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Was das letzte Fotogeschäft der Stadt Luzern anders macht
  • Wirtschaft
Pirmin Suter (rechts) und Markus Troxler (links) zusammen mit dem Angestellten Daouda Guèye (Mitte) stehen gemeinsam mit drei weiteren hinter Photo Media Luzern. (Bild: facebook/photomedia)

Nach Ecker-Konkurs: Photo Media einziger Anbieter Was das letzte Fotogeschäft der Stadt Luzern anders macht

4 min Lesezeit 1 Kommentar 04.01.2019, 12:09 Uhr

In Luzern ist es das letzte verbliebene Fachgeschäft für Fotos in Luzern: P&M Photo Media Luzern. Doch wie wehrt sich der Anbieter gegen die übermächtig scheinende Online-Konkurrenz, damit seine 25-jährige Geschichte weitergeschrieben werden kann?

Nach und nach verschwinden sie, die Fotofachgeschäfte in der Stadt Luzern. Mittlerweile hat nur noch P&M Photo Media Luzern in der Buobenmatt seine Tore geöffnet – und das scheint sich nicht so schnell zu ändern, denn das Geschäft läuft gut. Doch was unterscheidet sie von den mittlerweile geschlossenen Geschäften wie dem Foto Shop Pfaff am Bundesplatz oder dem Foto Ecker an der Hertenstein- und Pilatusstrasse?

«Foto Ecker hatte die Kosten nicht im Griff.»

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Pirmin Suter, Geschäftsführer Photo Media Luzern

«Foto Ecker hatte die Kosten nicht im Griff», meint Pirmin Suter, Geschäftsführer von P&M Photo Media Luzern kurzerhand. Gemeinsam mit Markus Troxler führt der 45-Jährige das Geschäft, das seit dem letztjährigen Konkurs der Foto-Pro-Gruppe einzig verbliebene Fotofachgeschäft in der Stadt Luzern.

Die Foto-Ecker-Filialen an der Pilatus- und Hertensteinstrasse mussten damals, gemeinsam mit schweizweit sechs weiteren Filialen, ihre Tore schliessen (zentralplus berichtete). Dies, wie sie im November in einer Medienmitteilung schrieben, aufgrund eines Wechsels des Einkaufsverhaltens der Kunden. Diese würden ihre Fotoprodukte vermehrt im Ausland und nicht mehr in Fachgeschäften in der Schweiz beziehen.

Erfolge dank schlanken Strukturen, Know-how und Marketing

Zwar bestätigt Suter diesen Trend und ist mit P&M Photo Media auch von den billigeren Anbietern, die übers Internet schnell erreichbar sind, betroffen, doch könne man sich mit gewissen Anpassungen noch immer gegen die ausländische Konkurrenz durchsetzen: «Wir setzen zum Beispiel auf schlanke Geschäftsstrukturen», so Suter.

Gemeint ist damit, dass einerseits wenige Mitarbeiter angestellt werden (vier Angestellte befinden sich unter der Geschäftsführung), andererseits, dass sich alles vor Ort befindet. Es gibt also keine externen Lager mit zusätzlichen Angestellten und Räumlichkeiten.

Die dadurch gesparten Ressourcen werden andernorts eingesetzt, führt Suter aus: «Wir investieren stattdessen sehr viel Geld ins Marketing und in die Bewirtschaftung von Facebook oder Instagram.» Und tatsächlich wird besonders ihre Facebook-Seite mit fast täglichen Posts «gefüttert». Auch auf Instagram wird fleissig gepostet, die Unmengen an «Followers» bleiben hierbei aber aus.

Das Geschäft müsse flexibel auf die Nachfrage der Kundschaft und Gesellschaft reagieren. So hat sich die 1994 als reines Fernsehgeschäft gegründete Firma nach und nach erweitert. Seit knapp drei Jahren wird nun nicht mehr nur auf Fernseher, sondern der Fokus auf Fotografie und Computer gesetzt.

«Ich würde es begrüssen, wenn noch ein zweites Fotogeschäft in Luzern wäre.»

Pirmin Suter

Andere Fotogeschäfte scheinen ein anderes Konzept gewählt zu haben und mussten ihr Geschäft einstellen. Doch dass P&M Photo Media nun das einzige Geschäft in der Stadt Luzern ist, ist für Suter nicht unbedingt positiv. Er bedauert, dass mit Foto Ecker nun der letzte Konkurrent in Luzern seine Pforten schliessen musste. «Ich würde es begrüssen, wenn noch ein zweites Fotogeschäft da wäre. Jetzt steht das Internet als einziger Vergleichspunkt», so Suter.

Photo Media Luzern besteht schon seit 1994 in der Buobenmatt 1.

Photo Media Luzern besteht schon seit 1994 in der Buobenmatt 1.

(Bild: sah)

Die Geschäftsleitung von Photo Media setzt deshalb vor allem auf die Beratung und das Know-how ihrer Angestellten. Der Trend, dass sich Kunden beraten lassen, dann jedoch im Internet bei einem günstigeren Anbieter kaufen, trifft bei ihnen anscheinend nicht ein: «Eine grosse Mehrheit derjenigen, die sich bei uns beraten lassen, kaufen auch bei uns», so Suter und führt weiter aus: «Die Preise bei uns sind etwas höher als im Netz, aber durch den persönlichen Service sowie oft längere Garantiezeiten können wir bei den Kunden punkten.»

Ein Vorteil für sein Geschäft sei unter anderem auch die Lage zwischen Kantonalbank und Altstadt. Hier würden nicht so hohe Mietkosten wie zum Beispiel an der Hertensteinstrasse anfallen, gleichzeitig jedoch könne von viel Laufkundschaft profitiert werden. Die von Suter geschätzte Monatsmiete von 25’000 Franken beim ehemaligen Foto Ecker an der Hertensteinstrasse sei mit dem Verkauf von Fotoartikeln schlichtweg nicht tragbar. Welche Miete an der Buobenmatt zu stemmen ist, will Suter jedoch nicht preisgeben.

Kunden schätzen Qualität und Neuheiten

Die meistverkauften Produkte sind hochwertige Fotokameras im oberen Preissegment, sprich 2’000 Franken und mehr. «Bei den Kunden sind vor allem Qualität und Neuheiten gefragt. Der Schweizer hat sehr gerne das neuste Gerät zu Hause», so Suter. In diesem hochpreisigen Segment herrsche eine grosse Nachfrage und der persönliche Beratungsbedarf sei sehr hoch.

Durch den Retrotrend von analogen Fotografien ist ausserdem auch der Verkauf von Schwarz-weiss-Fotofilmen wieder gestiegen. Diese Filme können gekauft und «durchgeknipst» werden, müssen danach jedoch wieder beim Fotogeschäft abgegeben werden, um entwickelt zu werden. Auch hier seien jedoch viele Kunden froh, wenn sie neben dem einfachen Kauf eines Fotofilms auch eine kurze Beratung im Umgang mit ihrer analogen Kamera erhalten.

«Zusätzlich sind die angebotenen Fotografiekurse oder das eigene Studio sehr gefragt», so Suter. Dort können Bewerbungs- oder Passbilder für verschiedene Visa gemacht werden. Dies ist ebenfalls ein Service, den das Internet nicht ohne Weiteres ersetzen kann. Suter blickt deshalb optimistisch in die Zukunft und hofft, dass sich das letzte Fotofachgeschäft der Stadt noch einige Jahre gegen die Angebote im Internet behaupten kann.

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1 Kommentare
  1. John Player, 05.01.2019, 14:32 Uhr

    Auch hier liest man wieder das Märchen, dass Schweizer angeblich Fotoequipment im Ausland kaufen. Das ist, mit Verlaub, Mumpitz. Jeder der die Preise mit z.B. Deutschland vergleicht, wird gerne in der Schweiz kaufen. Nicht mal die in Deutschland beliebten Grauimporte aus Hongkong (über England) sind viel günstiger als die Schweizer Preise.
    Foto Ecker war viel zu teuer. Man kann heutzutage halt nicht mehr die UVP verlangen und meinen die Kundschaft merke das nicht. Das kann man höchstens noch mit nicht Internet affinen Leuten machen oder solchen, die viel persönliche Beratung brauchen und bereit sind dafür bis zu 20% mehr zu bezahlen. Diese Leute sterben irgendwann mal aus. So kauft der Durchschnittschweizer halt im Internet bei den üblichen Schweizer Onlineshops. Auch eine neutrale Beratung kann man sich im Internet in diversen Foren holen. Das ist überhaupt kein Problem.

    P&M Photomedia hat das alles erkannt und macht eigentlich wirklich alles besser als Ecker. Sie haben auch die Wichtigkeit von Social Media erkannt. Ich wünsche dem P&M Photomedia Team weiterhin viel Erfolg. Kommt gut!