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Was erwartet den EVZ: Böse Löwen oder zahme Kätzchen?
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Am Samstag beginnen die Playoffs. (Bild: Facebook/ EVZ)

Zug gegen ehemaligen Angstgegner in Favoritenrolle Was erwartet den EVZ: Böse Löwen oder zahme Kätzchen?

4 min Lesezeit 09.03.2018, 14:30 Uhr

Am Samstag startet der EV Zug gegen die ZSC Lions in die Playoffs und beginnt die Mission, den Final-Coup des letzten Jahres mindestens zu wiederholen. Die erste Station auf dem Weg dorthin verspricht eine emotionale und spielerische Achterbahnfahrt – unter ungewöhnlichen Vorzeichen.

Kaum zu glauben, aber wahr: Der EVZ startet auf dem Papier als Favorit gegen seinen vormaligen Angstgegner in die Playoffs. Zumindest, wenn man nicht das Potential der beiden Teams miteinander vergleicht, sondern die jüngsten Ergebnisse auf dem Eis.

Seit dem Jahreswechsel tritt die Mannschaft des ehemaligen ZSC-Meistertrainers Harold Kreis wie ein ernsthafter Titelanwärter auf, der nicht nur die meisten Partien gewinnt, sondern diese regelmässig über weite Strecken dominiert.

Das Erfolgsrezept für das Hallenstadion scheint gefunden

Auf der anderen Seite steht die hochtalentierte Zürcher Truppe, bei welcher der Trainerwechsel vom Laisser-faire-Duo Hans Wallson und Lars Johansson zum gestrengen Hans Kossmann auf den Jahreswechsel hin bisher höchst durchschnittliche Ergebnisse gezeitigt hat.

Ausserdem haben die Kolinstädter in dieser Saison nicht nur beide Heimspiele gegen die Zürcher gewonnen, sondern nach neun aufeinanderfolgenden Niederlagen im Hallenstadion ein Rezept gefunden, um die Löwen auch auswärts zu schlagen. Nach der 3:7-Schlappe in der ersten Direktbegegnung setzte sich der EVZ dank disziplinierten, effizienten, zuweilen mutigen und konzentrierten Auftritten dreimal en suite durch.

Kossmann sorgte für defensive Stabilität

Nun ist es so, dass Eishockey-Spiele nicht auf dem Papier entschieden werden. Tatsächlich sollte zwischen diesen beiden Teams eine enge und äusserst umkämpfte Serie erwartet werden (zentralplus berichtete). Dafür sprechen nicht nur die Routine, das Talent und das sich langsam lichtende Lazarett der Zürcher, sondern auch ein Blick auf einige Statistiken.

In den Playoffs ist unter anderem auch die Treffsicherheit von Lino Martschini gefragt.

(Bild: Facebook EVZ/Felix Klaus und Fabrizio Vignali)

Dieser verrät, dass sich der Trainerwechsel bei den Lions in einigen Aspekten durchaus bemerkbar gemacht hat. Auf der einen Seite erhalten sie weniger Gegentreffer. Andererseits weist ihre Entwicklung bei Statistiken, welche die Schussversuche messen und die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Erfolge prognostizieren können, wieder aufwärts. Dies nach der Baisse, die zur Resultatkrise und dem Trainerwechsel geführt hat.

Schüsse, Schüsse, Schüsse

Bezüglich Spielanteilen konnten die Zürcher ihrem Anspruch als Spitzenteam zuletzt gerecht werden. In den letzten 15 Spielen zeichneten sich die Lions für 60,55 Prozent der in ihren Partien auf das Tor abgegebenen Schüsse verantwortlich. Das ist mit Abstand der beste Wert der Liga. Der EVZ konnte im selben Zeitraum die Schussstatistik mit 50,17 Prozent knapp zu seinen Gunsten entscheiden. Damit belegt er ligaweit immerhin den vierten Rang.

Dass die beiden Teams in den letzten 15 Partien dennoch genau gleich viele Treffer (38) erzielt haben, kann auf die schlechteste Schusseffizienz (6,4 Prozent) der Zürcher zurückgeführt werden. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch gross, dass sich dieser Wert bald erhöhen wird.

Wann wird Nilsson fit?

Angesichts solch hochtalentierter Stürmer wie Topskorer Fredrik Pettersson, Roman Wick, Linden Vey, Pius Suter oder Inti Pestoni scheint die Zürcher Tormaschinerie jeden Moment vor der Explosion zu stehen, auch wenn Letzterer in Zürich bislang kaum auf Touren gekommen ist.

Im Element: Harold Kreis dirigiert das Geschehen von der Bande aus.

Im Element: Harold Kreis dirigiert das Geschehen von der Bande aus.

(Bild: Facebook-Page EVZ)

Erholt sich Künstler Robert Nilsson rechtzeitig von seiner Gehirnerschütterung, darf definitiv mit ein paar spektakulären und torreichen Partien gerechnet werden. Die Zürcher sind dermassen breit besetzt, dass auch der verletzungsbedingte Ausfall von Star-Verteidiger Severin Blindenbacher nicht als Ausrede für ein allfälliges Zürcher Scheitern akzeptiert würde.

EVZ muss sich vor niemandem verstecken

Was bedeutet der ambivalente Eindruck des Gegners nun für die Vorbereitung und Ausrichtung des EVZ? Selbstverständlich muss und wird Coach Harold Kreis die Mannschaft auf die Spielweise des Gegners eingestellen, doch sollten die Zürcher dem EVZ nicht ihren Schlachtplan diktieren.

Die Zuger haben während des letzten Drittels der Qualifikation bewiesen, dass sie ausser dem SC Bern jedem Gegner ihr Spiel aufzwingen können. Je mehr sie die Scheibe laufen lassen, desto mehr Chancen können sie produzieren und Strafen provozieren. Aufgrund der überdurchschnittlichen Powerplays der beiden «Zs» dürfte viel von der Disziplin und den Torhüterleistungen abhängen.

Stålberg und Martschini haben etwas zu beweisen

Ebenso entscheidend dürfte die offensive Ausgeglichenheit sein: Werden die dritte und vierte Linie regelmässig entscheidende Tore beisteuern, um die beiden Toplinien zu entlasten? Und produzieren die designierten offensiven Leithammel den Erwartungen entsprechend?

Die Nummer 25, Viktor Stalberg, im Zweikampf mit André Heim vom SCB.

Topskorer Viktor Stålberg (links) ist bislang noch nicht als Playoff-Spezialist aufgefallen.

(Bild: EVZ/Fabrizio Vignali)

Gerade Lino Martschini und der diesjährige Topskorer Viktor Stålberg haben sich in ihrer Karriere bisher keinen Ruf als Playoff-Spezialisten erworben. In den letzten drei Playoffs hat Martschini nur zwei Treffer in 26 Partien erzielt.

Auf dieselbe magere Ausbeute kommt Stålberg nach sieben Playoffs in seiner Profikarriere. Zwei Treffer in 62 Partien sind selbst für einen Rollenspieler in der NHL ein bescheidener Wert. Die Erfolgschancen der Zuger würden jedenfalls massiv ansteigen, wenn der Schwede dem Team nicht nur seine Siegermentalität als Gewinner des Stanley Cups 2013 einimpfen, sondern zudem auf dem Eis seinen persönlichen Playoff-Fluch brechen könnte.

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