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Was man über das 300-Millionen-Projekt in Kriens wissen muss
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So sieht es momentan auf dem Nidfeld-Areal aus: 2024 sollen ein 60-Meter-Hochhaus und 445 neue Wohnungen bereitstehen. (Bild: nidfeld-kriens.ch/webcam)

Zahlen und Fakten zur Mega-Überbauung Nidfeld Was man über das 300-Millionen-Projekt in Kriens wissen muss

4 min Lesezeit 1 Kommentar 05.01.2019, 05:07 Uhr

445 neue Wohnungen, 518 neue Parkplätze und eine 5000 Quadratmeter grosse Spielfläche: Aktuell liegt das Baugesuch der Nidfeld-Überbauung auf. zentralplus zeigt, was man über das 300-Millionen-Projekt wissen muss.

Lange Zeit schon ist bekannt: Das zehn Jahre lang brachliegende Nidfeld-Areal soll zum pulsierenden Mittelpunkt von Luzern Süd werden. Die Überbauung in Kriens in der Nähe des Kulturzentrums Südpol nimmt langsam, aber sicher Gestalt an. Über das Gebiet wurde ein Bebauungsplan mit drei Baufeldern erarbeitet und genehmigt. Die Bagger sind bereits aufgefahren, denn im November 2017 erfolgte der Spatenstich für den Prodega-Abholmarkt, dessen Baubewilligung bereits früher erteilt wurde.

In den nächsten Jahren sollen in Luzern Süd tausende neue Wohnungen auf den Markt kommen. Nidfeld gehört neben Eichhof, Mattenhof, Schlund, Horw Mitte und Horw See/Campus zu den sechs Teilgebieten in Luzern Süd.

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Nun liegt ein genaueres Bild dessen vor, was auf dem einstigen Pilatusmarkt-Areal folgen wird. Der Dimension des 300-Millionen-Projekts auf über 40’000 Quadratmetern entsprechen nicht ein paar Blätter, sondern ein Baugesuch in Form von neun Ordnern.

60-Meter-Hochhaus kostet 64 Millionen Franken

Auserkoren haben die Verantwortlichen – das Bauunternehmen Losinger Marazzi und Eigentümerin Coop Immobilien – das Basler Team Christ & Gantenbein Architekten, das Krienser Nidfeld-Quartier zu gestalten (zentralplus berichtete).

Das knapp 60 Meter hohe Hochhaus kostet über 64 Millionen Franken. In diesem sollen sowohl Bewohner als auch Arbeitnehmer Platz finden. Während letztere im Erdgeschoss auf eine reine Gewerbe- beziehungsweise Verkaufsfläche treffen, sollen die ersten zehn Obergeschosse gemischt aus Wohnungen und Dienstleistungsflächen bestehen. Auf den oberen fünf Etagen erstrecken sich ausschliesslich Wohnflächen. Insgesamt sollen alleine im Hochhaus 120 neue Wohnungen gebaut werden.

445 neue Wohnungen auf dem Nidfeld-Areal

Neben dem Hochhaus werden sieben Gebäude realisiert, in denen ausschliesslich gewohnt werden darf. Dereinst sollen in den 325 Wohnungen die Bewohner ein und aus gehen. Die Grössen variieren zwischen eineinhalb und fünfeinhalb Zimmern. Gearbeitet wird nur im Erdgeschoss, das als Gewerbefläche genutzt wird. Wofür dieses konkret gebraucht wird, ist laut Baugesuch zum heutigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Die einzelnen Gebäude sollen maximal 24 Meter in die Höhe ragen, in der Regel verfügen die Gebäude über ein Erdgeschoss mit sechs Obergeschossen.

Kostenpunkt hier: über 104 Millionen Franken. Insgesamt entstehen auf dem Nidfeld-Areal folglich 445 neue Wohnungen – 120 im Hochhaus, die restlichen 325 werden in den weiteren Gebäuden einquartiert.

Das Nidfeld-Areal befindet sich in der Nähe des Kulturzentrums Südpol.

(Bild: Montage ida)

Spielfläche auf knapp 5000 Quadratmetern

Eins ist klar: Die Mega-Überbauung soll nicht nur Gebäude fassen, sondern sie soll wachsen, wuchern und gedeihen. Die Innenhöfe des Areals werden so gestaltet, dass sie zum Verweilen, zum Plaudern und zum Austoben einladen. Auf knapp 5000 Quadratmetern wird eine grosszügige Spielfläche mit einfachen Spielelementen realisiert. Alles, was zum Spielen gedacht ist – so auch der Sandkasten – wird in die Natur integriert. Während die Kinder auf Entdeckungstour gehen und die Pflanzenwelt erkunden, beabsichtigt man für die Eltern, ausreichend Sitzgelegenheiten bereitzuhalten. «Zwischen den Pflanzen haben die Kinder dennoch genügend Rückzugsorte für den nötigen heimlichen Schabernack», heisst es im Nutzungskonzept des Landschaftsarchitekten Maurus Schifferli.

Für Klein und Gross wird ein Barfusspfad geplant. Wer es gerne aktiver mag, trifft im Autobahnpark auf eine «Miniaturausgabe des Vitaparcours» – denn der eigentliche Vitaparcours befindet sich in 2 Kilometern Entfernung.

Da die Mega-Überbauung direkt neben der Autobahn A2 realisiert wird, sollen entlang dieser Pflanzen und Bäume wachsen, aber auch Sträucher, Farne, Krautpflanzen und Blütenpflanzen. Insbesondere soll dadurch auch ein Raum für Singvögel, Wildbienen und andere Insekten geschaffen werden.

Auch rund um das Hochhaus soll es grünen. Eine grosse Fläche im Zentrum bleibt jedoch frei von Pflanzen: Hier sollen Quartierfeste steigen, vorübergehend sei dieser Platz auch als Marktplatz nutzbar.

 

Die Übersicht der Parzellierung: Bei A1 handelt es sich um das Hochhaus, in den Gebäuden der Baufelder B befinden sich die 325 Wohnungen.

Die Übersicht der Parzellierung: Bei A1 handelt es sich um das Hochhaus, in den Gebäuden der Baufelder B befinden sich die 325 Wohnungen.

(Bild: aus dem Baugesuch)

518 neue Parkplätze

Für das Hochhaus wird im Baugesuch eine Garage mit 206 Plätzen projektiert, für die weiteren 7 Gebäude mit den 325 neuen Wohnungen eine Garage mit 312 Plätzen. Folglich werden ohne die Parkplätze des neuen Prodega-Abholmarkts, der sich bereits in Bau befindet, 518 Parkplätze realisiert. Insgesamt hätten 650 Parkplätze auf dem Areal realisiert werden dürfen.

Für die empfohlene Zahl der Parkplätze pro Gebäude seien diejenigen für die Wohnnutzungen um zirka 28 Prozent reduziert worden, diejenigen für die Arbeitsnutzungen um zirka 45 Prozent. So steht es im Mobilitätskonzept Nidfeld, welches dem Baugesuch beiliegt.

Wie der Projektleiter des Nidfeld-Areals Peter Lötscher in einem früheren Bericht meint, setze man auf Fussgänger, ÖV-Nutzer und Velofahrer (zentralplus berichtete). Die Gegend sei gut erschlossen – durch den öffentlichen Verkehr, auch durch den «Velo-Highway», welcher Ende 2016 offiziell eröffnet wurde (zentralplus berichtete).

Ein 2000-Watt-Areal

Die Bauherrschaft Losinger Marazzi realisiert mit der Nidfeld-Überbauung ein sogenanntes 2000-Watt-Areal. Um sich als solches zertifizieren zu können, muss ein definierter Kriterienkatalog erfüllt werden. Primär sieht dieser vor, dass die Versorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Konkret werden auf dem Areal Photovoltaikanlagen realisiert – eine Anlage, die mittels Solarzellen einen Teil der Sonnenstrahlung in Strom umwandelt.

Das Ziel ist die etappierte Fertigstellung bis Ende 2024. Bis am 22. Januar können Einsprachen eingereicht werden.

Weitere Einblicke in das Nidfeld-Areal erhalten Sie in der Bildergalerie:

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1 Kommentare
  1. Lukas Kaiser, 16.01.2019, 18:43 Uhr

    Der Artikel scheint direkt einer Marketing-Broschüre von Losinger Marazzi abgeschrieben zu sein. Hier in Kriens finden es verständlicherweise nicht alle so toll. Man könnte auch mal der einen oder anderen kritischen Frage zum Hochhaus-Hype nachgehen, denn schliesslich haben wir das Resultat die nächsten 50 Jahre vor Augen: Was genau soll an dieser banalen, abweisenden Architektur schön sein? Wo sind die geforderten städtebaulichen Qualitäten? Welche Auswirkung hat der Bau von mehreren Tausend neuen Wohnungen in diesem Gebiet auf die Verkehrslage? Was hat der Bau eines Wellness-Bades und eines Hotels für jet-around-the-world-Touris mit dem Nachhaltigkeitsanspruch einer 2000W-Gesellschaft zu tun. Schönrechnen lässt sich offenbar heute alles, und schönschreiben auch.