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Was hinter Zuger Mauern verborgen liegt
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Die historische Zuger Stadtmauer wird momentan saniert. Bis im Frühsommer sollen auch die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. (Bild: Eugen Jans )

Tage des Denkmals, die besten Zuger Programmpunkte Was hinter Zuger Mauern verborgen liegt

3 min Lesezeit 07.09.2018, 11:23 Uhr

Zug zeigt sich dieses Wochenende von einer anderen Seite. Es geht um illegale Wechselstuben, um Grenzüberschreitungen und um verbotene Liebe. Während der Tage des Denkmals scheint in Zug lediglich die gereichte Kirschtorte ein bisschen Normalität zu versprechen.

Immer am zweiten Wochenende im September finden die Europäischen Tage des Denkmals statt. Auch die Stadt Zug hat vieles zu bieten. Wir sagen Ihnen, was Sie um keinen Preis verpassen dürfen.

«Zur Taube» – Beiz, Bäckerei und illegale Wechselstube

Dass das Gasthaus zur Taube Münzschätze verbarg, ist bekannt (zentralplus berichtete). Doch das ist nur der Anfang. So beherbergte das 700-jährige Haus einst eine illegale Wechselstube, ausserdem gab es hier eine unterirdische Backstube. Stadtbrand und Seeabbruch hat die Taube überlebt und wurde diesen Sommer fertig renoviert. Durch Funde, Fotos und Urkunden wird ihre Geschichte am Samstag lebendig. Um 10:00, 13:30 und 15:00 Uhr gibt es je eine Führung von circa einer Stunde.

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Städtebau in der Neustadt (plus fakultative Kirschtorte)

Man mag heute bei Neustadt vor allem an die Einkaufspassage, an Cafés und Bäckereien sowie an Architektur denken, an der sich die Geister scheiden. Vor 150 Jahren stand das Quartier eher für Zuger Kirschwasser. Das Neustadtquartier hat jedoch mehr als Kirsch zu bieten. Am Samstag, um 14 Uhr startet die Führung bei der Bushaltestelle «Reformierte Kirche Zug» und führt durch den Teil der Stadt, der nach der Vorstadtkatastrophe und der Eröffnung des neuen Bahnhofs Ende des 19. Jahrhunderts den städtebaulichen Boom erlebte. Wohn- und Gewerbehäuser, Restaurants, Hotels und mehr werden dem Geschichtsfreund innert zwei Stunden nähergebracht. Als Kirsche auf dem Sahnehäubchen können sich Teilnehmer danach für zwölf Franken noch einer Kirschtortenführung mit Degustation anschliessen.

Stadtsafari mit Raumlabor

Sie wollen die Kirschtorte weit weg von Kinderlärm geniessen? Auch das ist möglich, schicken Sie Ihr Kind am Samstagnachmittag auf eine betreute Stadterkundung. Dabeihaben muss das Kind nur gutes Schuhwerk, ein Zvieri und Getränk. Dann kann es für die Kids losgehen, mit Stift, Papier und Fotokamera durch die Altstadt. Anschliessend wird in einem Raumlabor mittels Collage ein kleiner Stadtplan gebaut. Dabei sollen den Kindern ab sechs Jahren keine Grenzen gesetzt werden. Gestartet wird am Zytturm um 13:30 Uhr oder 15:30 Uhr.

«Zur Taube» Das Gebäude ist über 700 Jahre alt.

«Zur Taube» – Das Gebäude ist über 700 Jahre alt.

(Bild: zvg)

Von Grenzen und Grenzenlosigkeit

Donald Trump wird für seine Idee, sich mittels einer Mauer von Mexiko abzugrenzen, vielerorts belächelt. Doch gab es Zeiten, in denen auch die Zuger sich gerne hinter Mauern versteckten. Erfahren Sie am Sonntag mehr über historische Grenzen, wie eben die Zuger Stadtmauer, aber auch, wie der Grosse Rat im 17. Jahrhundert auf (wie vom Veranstalter beschrieben) «sittlich-moralische Grenzüberschreitungen» reagierte, oder was es bedeutete, sich für die Liebe über die Standesgrenzen hinauszuwagen. Die Führung im Museum Burg Zug findet um 11:00 Uhr und um 15:30 Uhr statt und dauert etwa eine Dreiviertelstunde.

Rundum goldig

Ein wenig «Bling Bling» aus dem Mittelalter gefällig? In einer interaktiven Ausstellung stellen Konservatoren und Restauratoren ihre Arbeit auf der Schneide zwischen Wissenschaft und Handwerk vor. Danach dürfen Sie im Atelier selbst mit Blattgold und Farbe gestalten. Das Atelier ist am Sonntag von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr offen, die Ausstellung von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Pisé – eine grenzüberschreitende Technik

Pisé, was ist denn das? Am Sonntag können Sie genau das herausfinden. So viel jetzt schon: Es geht ums Bauen mit lehmig-schottrigem Material, welches durch Stampfen verdichtet wird. Daher auch der alternative Ausdruck Stampflehm. Wenn Sie mehr über die Technik aus dem 15. Jahrhundert erfahren und danach wieder einmal Ihre Hände schmutzig machen möchten, besuchen Sie doch die geführte Ausstellung «Roger Boltshauser, Pisé – Tradition und Potenzial». Die Führung findet um 14:00 Uhr statt, und zwar im Ziegelei-Museum in Hagendorn.

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