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Warum ist Ebikon typisch Schweiz?
  • Politik
Die Anteile von alt und jung sind in Ebikon gleich gross wie in der ganzen Schweiz. (Bild: bra)

Abstimmungs-Verhalten Warum ist Ebikon typisch Schweiz?

3 min Lesezeit 28.11.2014, 05:00 Uhr

Der Luzerner Vorort ist ein Orakel für die gesamte Schweiz. Gemäss einer Studie ist Ebikon die repräsentativste Gemeinde. In 96 Prozent der Wahlen und Abstimmungen stimmen die Ebikoner mit den nationalen Ergebnissen überein. Warum das so ist und weshalb Ebikon ein dreifaches Nein voraussagt. 

Die Gemeinde Ebikon wird am nächsten Sonntag die Abstimmung noch früher ausgezählt haben als sonst. Die Ergebnisse zu den Vorlagen wie Pauschalbesteuerung, Ecopop oder Goldinitiative werden als Vorhersage mit Spannung erwartet und verschiedene Medien darüber berichten. Warum? Ebikon ist wie ein Orakel für Abstimmungen. So wie die Luzerner Vorortgemeinde abstimmt, so stimmt wahrscheinlich die ganze Schweiz ab. Auf Ebikon ist Verlass.

Eine Untersuchung der ETH Lausanne hat diese Eigenheit jüngst festgestellt. Nirgendwo sonst trifft eine Gemeinde die Abstimmungsresultate der gesamten Schweiz so genau wie Ebikon. Seit 1981 wurden die Resultate der eidgenössischen Vorlagen analysiert und 49 eidgenössische Volksabstimmungen untersucht.  «Unsere Gemeinde hat viele Gemeinsamkeiten mit der gesamten Schweiz. Es ist jedoch schwierig, die genauen Ursachen zu bestimmen», erklärt Daniel Gasser, Gemeindepräsident von Ebikon.

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Die Ähnlichkeiten sind frappant

Die Statistik gibt Hinweise. Die Ähnlichkeiten von Ebikon mit der gesamten Schweiz sind markant, wie der Vergleich mit veschiedenen statistischen Eckdaten zeigt. Das Abstimmungsverhalten der Gemeinde ist so repräsentativ, weil Ebikon überdurchschnittlich durchschnittlich ist.

Angefangen bei der Bevölkerungsverteilung: In Ebikon sind jüngere und ältere Menschen sehr ähnlich vertreten wie im Rest der Schweiz. Der Ausländeranteil ist schon fast derselbe. Zudem ist die Bevölkerung in den letzten zehn Jahren gleich schnell gewachsen und die Sozialhilfequoten liegen in der Schweiz sowie in Ebikon bei etwas über drei Prozent. In der folgenden Grafik können die Eckwerte angeklickt werden. 

 

 

Ebenfalls typisch Schweiz ist das Ortsbild aus der Vogelperspektive, zum Beispiel die Aufteilung der Nutzflächen. Der Anteil an landwirtschaftlichen Gebieten stimmt mit dem Schweizer Durchschnitt von 35 Prozent ziemlich genau überein.

Entlang der Luzerner Strasse

Nicht nur geografisch, sondern auch gesellschaftlich trennt eine markante und lange «Luzernerstrasse» eine hügelige Landschaft. Die eher lärmbelasteten Quartiere stehen gleich daneben. Weiter weg von der Strasse, in der Höhe zu sehen: Einfamilienhäuser, gepflegte Gärten, Bauernhöfe. Der Anteil an grossen Wohnungen mit über fünf Zimmern beträgt in der Schweiz wie auch in Ebikon knapp über 25 Prozent. Das Gewerbe ist durchmischt. Der Liftbauer und Industriekonzern Schindler hat seinen Sitz in Ebikon, wie auch viele mittelgrosse Unternehmen. Entlang der Strasse sind Restaurants, Coiffeurgeschäfte, Autohändler, Velomechaniker.

Vieles ist in Ebikon auffällig ausgewogen, und es geht nirgends drunter oder drüber: Das Kultur-, ÖV- und Freizeitangebot entspricht den Bedürfnissen der durchschnittlich gewachsenen Gemeinde, wie Gemeindepräsident Daniel Gasser erklärt. Fussaballplätze, ein neuer Freizeitpark, Badeanstalten. «Ebikon zählt über 80 Vereine», sagt Gemeindepräsident Gasser. Die verschiedenen Dorf- und Vereinszentren seien gut frequentiert.

Schaut man die soziale Durchmischung oder den politischen Hintergrund an, wählt man in Ebikon vor allem CVP. Die Grünen und die SP schaffen es auf einen Wähleranteil von 27 Prozent im Nationalrat, und 23,7 Prozent im Kantonsrat.

Gemeindepräsident Gasser glaubt, dass es am kommenden Sonntag dreimal Nein sein wird. Basierend auf den Ebikoner Zahlen wird dann fleissig hochgerechnet. «Die bisherigen eidgenössischen Umfragen habe ein dreifaches Nein so vorausgesagt. Alles andere wäre eine Überraschung.»

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