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Warten auf Sommerbar über Dächern von Baar dauert an
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Aussicht vom 7. Stock des Baar-City-Hochhauses. Höher fährt der Lift nicht. (Bild: mam)

Baar-City: Vermieter macht sich rar Warten auf Sommerbar über Dächern von Baar dauert an

3 min Lesezeit 16.07.2019, 18:34 Uhr

Mit einer Gastwirtschaft über den Dächern von Baar könnte das Zentrum belebt werden. An interessierten Wirten mangelt es nicht. Doch ihre Initiative scheitert an einer bekannten Hürde.

Die Gemeinde Baar will bekanntlich ihr Ortszentrum aufwerten (zentralplus berichtete). Eine Sofortmassnahme, die dazu beitragen könnte, wäre der Betrieb einer Gastwirtschaft auf dem Baar-City-Hochhaus.

Wunsch aus der Bevölkerung

Einen entsprechenden Vorschlag hatte ein Einwohner vor einigen Wochen an der gemeindlichen Infoveranstaltung zur Zentrumsentwicklung gemacht. Der Baarer Bauchef Jost Arnold (FDP) hatte versprochen, dass der Gemeinderat dies mit dem Eigentümer abklären würde.

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Im Hochhaus ist eine öffentliche Nutzung – in Form eines Restaurants mit mindestens 60 Plätzen – eigentlich vorgeschrieben. Derzeit sind sogar drei Stockwerke dafür vorgesehen: Die Dachterrasse im 11. Stock, ein Restaurant im 10. Stock und eine Bar im 9. Stock.

Kein Hochkommen

Nur eben: Die beiden Gastrobetriebe sind bereits seit knapp eineinhalb Jahren geschlossen (zentralplus berichtete). Selbst durch die Fluchttreppe kommt man nicht auf die Dachterrasse. Verbotsschilder verhindern ein Betreten.

Baar-City-Hochhaus: Das Restaurant ist schon seit knapp einenhalb Jahren geschlossen.

Was also läge näher, als mindestens vorübergehend die Dachterrasse wieder zu öffnen, um an lauen Sommerabenden Drinks zu schlürfen? Denn dafür gäbe es durchaus Interessenten.

Wochenlanges Schweigen

zentralplus liegt ein Schreiben eines Gastronomen vor, der sich nach dem Medienbericht über die gemeindliche Infoveranstaltung direkt bei der Zobel Verwaltungs GmbH meldete, welche für die Immobilie verantwortlich ist.

«Ich habe Zobel bisher nicht erreichen können.»

Jost Arnold (FDP), Gemeinderat Baar

Er interessiere sich für die Führung der Terrasse und würde allenfalls auch das Restaurant ganzjährig führen. Er bitte um die Zustellung der Vermietungsunterlagen, schrieb er vor fast zwei Wochen.

Bauchef tappt im Dunkeln

«Bis jetzt kam vom Vermieter keine Reaktion», sagt er. «Die Idee scheint mit den Eigentümern nicht abgesprochen zu sein.»

In der Tat: Günter Zobel, der in Baar mehrere grosse Immobilienprojekte verwirklichte, hat mittlerweile ein hohes Alter erreicht und ist nicht mehr bei allzu guter Gesundheit. Und sein Sohn Dieter Zobel, der die Verwaltungsgesellschaft führt, macht sich rar. «Ich habe ihn bisher nicht erreichen können,» sagt Bauchef Jost Arnold. «Deshalb konnte ich ihn auch wegen der Dachterrasse noch nicht fragen.»

In Ägeri steht auch ein Restaurant leer

Auch zentralplus konnte Dieter Zobel nicht erreichen – weder im Rahmen der gegenwärtigen Recherche noch früher. Zobel hat sich überhaupt erst einmal in den Medien geäussert, im vergangenen Winter gegenüber der «Zuger Zeitung».

Warum er sowohl das Baar City seit 2018, wie auch das Restaurant Freihof in Unterägeri seit 2016 leer stehen lässt (zentralplus berichtete), konnte er auch da nicht nachvollziehbar erklären.

Baar-City-Hochhaus.

Insbesondere bleibt sein Geheimnis, warum ein geschlossenes Lokal für einen Immobilienbesitzer lukrativer sein soll als ein geöffnetes.

Als obs «Dolce Vita» offen wäre

Beim Baar City wurde von einem Wasserschaden berichtet, der sich kurz vor der Schliessung des Restaurants ereignet habe. Übrigens hängen die Öffnungszeiten und der Menüplan des «Dolce Vita» immer noch aus – so als wäre nichts geschehen.

Bei der Gemeinde nimmt man Zobel in Schutz. Vater und Sohn hätten es mit mehreren Wirten versucht und die Auflage der Gemeinde, ein Restaurant im Hochhaus Baar-City zu betreiben, erfüllt, sagt Jost Arnold.

Verständnis vorhanden

Auch wenn dieses nun geschlossen sei, so sei eine öffentliche Nutzung theoretisch immer noch gegeben. «Eine Handhabe, einzuschreiten, hat die Gemeinde erst, wenn die Fläche umgenutzt würde», sagt Arnold.

Ausserdem scheint ein gewisses Verständnis für Zobel zögerliches Verhalten zu bestehen, da er offenbar mit dem letzten Pächter ernste Probleme hatte, wie gemunkelt wird.

Dazu sind indes keine gesicherten Erkenntnisse vorhanden. Sicher ist hingegen, dass das «Dolce Vita» bei den Kunden beliebt war und für die Küche gelobt wurde:

Tripadvisor-Bewertung des «Dolce Vita» im Baar-City-Hochhaus.

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