Warum sich Migros und Coop bereits für Ostern rüsten
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Halten schon im Februar tapfer die Stellung: Osterhasen in der Migros (Bild: Leserreporter / U. Niklaus)

Schoggihasen und Co. sind schon da Warum sich Migros und Coop bereits für Ostern rüsten

3 min Lesezeit 18.02.2021, 14:12 Uhr

Osterhasen bereits Mitte Februar? Hast du auch das Gefühl, dass saisonale Produkte immer früher in den Verkauf kommen? zentralplus ist der Sache in Luzern nachgegangen und klärt nebenbei noch auf, was am Gerücht dran ist, dass Osterhasen im Winter zu Schoggi-Chläusen werden.

Kaum ist Weihnachten vorbei, stehen schon die Fasnachtschüechli in den Regalen. Dicht gefolgt von Osterhasen. Mitte Februar. Moment … Ostern im Februar?

Tatsächlich. Im hiesigen Detailhandel strahlen einem beim Einkauf schon zahlreiche Osterhasen entgegen, Eier aus Zuckergelee und Marzipan liegen ihnen zu Füssen. Wurde Ostern etwa vorverlegt, um das Loch zu stopfen, das die ausfallende Fasnacht hinterlassen hat? Nicht unbedingt.

Produktion startet frühzeitig

«In der Regel wird das Ostersortiment rund 8 Wochen vor Ostern aufgezogen», sagt Patrick Stöpper, Mediensprecher Migros-Genossenschafts-Bund, auf Anfrage. Das Gefühl des früheren Erscheinens kommt daher, dass die Osterfeiertage nicht an ein fixes Datum gebunden sind und je nach Mondkalender schon Ende März oder im Verlauf des Aprils stattfinden können. Heuer fällt der Karfreitag auf den 2. April, 8 Wochen Vorlaufzeit kommen zeitlich also hin.

«Erste Osterprodukte werden im Spätsommer beziehungsweise Anfang Herbst produziert.»

Melanie Grüter, Pressesprecherin Coop

Auch bei Coop bleibt alles wie gehabt: «Coop startet zum gleichen Zeitpunkt mit dem Verkauf von Osterprodukten wie in den vorangehenden Jahren», bestätigt Coop-Mediensprecherin Melanie Grüter.

Die Produktion der Schoggihasen beginnt aber schon viel früher. «Erste Osterprodukte werden im Spätsommer beziehungsweise Anfang Herbst produziert», so Grüter. Die Auslieferung in die regionalen Verteilzentralen erfolge dann in der Regel zwei Wochen vor Verkaufsstart. Analog handhabt es die Migros.

Reste werden günstig verscherbelt

Was nun, wenn die Detaillisten auf ihren Hasen sitzen bleiben? Das ist ein Szenario, das selten vorkommt, aber für das Lösungen bereitstehen. In erster Linie wird nur so viel produziert, wie die Detaillisten basierend auf Erfahrungswerten verkaufen können. «Dank einer guten Planung bleiben normalerweise nur sehr wenige Restposten übrig», sagt Patrick Stöpper von der Migros.

Auch in der Coop-Filiale in der Bruchstrasse harren die Hasen bereits der Dinge, die da kommen sollen. (Bild: cbu)

Sollte aber trotzdem nach der Ostersaison noch etwas übrig bleiben, werden die Produkte «stark vergünstigt verkauft und finden so noch Abnehmer», so Stöpper. Coop hat für solche Ausverkäufe den Sticker «Verwenden statt verschwenden» ins Leben gerufen, weil die Vermeidung von Foodwaste gemäss Melanie Grüter «ein grosses Anliegen» sei – auch beim Ostersortiment.

Coop spendet übrig gebliebene Osterware ausserdem an die Organisationen «Tischlein deck dich» und «Schweizer Tafel». Melanie Grüter: «Coop ist grundsätzlich die grösste Spenderin von Lebensmitteln an die beiden Organisationen.»

Was ist dran am Mythos?

Reste gibt es also kaum. Und damit wird auch mit einem hartnäckigen Gerücht aufgeräumt: «Dass übrig geblieben Osterhasen eingeschmolzen und zu Nikoläusen verarbeitet werden, ist ein Mythos», bestätigt Patrick Stöpper.

Die Osterzeit gehört übrigens nebst den Weihnachtsmonaten zu den Hauptsaisons für Schokoladenverkäufe. Auch wenn es Unterschiede gibt, wie Stöpper von der Migros erklärt: «Ostern ist mit den Impulsthemen Eili und Hasen stärker und Weihnachten zeichnet sich dafür mehr durch Geschenkartikel wie Pralinés aus.» Und Schoggi-Chläuse, von denen wir jetzt wissen, dass sie keine Restenverwertung sind – und meist schon in den Regalen stehen, bevor wir überhaupt an Weihnachten denken.

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