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Warum du dir dein Passepartout noch nicht zurückerstatten lassen solltest
  • Gesellschaft
Die meisten Pendler besitzen eine Abo. (Bild: VVL/Matthias Muff)

ÖV-Abonnement: Lösung zeichnet sich ab Warum du dir dein Passepartout noch nicht zurückerstatten lassen solltest

3 min Lesezeit 1 Kommentar 31.03.2020, 18:31 Uhr

Die Bevölkerung ist aufgefordert, den öffentlichen Verkehr zu meiden, die Fahrpläne wurden ausgedünnt. Die verschiedenen Abos laufen jedoch einfach weiter. Das sorgt für Unmut. Demnächst sollen aber Lösungen folgen, die auch Pendler aus Zug und Luzern interessieren dürften.

Der Bundesrat schwört die Bevölkerung derzeit auf eine Verlängerung der «aussergewöhnlichen Lage» ein. In noch unbestimmter Form werden die verschärften Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wohl über den 19. April hinaus noch gelten.

Auch der öffentliche Verkehr dürfte in unmittelbarer Zukunft noch eingeschränkt bleiben. Was das für die vielen Besitzer eines Abonnements bedeutet, blieb zunächst noch unklar. Einzig das Generalabonnement kann man derzeit für 30 Tage hinterlegen. Die aktuelle Krise dürfte aber wohl länger dauern.

«Pro Bahn» fordert Ausdehnung der Hinterlegung

Bei allen anderen Aboformen ist derzeit aber nicht mal das möglich. Entsprechend fassen nicht wenige eine Rückerstattung ihres Jahres- oder Streckenabos ins Auge.

Im Passepartout-Tarifverbund Luzern/Obwalden/Nidwalden beispielsweise ist dies mit gewissen Einbussen möglich: Im Preis eines Jahres- oder Streckenabos ist ein Rabatt von 2 bis 3 Gratismonaten inkludiert. Bei einer vorzeitigen Rückgabe werden der angefangene Monat sowie die Gratismonate abgezogen, der Restbetrag wird ausbezahlt.

«Es kann nicht sein, dass die Kundinnen und Kunden die Einnahmeausfälle der Transportunternehmungen mit bereits gekauften Abos finanzieren.»

Pro Bahn

Der in Luzern angesiedelte Verein Pro Bahn ist die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs. Vergangene Woche kritisierte Pro Bahn die ÖV-Branche scharf. Diese bewege sich bei GA-Hinterlegung und Aborückvergütungen keinen Millimeter. Pro Bahn hatte bereits gefordert, dass das GA 60 statt 30 Tage hinterlegt werden könne.

«Es kann nicht sein, dass die Kundinnen und Kunden die Einnahmenausfälle der Transportunternehmungen mit bereits gekauften Abos finanzieren», schreibt Pro Bahn. «Der Bund hat erklärt, dass er bei Umsatzausfällen beziehungsweise Zahlungsschwierigkeiten die Unternehmungen stützt. Warum sollte das nicht auch für die ÖV-Branche gelten?»

Branchenorganisation will einlenken

Die Kritik von Pro Bahn richtete sich nicht zuletzt an die Alliance Swiss Pass. Die Branchenorganisation des öffentlichen Verkehrs ist ein Zusammenschluss von 250 Transportunternehmen und 17 Verbünden. Dort scheint der Rüffel angekommen zu sein.

«Die Branche arbeitet mit Hochdruck an einer schweizweit möglichst einheitlichen Lösung.»

Alliance Swiss Pass

Auf der Website von Alliance Swiss Pass heisst es inzwischen: «Abonnentinnen und Abonnenten im ÖV Schweiz werden entschädigt.» Die Branche wolle den Inhaberinnen und Inhabern eines General-, Verbund-, Strecken- und Modulabonnements, die aufgrund der «aussergewöhnlichen Lage» den öffentlichen Verkehr nicht benutzen können, eine «adäquate Entschädigung» zukommen lassen.

Ausgestaltung bleibt unklar

Wie genau diese Entschädigungen aussehen werden und ab wann sie gelten, bleibt noch offen. Man arbeite «mit Hochdruck an einer schweizweit möglichst einheitlichen Lösung», heisst es im Statement weiter. Fest steht lediglich, dass das Halbtax als Ermässigungskarte nicht entschädigt wird. Dies, weil es meist nach kurzer Zeit und wenigen Fahrten amortisiert ist.

Pro Bahn äussert sich auf Anfrage derzeit nicht zu den genannten Plänen für Entschädigungen von Abonnentinnen und Abonnenten. Klar ist aber, dass sich die ÖV-Branche ein langes Zuwarten in dieser Sache nicht leisten kann. Die Lösungsvorschläge dürften in den nächsten Tagen publik werden. Zumindest bis dahin lohnt es sich, am eigenen Abonnement noch festzuhalten.

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1 Kommentare
  1. Yann, 01.04.2020, 01:58 Uhr

    Eine totale Frechheit seitens der VBL! Nun bezahle ich eine Leistung die ich nicht verwenden darf und die auch gar nicht mehr geleistet wird. Das einzig Angemessene wäre eine Verlängerung des Abos um den Lockdown.

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.