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Was nun wirklich auf das St.-Anna-Gelände in Unterägeri kommt
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So soll das Projekt «Am Baumgarten» in Unterägeri nach dem Willen des Investors dereinst aussehen. (Bild: zvg)

Bonainvest informiert an Pressekonferenz Was nun wirklich auf das St.-Anna-Gelände in Unterägeri kommt

4 min Lesezeit 26.04.2019, 20:06 Uhr

Die Einsprachen gegen das neue Baugesuch der Bonainvest für das Projekt «Am Baumgarten» in Unterägeri wurden allesamt abgelehnt. Der Investor informierte am Freitag über das neue Konzept für das Gesundheitshaus. Auch wenn das vorgestellte Projekt vernünftig klingt, sind die Gegner nach wie vor misstrauisch.

Am Freitagnachmittag hielt die Bonainvest eine Pressekonferenz zum Projekt «Am Baumgarten» auf dem ehemaligen St.-Anna-Areal in Unterägeri ab. Dabei wurde über das geplante Konzept für das Gesundheitshaus informiert.

Ursprünglich war in diesem Gesundheitshaus Haus G ein Kinderhotel namens Babalou geplant. Dieses wird nun aber nicht umgesetzt, stattdessen werden Alterswohnungen Einzug halten. Grund dafür ist laut dem Investor Bonainvest, dass das Kinderhotel nicht rentiert hätte.

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Alle Einsprachen abgelehnt

Das gefiel einigen Bürgern aus Unterägeri überhaupt nicht, weshalb sie sich lautstark dagegen wehrten und einen Verein gründeten (zentralplus berichtete). Der Verein Pro Sankt Anna forderte vom Gemeinderat, das neue Baugesuch abzulehnen.

Kurz vor Ostern wurde allerdings bekannt, dass alle neun Einsprachen gegen das überarbeitete Baugesuch der Bonainvest von der Gemeinde abgeschmettert wurden. Zwei der Einsprechenden zogen sich daraufhin zurück, die restlichen könnten die Einsprachen weiterziehen, was zu weiteren Verzögerungen führen würde.

Geht es nun ohne Verzögerung weiter?

In der Hoffnung darauf, dass die Bauarbeiten nun reibungslos fortgesetzt werden können, informierte die Bonainvest über den geplanten öffentlichen Bereich im Haus G. Lässt man die turbulente Vorgeschichte ausser Acht, klingt das Konzept vielversprechend.

Dieses sieht 44 betreute Altersresidenzwohnungen in den oberen Stöcken vor, das Herzstück des Gesundheitshauses bildet aber das Erdgeschoss. Das Eingangsgeschoss mit «Gesundheitsfläche» soll öffentlich zugänglich sein.

Ein Ort für alle

Sinn dahinter soll in erster Linie sein, die in den Altersresidenzen Wohnenden zu einem gemeinsamen Leben zu animieren und dort einen Treffpunkt für alle zu schaffen. Gleichzeitig soll dieser Bereich aber auch der breiten Öffentlichkeit dienen. So soll es neben einem Kaffeehaus eine Wohnküche und flexibel gestaltbare Gemeinschaftsräume geben.

So könnte dereinst eine der Residenzwohnungen aussehen.

So könnte dereinst eine der Residenzwohnungen aussehen.

(Bild: zvg)

Das Konzept für diesen öffentlichen Bereich heisst Living Kitchen. Es soll ein Treffpunkt für drei Generationen werden. Das Kaffeehaus soll aus Lobby, Bibliothek und Coffee Bar bestehen. Ausserdem ist eine Kinderecke geplant, die auf Kinder im Vorschulalter ausgerichtet und von der Coffee Bar aus überblickbar ist.

Lernen, kochen und erleben

Die Wohnküche bildet laut Bonainvest das zentrale Element der Living Kitchen und soll wiederum für drei Generationen die Themen «lernen, kochen und erleben» in den Vordergrund rücken. Neben Angeboten wie etwa Tortenkurse sollen also auch Mittagstische für Kinder und Bewohner der Altersresidenzen angeboten werden. Die Küche sei dereinst so eingerichtet, dass man das Gelernte zuhause auch anwenden könne und nicht abhängig von einer Profiküche sei.

In den Gemeinschaftsräumen sieht der Investor diverse Angebote wie Lesungen, Kunstaustellungen und Elternberatungen vor. Dabei will man auch mit lokalen Organisationen zusammenarbeiten, beispielsweise mit einem benachbarten Kinderhort.

Keine Eintagsfliege

Mit dieser Ausrichtung des Konzeptes will der Investor erreichen, dass aus der Lokalität keine Eintagsfliege wird. «Wir machen die Nachteile des Standortes zu unseren Vorteilen», lässt Ivo Bracher verlauten, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Bonainvest. Er spielt damit unter anderem darauf an, dass man zwar nicht an einer Hauptachse liege und dadurch wenig Laufkundschaft habe, dafür aber auch wenig Verkehr und somit weniger Gefahren für Jung und Alt.

Auch die Stiftung St. Anna, welche durch den Kaufvertrag mit der Bonainvest zum Aktionär wurde, war an der Pressekonferenz vertreten. Der Präsident Hugo Brechtold drückte sein Bedauern darüber aus, dass das Kinderhotel nicht verwirklicht werden konnte.

«Der Lärm hat sich gelegt.»

Trix Iten, Stiftung St. Anna

«Man muss aber die Faktenlage mal nüchtern betrachten und sehen, dass das nun vorgestellte Konzept Sinn macht», sagte Brechtold weiter. Das neue Konzept bringe einen Mehrwert für die gesamte Bevölkerung, glaubt er.

Trix Iten von der Stiftung St. Anna schätzt die momentane Stimmung im Dorf als nicht schlecht ein. «Der Lärm, der von einigen wenigen Gegnern des Projektes ausgegangen ist, hat sich gelegt», meint sie. Der grösste Teil der Bevölkerung sei dem Projekt, wie es jetzt aussehe, positiv gesinnt, so Iten.

Ob denn die sieben verbleibenden Personen, welche Einsprache erhoben hatten, den Fall noch weiterziehen, bleibt abzuwarten. Brechtold ist aber überzeugt, dass dies gerade für die Anwohner ärgerlich wäre, da die Baustelle so noch länger nicht abgeschlossen würde. Wenn aber alles reibungslos laufe, sei der Bau 2022 fertig.

Die Gegner sind immer noch unzufrieden

Oswald Iten, Vorstandsmitglied des Vereins Pro Sankt Anna, zeigt sich immer noch unzufrieden mit dem neuen Konzept. «Das klingt alles toll, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass das funktioniert», sagt er.

Auch, dass die von der Stiftung St. Anna vorgesehenen Dienstleistungen nicht erfüllt würden, störe Iten. Ein Concierge, der im Notfall die Spitex oder den Notruf verständige, sei nicht ausreichend, argumentiert er.

Dass das Gebäude gebaut werde, dagegen wehre er sich nicht mehr, aber der Mehrwert für die Bevölkerung sei noch immer zu klein. Das Misstrauen gegen die Stiftung St. Anna sei nicht kleiner geworden. «Das liegt vor allem daran, dass der Kaufvertrag noch immer unter Verschluss gehalten wird», so Iten.

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