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Warnung vor Prämienschock: NZZ wirft Luzerner Ständerat Populismus vor
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Damian Müller befürchtet, dass wegen der Corona-Krise die Krankenkassen-Prämien steigen. (Bild: Archivbild)

Debatte um Gesundheitskosten Warnung vor Prämienschock: NZZ wirft Luzerner Ständerat Populismus vor

2 min Lesezeit 5 Kommentare 04.04.2020, 10:35 Uhr

Werden wegen der Corona-Krise die Krankenkassen-Prämien explodieren? Der Luzerner Ständerat Damian Müller befürchtet genau dies und fordert deshalb Massnahmen. Das bringt ihm von journalistischer Seite her Kritik ein.

Der ehemalige Zuger FDP-Ständerat Joachim Eder galt bis zu seinem Rücktritt letztes Jahr als einflussreicher Gesundheitspolitiker. Im «Blick» forderte er am Dienstag, dass die virusbedingten Gesundheitsausgaben nicht den Prämienzahlern aufgebürdet dürften.

Damian Müller, FDP-Ständerat aus Luzern, nahm diesen Ball auf. «Der Bundesrat muss dafür sorgen, dass die Corona-Kosten separat ausgewiesen werden, und die Auswirkungen auf die Prämien aufzeigen», zitierte ihn der Blick. Eine Prämienexplosion auf Kosten des Mittelstands, der Familien und Alleinstehenden sei unbedingt zu verhindern.

Prämienanstieg? Unwahrscheinlich

Die «NZZ» bezeichnet diese Forderungen nun in einem Artikel als Populismus. «Die Wahrscheinlichkeit, dass es 2021 zu einem Prämienschock kommt, sind sehr gering – und das sollten Gesundheitspolitiker eigentlich wissen», schreibt Journalist Simon Hehli.

Es gebe ein «dickes Polster», das für den Notfall parat stehe: die Reserven der Kassen. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) hätten diese zu Beginn des Jahres 2019 9,5 Milliarden Franken betragen.

Es sei zudem nicht einmal sicher, dass die Ausgaben der Krankenversicherer steigen. Die Therapie Hunderter oder Tausender Corona-Patienten in den Intensivstationen sei zwar teuer. «Doch nach dem derzeitigen Finanzierungsregime zahlen die Krankenkassen maximal 45 Prozent der Kosten; 55 Prozent oder mehr übernimmt die öffentliche Hand. Diese berappt über die gemeinwirtschaftlichen Leistungen auch die umfangreichen Massnahmen der Spitäler zur Vorbereitung auf die Corona-Welle», heisst es in dem Artikel.

Zudem würden derzeit alle Operationen und Behandlungen ausgesetzt, die nicht dringlich seinen. So sänken über Wochen oder gar Monate hinweg die Kosten deutlich – und zumindest im Bereich der Bagatellfälle und der ausgesetzten Routinekontrollen sei kein Nachholeffekt zu erwarten.

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5 Kommentare
  1. Raphael Michel, 05.04.2020, 21:16 Uhr

    die kossten werden so oder so explodieren, wenn nicht strittweise eine gewisse normalität einzughält. diese schockstarre führt sonst in allen belangen zu sehr hohen folgekosten, welche uns alle, egal in welcher gesellschaftschicht wir angehören noch über jahre begleiten werden . journalismus hin oder her. mit einer blockierten wirtschaft ist keine wertschöpfung vorhanden. ohne wertschöpfung ist auch der sozialstaat gefährdet. es braucht nun sofort pragmatische lösung um eine normalität , auch diese wenn diese nur schrittweise herbeizuführen ist, zu ermöglichen.

  2. Esther Hauser, 05.04.2020, 13:42 Uhr

    War das nicht der Damian Müller, der die Session nach Luzern holen wollte…?

  3. estermap, 04.04.2020, 11:22 Uhr

    Das ist nicht nur Populismus sondern auch Blamage, Herr Müller.

  4. CScherrer, 04.04.2020, 11:07 Uhr

    Es ist vollkommen richtig, dass den Aussagen von Damian Müller widersprochen werden. Hier liegt Herr Müller komplett daneben und wird vermutlich von den Krankenversicherer gesteuert. Fakt ist, dass es auf Grund von Corona zu keinem Prämienschock kommen wird. Hier sind die Krankenversicherer angehalten, auf ihre Reserven zurück zu greifen. Genau für solche unvorhergesehenen Ereignisse sind diese Reserven da. Selbstverständlich kann man – sofern man dies will – die Kosten separat aufweisen. Doch genau darin liegt dann das Problem, wenn dies die Krankenversicherer tun. Hier muss das BAG kontrollieren und die Auswertungen überwachen. Ich habe über 30 Jahre in der Krankenversicherungs-Branche gearbeitet und kenne die Mechanismen. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass diese Kosten zu keinem Prämienschock führen werden. Alles andere ist dann vermutlich Betrug am Prämienzahler.
    Damian Müller ist gut beraten sich politisch nicht in eine Materie einzumischen, wovon er vermutlich kein grosses Fachwissen hat und sich deshalb von bestimmten Krankenversicherer beraten lässt. Nein, es darf und wird keinen Prämienschock geben.

    1. hand Muster, 05.04.2020, 23:15 Uhr

      ich finde es trotzdem gut, dass herr müller dies aufgreift. ich stimme zu, dass kein prämienschock kommen wird, aber was ist mit einer prämienerhöhung in den nächsten 2-3 jahren? eine schleichende kostenabwälzung…
      was meinen sie zu den herr scherrer?

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