Warten, fluchen und ärgern am Seetalplatz
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Die Grossbaustelle am Seetalplatz erfordert viel Geduld. (Bild: Walo Tiefbau)

Luzerner Verkehrschaos: Neuer Höhepunkt Warten, fluchen und ärgern am Seetalplatz

3 min Lesezeit 1 Kommentar 07.10.2015, 16:16 Uhr

Der Stadtteil Reussbühl wird nun umfahren. Zu dumm nur, dass man den Ort auch dann umfahren muss, wenn man dort wohnhaft ist. Ob mit Auto, Bus oder zu Fuss – es ist ein Ärgernis. Für eine Direkt-Betroffene ist es an der Zeit, etwas Dampf abzulassen.

Die neue Verkehrsführung rund um den Grosskreisel am Seetalplatz (zentral+ berichtete) sorgt bei vielen für Verunsicherung – man muss sich erst noch daran gewöhnen, dass nun wiederum alles anders läuft. Am Dienstagabend kam es deshalb zu einem totalen Verkehrskollaps (zentral+ berichtete)

Jeden Tag dasselbe Trauerspiel rund um den Seetalplatz: Stau, wohin man blickt. Die Ampeln stehen auf grün, doch vorwärts geht es keinen Zentimeter. Und wenn doch, dann wechseln tonnenschwere Lastwagen in letzter Sekunde die Fahrspur, weil sie die Orientierung verloren haben.

Ewig langes Warten

Doch ich habe meinen Orientierungssinn nicht verloren und ärgere mich deshalb doppelt: Während ich noch bis vor knapp einer Woche innert zehn Minuten von der Stadt aus Zuhause war (via Route grün), dauert es nun eine gute halbe Stunde (via Route rot). Mindestens.

Die neue Verbindung nach Reissbühl (rot) führt über Emmenbrücke. (Bild: Thorsten Kreuger)

Die neue Verbindung nach Reissbühl (rot) führt über Emmenbrücke. (Bild: Thorsten Kreuger)

Um ins Ruopigen zu gelangen, ist man dazu geneigt, Abkürzungen zu nehmen. Etwa durchs Industriegebiet am Rothenring und dann die steile Strasse hinauf, sodass man beim Bücher-Brocky auf die Ruopigenstrasse gelangt. Dabei lassen sich locker zehn Minuten gewinnen. Noch mehr Zeit könnte mit der Abkürzung über die Rothenbadstrasse gespart werden. Doch Vorsicht: Dieses Privileg ist nur den Anwohnern der Pilatusblick-Siedlung gegönnt. Alle anderen können gebüsst werden.

Problem ist der Knoten Frohburg

Dennoch ist die Verführung gross, da auch die Hauptstrasse in Reussbühl derzeit im Einbahnverkehr geführt wird – genau wie der untere Teil der Ruopigenstrasse. Ampeln regeln den Verkehr, egal ob stadtein- oder auswärts: Man steht und wartet. Zuerst an der Frohburg, dann beim Schiff. Immerhin hat man seitens des Kantons erkannt, dass dies zu Problemen führt. Der Knoten Frohburg ist masslos überlastet.

Denn: Neuerdings müssen Reussbühler, die nach Emmenbrücke wollen, zuerst in Richtung Luzern fahren. Da es sich dabei in der Regel um mehr als ein Auto handelt, wird die Strasse bei roter Ampel für alle anderen Verkehrsteilnehmer blockiert, auch wenn man eigentlich nach Luzern will. Dass diese Situation «nur» bis im Herbst 2016 andauern wird, ist dabei nur ein geringer Trost. Schliesslich ist es ja auch per Bus, Velo oder zu Fuss nicht besser.

Das grosse Rätseln vor der Absperrung

Wer von der Ruopigenstrasse zur Frohburg läuft, bemerkt, dass das Trottoir auf der rechten Strassenseite plötzlich endet. Einen Fussgängerstreifen gibt es dort nicht, das heisst, man muss per gut Glück auf die andere Strassenseite rennen.

Ganz übel getroffen hat es auch all jene, die im «alten» Reussbühl rund um die Kirche im Helgengüetli-Quartier wohnen oder von der Frohburg aus dorthin wollen. Jeden Tag stehen rätselnde Passanten vor der Absperrung, bevor ihnen klar wird, dass auch sie einen Umweg auf sich nehmen müssen.

Auf gut Glück an der Bushaltestelle

Wer im Ruopigen wohnt und auf den Bus angewiesen ist, der hatte es schon immer nicht ganz einfach. Seit die VBL die Buslinie 13 an die Auto AG Rothenburg abgegeben hat, fahren die Busse zwar regelmässiger, aber grundsätzlich so gut wie nie nach Fahrplan. Am besten man steht einfach auf gut Glück an die Bushaltestelle. Oder man benutzt abends den 12er Bus der VBL.

Die Bushaltestelle Frohburg in Richtung Emmenbrücke wurde in die Nähe der ehemaligen Bushaltestelle Schiff verschoben. Aufgrund des Fussweges zum Anschluss auf die Linie 13 Richtung Littau kann man nun auch nicht mehr darauf hoffen, dass der Buschauffeur die ankommenden Pendler sieht und einen kurzen Moment auf diese wartet. Und dann heisst es wiederum eines: warten. 

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Zur Erinnerung: So sah es am Seetalplatz aus, als die Welt noch in Ordnung schien.

Das war einmal der Seetalplatz.(Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Das war einmal der Seetalplatz.(Bild: Emanuel Ammon/AURA)

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1 Kommentare
  1. Pascal Horat, 07.10.2015, 20:33 Uhr

    Reussbühl ist tatsächlich kaum noch erreichbar. Heute um 16:30 war der Verkehr um den Seetalplatz zwar relativ flüssig, dafür war die Hauptstrasse Richtung Reussbühl vom Seetalplatz her für den Verkehr gesperrt. Es wurde mir empfohlen über den Kreuzstutz und Littau nach Reussbühl zu fahren! Hoffe, es wird bald wieder besser…

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