Was Frau Holle zum Klimawandel meint
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Frau Holle noch bis 31. Januar im Luzerner Thater zu sehen. (Bild: Ingo Hoehn)

Premiere von «Frau Holle» am Luzerner Theater Was Frau Holle zum Klimawandel meint

2 min Lesezeit 25.11.2020, 14:02 Uhr

Eine humorvolle, moderne und auch politische Verarbeitung des berühmten Grimm’schen Märchens packte die fünfzig Kinder, welche die Premiere von «Frau Holle» am Dienstagnachmittag im Luzerner Theater besuchten.

Weder zauberhaft noch weihnachtlich

Katharina Siemanns und Marie Weichs Konzept und Regie zeigen nicht das Magische, nicht das Zauberhafte, nicht das Weihnachtliche des weltbekannten Märchenklassikers «Frau Holle». Es fehlen der idyllische tiefe See, das silberfarbene, geheimnisvolle Schloss, die schönen Blumen und die sprechenden Bäume.

Hier entwickelt sich die Geschichte rund um Frau Holle, Gold- und Pechmarie in einem hoch technologisierten, kühlen Wetterlabor, in welchem es darum geht, vieles zu analysieren, zu kontrollieren und zu manipulieren.

Vielleicht kompliziert, aber sicher megainteressant und faszinierend für die kleinen Zuschauer. Sie können gleichzeitig vieles über heutige heisse Themen erfahren: die Erderwärmung und das Verschwinden vieler Tierarten, den Klimawandel und den Aktivismus der jungen Leute. All dies in einer sehr unterhaltenden Bühnenshow mit Musik und lustigen Songs (Laura Besch und Marie Weich).

Frau Holle am Luzerner Theater

Aufführungen von «Frau Holle» noch bis zum 31. Januar des nächsten Jahres.

Weitere Events findest du hier in unserem Veranstaltungskalender.

Riesige Murmeltiere, tanzende Riesenäpfel, perfekt gestaltete Masken und Kostüme (Angela Ribera) und intermediale Effekte eroberten schnell das Herz der kleinen Zuschauer. Insbesondere auch die Möglichkeit zu interagieren, mitzutanzen und mitzusingen.

Frau Holle, die nicht zu sehen ist

Frau Holle sieht man in dieser Inszenierung nicht live, von ihr hört man nur die autoritäre, aber nicht böse Stimme ab Band (Gisella Besch), denn sie lebt ja da oben im Himmel, weit weg von uns allen. Sie bemüht sich ständig, den Protagonisten auf der Bühne und den Kindern im Saal beizubringen, dass man im Leben nicht mit Faulheit, sondern nur mit Fleiss weiterkommt.

Die Darstellenden konnten die Aufmerksamkeit des Publikums gewinnen, aber noch viel wichtiger: Sie konnten mit Empathie, Witz und Spiel die vielen wichtigen Botschaften so vermitteln, dass sie den Kindern in Erinnerung bleiben.

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