstaben in Feldern.» Er muss es wissen, schliesslich dozierte er schon in Tel Aviv, Lugano und Luzern an Hochschulen und hat in Zürich nebenbei eine Hochschuldozentur.

«Anknüpfen ans Bestehende ist grundsätzlich gut, wird aber wohl nicht für grosse Diskussionen sorgen.»

Cybu Richli

Zu den Kunden von Cybu Richlis C2F-Agentur zählen stark visuelle Institutionen wie etwa das Museum für Gestaltung in Zürich, Museen in Basel oder die New York Times. Richli sagt: «Anknüpfen ans Bestehende ist grundsätzlich gut, wird aber wohl nicht für grosse Diskussionen sorgen.»

«Kreative Pioniere»und drei andere Werte

Vier Werte sollen neben dem Visuellen die Alleinstellungsmerkmale des KKLs unterstreichen: Sie heissen «Erlebnis-Partner», «Perfekte Gastgeber», «Kreative Pioniere» und «Weltklasse-Luzerner».

Klingt gut und nimmt die Betreiber in die Pflicht. Denn die Konkurrenz schläft nicht: Viele Erlebnishungrige pilgern derzeit zu Konzerten und Führungen in neue spektakuläre Konzerthäuser in Hamburg oder Paris.

«Wir wollen unsere Positionierung weiter schärfen, um uns von unseren Mitbewerbern noch klarer zu differenzieren.»

KKL-CEO Philipp Keller

Dazu sagte KKL-CEO Philipp Keller bei der Präsentation am Donnerstag Abend: «Im Jahr 2020 feiern wir das 20-jährige Bestehen des KKL Luzern. Bis dahin wollen wir unsere Positionierung weiter schärfen, um uns von unseren Mitbewerbern noch klarer zu differenzieren.» Im Fokus stehen dabei die Gäste, Veranstalter und Künstler, welche im KKL Luzern unvergessliche Momente für alle Sinne erleben.

Variabel und multimedial

Das neue Logo sowie die visuellen Gestaltungselemente wurden so konzipiert, dass sie variabel und multimedial einsetzbar sind. «Dies gibt uns die Möglichkeit, unsere Botschaften zielgerichtet auf den jeweiligen Kanal aufzubereiten», erklärt Sebastian Maiss, Chief Sales & Marketing Officer beim KKL.

Fabian Bertschinger, Creative Director der mit dem Rebranding beauftragten «Process Group» aus Zürich, ergänzte: «Wir durften ein modulares Konzept für die Zukunft erarbeiten. Dieses bildet ein Dach für alle KKL-Geschäftsbereiche.»

«Kreative Pioniere» passt

Und diese Geschäftsbereiche sind ja bekanntlich Weltklasse. Zumindest was die Klassikevents, die Akustik und Architektur des Hauses betrifft. Der Wert «Kreative Pioniere» gefällt Cybu Richli gut: «Er klingt vielversprechend. Ich bin gespannt, ob das Konzept mit Bildern aus der Perspektive der Gäste und Künstler das einlösen wird.»

KKL: Der Prachtsbau am See und Kulturtempel der Luzerner strahlt weit über die Stadt hinaus.

KKL: Der Prachtsbau am See und Kulturtempel der Luzerner strahlt weit über die Stadt hinaus.

(Bild: zvg)

Die anderen drei Werte findet er «eher elitär». Richli betont, er lasse sich gerne überraschen, wie die KKL-Verantwortlichen damit umgehen. Der Gestalter liebt es allerdings schon überraschend.

Manchmal mag es Cybu Richli gar revolutionär: So setzte sich sein Plakat fürs 100-Jahr-Jubiläum der Russischen Revolution gegen 500 Mitbewerber durch und tourt derzeit um die Welt.

Revolutionär ist das neue KKL-Branding aber definitiv nicht. Richli beschwichtigt: «Das muss es auch nicht sein.» Denn nicht jedes Zielpublikum fühle sich durch «laut und knallig» angesprochen.

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