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Warum die Traumwohnung im Casino Zug leer steht
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Das Theater-Casino Zug muss einen neuen Pächter für das Restaurant suchen. (Bild: wia)

Umnutzung wird über eine Million Franken kosten Warum die Traumwohnung im Casino Zug leer steht

3 min Lesezeit 10.09.2018, 13:15 Uhr

Aus Kostengründen hat die Stadt Zug die frühere Hauswartswohnung im Theater Casino Zug nicht renoviert und lässt sie leer stehen. Dennoch wird möglicherweise ein hübsches Sümmchen ins Objekt gesteckt – aber nicht zum Wohnen.

Wer möchte nicht an bevorzugter Lage mit Blick auf den Zugersee wohnen? Zum Beispiel im Dachgeschoss des Theater Casino Zug, wo sich eine 140-Quadratmeter-Wohnung mit 4,5 Zimmern befindet, die den Blick auf einen der schönsten Sonnenuntergänge der Schweiz frei gibt. Die aber derzeit leer steht respektive als behelfsmässiger Lagerraum dient.

Dies ist auch der christlichsozialen Gemeinderätin Barbara Müller Hoteit aufgefallen, die findet: «Leer stehende Räume in unserer Stadt erachten wir als problematisch.» Sie hat deswegen im Mai für die alternative Gemeinderatsfraktion die Stadtregierung angefragt, warum denn in einer Stadt mit Wohnungsnot im soeben sanierten Gebäude schöner Wohnraum leer steht.

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Haushälterischer Umgang mit Kredit

Weil es eine Hauswartswohnung fürs Casino ist und das Casino keinen Hauswart mehr hat, der im Haus wohnt, lautet kurz zusammengefasst die Antwort des Zuger Stadtrats, welche am Montag öffentlich wurde.

Offenbar hatte die Stadt auf Begehren der Kulturveranstalterin Theater- und Musikgesellschaft Zug (TMGZ) und der Betreiberin des Hauses, der Stiftung Theater Casino Zug, bei der Renovation aus Spargründen auf eine Renovierung der Wohnung verzichtet – um die Erneuerung «betriebsnotwendiger Teile» nicht zu gefährden. Genauer: Es ging darum, den bewilligten Baukredit einzuhalten und die zur Verfügung stehenden Mittel von gesamthaft 18,4 Millionen Franken für die zweite Bauetappe «nutzungsgerecht» einzusetzen.

Besucher müssten durchs Theater gehen

Die Hauswartswohnung werde ausserdem gar nicht mehr benötigt. Die Wohnung an Aussenstehende zu vermieten, sei nicht zonenkonform. «In der Zone des öffentlichen Interesses für Bauten und Anlagen ist eine Wohnung nur zulässig, wenn sie im Zusammenhang mit dem Betrieb steht», verlautbart der Stadtrat.

Es gibt aber noch einen zweiten Aspekt, der eine Vermietung als Wohnraum erschweren würde. Die Wohnung lässt sich nämlich nur durchs Theater betreten. Der Einbau eines Lifts wurde zwar vom Architekten geprüft, aber verworfen. Was bedeutet, dass die Traumwohnung auch als Lagerraum der TMGZ nur mühsam genutzt werden kann.

Doppelt so grosse Büros für die TMGZ

Ohnehin schielt die TMGZ selber auf die Traumwohnung – sie möchte dort ihre Büros einrichten. Der Intendant der Gesellschaft, Samuel Steinemann, sagt, dies würde die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung, der TMGZ und der Restauration vereinfachen. Auch gäbe es Verbesserungen bei der Künstlerbetreuung und der Abwicklung der rund 80 TMGZ-Veranstaltungen pro Jahr.

Dies will man sich offenbar einiges kosten lassen. Wie der Stadtrat darlegt, hat sich die TMGZ derzeit auf 77 Quadratmetern in der Ägeristrasse eingemietet. Dafür bezahlt sie 36’000 Franken pro Jahr. Im Casino stünden ihr 140 Quadratmeter zur Verfügung, die nach dem Umbau der Wohnung aber auch teurer zu stehen kämen. Der Stadtrat spricht von einer Kostenmiete von 50’000 Franken jährlich – also knapp 4’200 Franken pro Monat.

«Erhebliche Aufwendungen»

Die Vorleistung – der Umbau und die Renovation der Wohnung – wäre indes von der Stadt zu erbringen. Und das kostet. Eine Prüfung eines solchen Vorhabens ist vor der Casino-Erneuerung schon mal durchgerechnet und mit 800’000 Franken veranschlagt worden – ohne Lifteinbau. Nun rechnet der Stadtrat mit einem höheren Kostenrahmen «zwischen einer und 1,2 Millionen Franken». Aber dazu müsste man erst eine Machbarkeitsstudie erarbeiten, um herauszufinden, wie die Räumlichkeiten umgebaut werden können und sollen.

Erst mal will die Stadtregierung eine Vorstudie und eine genauere Kostenkalkulation in Auftrag geben, um danach mit der TMGZ nochmals zu diskutieren. Die Möglichkeiten zum Um- und Ausbau der Hauswartswohnung würden erneut abgeklärt. Klar ist, dass eine Umnutzung und ein Umbau «mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden» sind.

Unbekannte Kosten für den Brandschutz

Neben den üblichen Kostenfaktoren stehen auch noch die verschärften Brandschutzbestimmungen im Raum, die bei der Renovation des Theater Casinos zu Schwierigkeiten geführt hatten (zentralplus berichtete). Ihre genauen Auswirkungen sind für die leer stehende Hauswartswohnung noch nie kalkuliert worden, weil bis anhin keine Notwendigkeit dazu bestand.

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