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Warum es der EVZ zuhause krachen lässt und auswärts mit Toren geizt
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Auf den Trikots der EVZ-Spieler wird nächste Saison ein neues Firmenlogo prangen. (Bild: EVZ )

Überraschung: Powerplay als grosse Stärke Warum es der EVZ zuhause krachen lässt und auswärts mit Toren geizt

3 min Lesezeit 22.01.2018, 16:03 Uhr

Das vergangene EVZ-Wochenende hat den gewohnten Trend dieses Jahres fortgesetzt: Während es in der heimischen Bossardarena – für beide Seiten – erneut viele Tore zu bejubeln gab, stellen Torreigen bei Zuger Auswärtsspielen eine Rarität dar.

Die beiden Aufeinandertreffen mit den Tessiner Klubs aus Ambrì und Lugano haben gezeigt, dass sich die Zuger Formkurve weiter im Ansteigen befindet. Der Gegensatz zwischen den Heim- und Auswärtsergebnissen hängt dabei nicht nur mit der Qualität der Gegner zusammen, sondern auch mit der etwas unterschiedlichen Spielweise der Zuger. Auswärts versuchen sie, vor allem kein Gegentor zu erhalten, was bisher hervorragend funktioniert.

In der Auswärtstabelle liegen sie hinter dem dominanten SC Bern auf dem zweiten Rang und mit knapp mehr als zwei Gegentoren pro Partie (2,14) verfügen sie sogar über die beste Defensive. Der ausgeprägte Fokus auf die Abwehrarbeit hat freilich zur Folge, dass die Kolinstädter nur am achtmeisten Tore (magere 2,62 Tore pro Auswärtsspiel) geschossen haben. Wer den EVZ auswärts besucht, muss also mit einem torarmen Spiel (durchschnittlich 4,76 Treffer) rechnen – wie am Samstag in Lugano, als es trotz zahlreicher Chancen nur einen Tessiner Treffer zu sehen gab.

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Torreigen bei den Heimspielen

Gerade umgekehrt sieht die Situation in der Bossardarena aus. Bei EVZ-Heimspielen gibt es mit 6,48 durchschnittlich am meisten Treffer pro Partie zu bestaunen. Waren die überdurchschnittlichen Gegentreffer (am drittmeisten) ein Grund für die schwache Heimbilanz vor der Jahreswende, hat die offensive Explosion (ebenfalls an dritter Stelle) die Heimstätte nun zur uneinnehmbaren Festung gemacht.

Stand zu häufig im Zentrum des Geschehens: Zugs Torhüter  Tobias Stephan, hier mit Raphael Diaz und Lino Martschini gegen Berns Alain Berger.

Auswärts gibt es selten ein Torspektakel des EVZ zu sehen.

(Bild: Daniel Christen / EQ Images)

Die unterschiedlichen Herangehensweisen auf dem Eis lassen sich auch in den Special Teams beobachten. Funktioniert das Verhindern von Gegentreffern in Unterzahl auswärts am besten, weist das Boxplay bei Heimspielen ligaweit die zweitschlechteste Quote auf. Genau umgekehrt verhält es sich im Powerplay. Dort sind sie zuhause brandgefährlich, aber auswärts nur mässig effizient. Insgesamt gehören die Special Teams jedoch jeweils zu den drei Besten der Liga – was gerade im Powerplay Folge einer massiven Steigerung gegenüber der letztjährigen Qualifikation darstellt. Die Playoffs schrieben bekanntlich eine andere Geschichte.

Überraschend starkes Powerplay

Die bereits seit Saisonbeginn anhaltende Stärke des Überzahlspiels begründet Nolan Diem, der als Unterzahl-Spezialist im Training dagegen antreten muss, mit vier Faktoren. «Unser Powerplay besteht aus super Spielern. Wir haben eine starke Präsenz vor dem gegnerischen Torhüter und schiessen viel. Zudem vertrauen sich die Spieler gegenseitig.»

Die erhöhte Anzahl an Schüssen wird dadurch begünstigt, dass sich in der ersten Formation mit Garrett Roe, Raphael Diaz und Lino Martschini drei sehr treffsichere Schützen abwechseln können. Entsprechend ist es für die gegnerische Formation schwierig zu erraten, wer abfeuern wird. Doch viel Schiessen alleine reicht noch nicht.

Der EVZ braucht mehr von ihm: Lino Martischini, hier im Eisatz gegen den SC Bern.

Das Powerplay gehört zu den grossen Stärken des EVZ.

(Bild: Felix Klaus)

«Es gibt gute und schlechte Schüsse. Wichtig ist, dass wir Verkehr vor dem gegnerischen Tor provozieren», so Captain Raphael Diaz. «Das Setup vor dem gegnerischen Tor muss stimmen.» Diaz ist momentan mit 14 Assists dritterfolgreichster Powerplay-Vorbereiter der Liga.

Dies hängt zu einem grossen Teil mit den beiden Schweden zusammen, denen eine bedeutende Rolle zukommt. Viktor Stalberg verschiebt sich flexibel, um die Unberechenbarkeit zu erhöhen, während Carl Klingberg dem gegnerischen Torhüter die Sicht nimmt und die Schüsse abzulenken versucht. «Ich muss jeweils so schiessen, dass ich an Carl vorbei das Tor treffe, oder so, dass er ablenken kann», erklärt Diaz. Diese Aufgabe – nicht den Schweden zu treffen – stellt eine besondere Herausforderung dar und muss im Training entsprechend intensiv geübt werden.

Schwieriger ist es, im Training zu üben, dass das Powerplay nicht nur zuhause, sondern auch auswärts ähnlich effektiv agiert.

Setzt sich der Trend gegen den ZSC fort?

Ein Härtetest steht dem Zuger Powerplay morgen Dienstag bevor, wenn es gegen die ZSC Lions auf die drittbesten Unterzahlspieler der Liga trifft. Können die Kolinstädter auch diese Formation knacken, stehen die Chancen auf einen erneuten Torreigen in der Bossardarena gut. Mindestens drei Treffer sollten die Zuger jedenfalls erzielen – genau so viele haben sie bisher in allen drei Partien gegen den ZSC während der regulären Spielzeit markiert.

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