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Warum sich der EV Zug nur noch selber schlagen kann
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Jubel zum Sieg bei Zugs Timo Helbling, Dominic Lammer und Santeri Alatalo. (Bild: Melanie Duchene EQ Images )

Auch wenn Lugano schon Grosses geschafft hat Warum sich der EV Zug nur noch selber schlagen kann

3 min Lesezeit 1 Kommentar 16.03.2019, 14:01 Uhr

Klar: Nach drei Siegen in drei Partien kann der EV Zug heute Abend in Lugano den Sack zumachen und vorzeitig in den Playoff-Halbfinal einziehen. Aber könnten die Zuger doch noch scheitern?

Trotz einer bescheidenen Darbietung in den ersten beiden Dritteln konnte die Mannschaft von Dan Tangnes auch die dritte Begegnung für sich entscheiden. Die Kolinstädter haben die Bianconeri bisher in allen Belangen dominiert und dafür gesorgt, dass die Serie wesentlich einseitiger verläuft, als gemeinhin prognostiziert worden war.

So viel vor der ersten Partie auf eine enge Serie hingedeutet hat, so wenig spricht nun für eine Rückkehr Luganos in die Serie. Besonders bitter für die Tessiner: Nachdem sie in den ersten beiden Begegnungen deutlich unterlegen waren, mussten sie am Donnerstag trotz ihrer bisher besten Leistung – und der schwächsten Darbietung der Zuger – erneut als Verlierer vom Eis gehen.

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Serie zu drehen ist möglich

Bisher ist es in der National League erst drei Teams gelungen, die Serie nach einem 0:3-Rückstand zu drehen. Jedes Mal war eine der beiden Organisationen, die sich heuer gegenüberstehen, beteiligt. 2006 zogen die Luganesi auf dem Weg zum bisher letzten Meistertitel im Viertelfinal gegen den HC Ambri-Piotta den Kopf aus der Schlinge.

«Wir sind härter und stärker und führen die besseren Spielzüge aus.»

Santeri Alatalo, EVZ-Verteidiger

Im folgenden Jahr drehten die Zuger die Serie gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers, bevor sie sich im Jahr darauf gegen den HC Davos auf der anderen Seite der Gefühlswelt wiederfanden. Ob sich eine ähnliche Geschichte nun wiederholt, hängt hauptsächlich von drei Faktoren ab: der spielerischen Klasse, dem Selbstvertrauen und der richtigen Einstellung. Dass die Zuger ausreichend über die ersten beiden Eigenschaften verfügen, haben sie bisher eindrücklich bewiesen.

Brandrede in der Garderobe

Entscheiden wird nun, ob der EVZ mit der richtigen Einstellung antritt und den Gegner nicht unterschätzt. Diesbezüglich mag ihnen der Auftritt vom Donnerstag als Warnung dienen.  «Wir haben nach dem 2:0-Vorsprung in der Serie und dem 5:1-Sieg [am Dienstag in Lugano, Anm. d. Red.] gedacht, dass wir locker auftreten und einige lässige Pässe spielen können. Aber so läuft es nicht. In den Playoffs musst du hart spielen, die Checks fertig machen, gerade auch vor den Toren», so Santeri Alatalo, der von einem «schlechten Spiel» sprach, aber die Reaktion im dritten Drittel lobte, nachdem «jemand in der Garderobe etwas gesagt» hatte.

Wer die Brandrede gehalten hatte, wollte der Verteidiger nicht verraten. Doch die Episode und Reaktion des Teams demonstrieren, dass die Zuger dieses Jahr über eine reife, hungrige und erfahrene Truppe verfügen, die auf Widerstände bisher die passende Antwort gefunden hat.

Luxusprobleme und breite Brust

Dies zeigt sich auch daran, dass sich bei den Zugern personelle Rochaden nicht negativ auszuwirken scheinen – im Gegenteil. So hat der krankheitsbedingte Ausfall Carl Klingbergs David McIntyre Spielpraxis ermöglicht, der mit einem Doppelpack seine zwei Monate währende Durststrecke nach zwölf Partien endlich beenden konnte. Seine Renaissance erlaubt es Coach Tangnes, Klingberg zu schonen – oder stellt ihn vor eine schwierige Entscheidung beim Ausfüllen des Line-ups.

Angesichts solcher Luxusprobleme reisen die Zuger mit einer breiten Brust nach Lugano. Nahezu grenzenloses Selbstvertrauen hat denn auch Alatalo ausgestrahlt, als er auf die Frage, weshalb die Zuger die Luganesi mit einem «Sweep» (Gewinn einer Serie ohne Niederlage) in die Ferien schicken werden, mit einem trockenen «wir sind härter und stärker und führen die besseren Spielzüge aus» antwortete. Kommen die Zuger heute mit der richtigen Einstellung aus der Garderobe, spricht wenig dagegen, dass sie sich ab dem späten Abend mit den möglichen nächsten Gegnern auseinandersetzen dürfen.

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1 Kommentare
  1. Sven Walther, 19.03.2019, 11:01 Uhr

    Über welchen Sieg Timo Helbling auf dem Bild wohl gejubelt hat?
    Sein letztes Spiel für den EVZ war am 20.03.2018 gegen den ZSC (Playoff-Viertelfinale)