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Waldstock-Festival: Das sind die Köpfe hinter dem Zuger Open-Air
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Von links: Linda Salza, Barbara Allenbach und Linus Wattenhofer. (Bild: pze )

Deko und Foodstände: Sie gestalten das Gelände Waldstock-Festival: Das sind die Köpfe hinter dem Zuger Open-Air

4 min Lesezeit 02.08.2018, 12:04 Uhr

Das Waldstock-Festival ist bereit für den Andrang. Pünktlich zur Eröffnung heute Donnerstag ist das Gelände dekoriert, die Bühne und Foodstände sind gebaut. Verantwortlich sind unzählige freiwillige Helfer. Zeit, die Gesichter hinter dem Openair einmal in den Fokus zu Rücken.

Der Festivalsommer hält in Steinhausen Einzug. Das «Waldstock»-Openair feiert seine 19. Ausgabe. Von Donnerstag bis Samstag bespielen diverse Bands die Bühne am Waldrand, eine Viertelstunde zu Fuss vom Dorfzentrum entfernt.

Bis am Donnerstagmorgen laufen die letzten Vorbereitungen – unzählige helfende Hände werden gebraucht. Das merkt auch der Reporter, als er aufs Gelände tritt: Sogleich wird ihm eine Kiste mit Spirituosen in die Hand gedrückt. Sie müssen ganz nach hinten zur berühmten «Kuba»-Bar getragen werden. Also wird in der morgendlichen Hitze erst einmal geschleppt.

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Nach dem unverhofften Helfereinsatz nimmt’s uns aber Wunder: Wer sind die fleissigen Freiwilligen, die während zwei schweisstreibenden Wochen das Gelände vorbereiten, bevor die Waldstock-Besucher eintrudeln? Wir treffen viele verschiedene – durchs Band gut gelaunte – Menschen an:

1. Der Präsident

Die Gesamtleitung des Waldstock-Festivals hat Tobias Glauser. Der gebürtige Steinhauser und heutige Wahlzürcher arbeitet seit Jahren am Festival mit. Er ist schon so lange dabei, er kann sich nicht mehr erinnern, wann genau das angefangen hat. Bier schleppen hinter der Bar, das war früher sein Job. Heute präsidiert er das Organisationskomitee. «Vor allem repräsentativ», nennt er seine Rolle.

OK-Präsident Tobias Glauser besichtigt «sein» Festivalgelände.

OK-Präsident Tobias Glauser besichtigt «sein» Festivalgelände.

(Bild: pze)

Der 28-Jährige lobt die Freiwilligen: «Die Dynamik hier ist der Wahnsinn. Man muss nicht um Engagement bitten, die Leute haben Freude an der Arbeit. Es ist eine einzigartige Stimmung.» Glausers Job beinhaltet das Marketing und die Pressearbeit.

2. Die Dekorateure

Dem Waldstock-Gelände ein Gesicht geben aber andere. Das diesjährige Thema des Openairs ist «Waldstock-WG». Dafür verantwortlich sind die Dekorateure. Zu ihnen gehören Linus Wattenhofer (32), Linda Salza (27) und Barbara Allenbach (25). Sie gestalten den Eingang als WG-Garderobe mit Spiegeln und Kleiderständer. Zudem bauten sie einen 2×2-Meter-Spieltisch, an dem «Brändi-Dog» in Übergrösse gespielt werden kann und ein überdimensioniertes «Twister»-Feld: WG-Spieleabende werden in Festivalmanier nachgestellt.

Das Waldstock-Festival

Das «Waldstock»-Festival findet vom 2. bis 4. August in Steinhausen statt. Unter anderem treten Bands auf wie Šuma Covjek (Freitag, 20 Uhr), die Zuger Weibello & The Gang (Freitag, 23:30 Uhr) und Trampeltier of Love (Samstag, 19 Uhr).

Die drei Dekorateure kommen aus der Gegend, sind also sozusagen mit dem Festival aufgewachsen. Wattenhofer und Salza helfen seit sechs, Allenbach seit zwei Jahren mit. Wattenhofer sagt: «Am Waldstock hat man gestalterisch viele Freiheiten. Was dir selber gefällt, darfst du meist auch umsetzen.»

3. Die Handwerker

Neben Deko braucht es die Leute fürs Grobe. Beispielsweise Christian Späni. Der 25-jährige Steinhauser ist Bauchef der «Kuba»-Bar. Er bestellt im Vorfeld die Materialien und überwacht die Bau- und Dekorationsarbeiten der berühmten Eckbar. Er feiert in diesem Jahr das 10-Jahr-Helferjubiläum. «Wenn man aus dem Dorf ist, kommt man irgendwann automatisch zu diesem Festival», sagt er.

Christian Spähni ist verantwortlich für die «Kuba»-Bar.

Christian Spähni ist verantwortlich für die «Kuba»-Bar.

(Bild: pze)

Ebenfalls als Handwerker unterwegs ist Daniel Notter. Er ist verantwortlich für die Dächer über den Köpfen der Essenstand-Mitarbeiter. Auch er hält sich ans WG-Thema, so sollen die Foodstände die Essensgewohnheiten von den Wohngemeinschaftlern widerspiegeln: Von der Pommes-Bude (angelehnt ans Pommes-Tüten-Design einer bekannten Fast-Food-Kette), über Crêpe-Stand zur Vorratskammer und Food-Truck, die ganze kulinarische Bandbreite ist abgedeckt. Der 29-Jährige sagt: «Ich habe mich hier vor vier Jahren als Helfer gemeldet und wurde direkt vom Festival aufgefressen. Das Team und die Stimmung, da bin ich nicht mehr losgekommen.»

4. Die Gastronomin

Einmal aufgebaut brauchen die Food- und Drink-Stände ein Team, das die Gäste auch bedient. Laura Hürlimann ist eine der Verantwortlichen der Gastroteams. Sie half beim Aufbau der Bar am Eingang – ab Festivalbeginn ist sie hinter dem Tresen unterwegs.

Sie leitet das Gastro-Team: Laura Hürlimann.

Sie leitet das Gastro-Team: Laura Hürlimann.

(Bild: pze)

Malen, tapezieren oder lackieren, der Baraufbau ist ein vielseitiger Job. «Wir mussten das Konzept und die Drink-Karte dem Thema anpassen», erzählt sie. Als ehemalige Baarer Pfadfinderin wurde sie vor sechs Jahren von den «alten» Pfadern ans «Waldstock» mitgenommen. Dabei begann sie als Hilfskraft hinter der Bar, der Übergang zur Teamleiterin geschah vor zwei Jahren fliessend, erzählt sie. «Die Arbeit hier hat immer Spass gemacht, deshalb habe ich die Leitung der Bar gleich übernommen, als die ‹Alten› aufhörten.»

5. Das Greenhorn

Zum allerersten Mal als Helferin dabei ist Tanja Mathis. Die Luzernerin kam während dem Aufbau, wie viele zu Beginn ihrer Waldstock-Helferkarriere, überall etwas zum Einsatz. Als Allrounderin half sie beispielsweise beim Aufbau des hölzernen Techniker-Turms. Sie nimmt sich gerade eine Auszeit vom Job und hatte so Zeit für das freiwillige Engagement. Sie sagt: «Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Spass machen würde.»

Für Tanja Mathis ist es das erste Waldstock-Festival als Helferin.

Für Tanja Mathis ist es das erste Waldstock-Festival als Helferin.

(Bild: pze)

Die 34-Jährige kam über den Festival-Programmchef Benno Staub zum Helferinnen-Dasein. «Das Aufbauen ist wie ein zwei Wochen andauerndes Festival.» Sie sei mit offenen Armen willkommen geheissen worden, alle seien offen für kurze Schwätzchen. Sie resümiert mit einem Schmunzeln: «Es ist wie eine grosse Familie hier oben.»

Das Waldstock-Festival ist bereit für seine Gäste. Trotz Feuer-Verbot und Hitzewelle wurde das Festivalgelände rechtzeitig zum Start fertig. Auch dank dem Einsatz der freiwilligen Aufbau-Helfer.

Er baut die Gastro-Hütten: Daniel Notter.

Er baut die Gastro-Hütten: Daniel Notter.

(Bild: pze)

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