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«Wäre er grösser, würde er in der NHL spielen»
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Garrett Roe in Aktion für Linköping. (Bild: Photo Expressen / planethockey.com )

EVZ verpflichtet Center Garrett Roe «Wäre er grösser, würde er in der NHL spielen»

4 Min 27.04.2017, 16:09 Uhr

Bereits eine Woche nach dem Ende der Saison verpflichtet der EV Zug Garrett Roe vom schwedischen Linköping. Der Amerikaner hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Wir haben nachgefragt, welche Auswirkungen die Verpflichtung des Wunschausländers auf die noch vertragslosen Klingberg und Holden hat.

Seit Reto Kläy als General Manager beim EVZ amtet, werden neue Ausländer oft relativ früh verpflichtet. Bereits Jarkko Immonen und David McIntyre wurden 2015 respektive 2016 vor Mai unter Vertrag genommen. Dies kontrastiert stark zu früheren Jahren, als der EVZ teilweise noch bis in den August hinein um einen potenziellen Star pokerte.

Viele Experten rechnen damit, dass der Ausländermarkt diesen Sommer dichter ist als auch schon. Dies, weil alle NHL-Spieler auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2018 verzichten müssen. Viele nordamerikanische NHL-Hinterbänkler wollen sich deshalb mit einem Aufenthalt in Europa eine einmalige Chance auf eine Olympia-Teilnahme ermöglichen.

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Dennoch hat sich Kläy bereits zu diesem frühen Zeitpunkt für Roe entschieden und ihn gleich mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet. Dies lässt nur einen Schluss zu: «Roe ist ein Wunschspieler», so der Sportchef. Was zeichnet den Center denn aus? «Intensität, grosse Energie, sehr gute Skills und eine Übersicht, mit der er viele Tore schiessen und vorbereiten kann», beschreibt Kläy das Profil des 29-Jährigen.

Geringe Körpergrösse als Glücksfall für den EVZ

Die Verpflichtung Roes, der vor seinem zweijährigen Engagement in Linköping sowohl die österreichische, italienische, slowenische als auch die deutsche Liga dominiert hatte, bringt dringend benötigtes Tempo auf die Mittelstürmerposition, was eine Aufwertung gegenüber den zuletzt etwas behäbig wirkenden Holden und Immonen darstellt. Dafür wurde in Kauf genommen, dass ein mit 173 Zentimetern Körpergrösse eher klein gewachsener Spieler verpflichtet wurde.

«Wäre er grösser, würde er in der NHL spielen.»

Reto Kläy, EVZ-Sportchef

Dies sollte jedoch aus zwei Gründen kein Problem darstellen: Einerseits kann der Amerikaner physisch sehr wohl einstecken wie auch austeilen. Deshalb sieht Kläy keinen Nachteil in seiner Grösse. Im Gegenteil: «Wäre er grösser, würde er in der NHL spielen.» Der Amerikaner wurde 2008 zwar von den Los Angeles Kings gedraftet, konnte sein Können aber nie in der besten Liga unter Beweis stellen. Stattdessen verbrachte er vor seinem Engagement in Europa zwei Saisons in der American Hockey League.

Gemeinsame Vergangenheit mit SCB-Lasch

Anderseits hat der SC Bern gerade eindrücklich bewiesen, dass Körpergrösse an und für sich überbewertet wird. Mit vier ausländischen Spielern, die allesamt kleiner als 180 Zentimeter sind, konnten die Berner die Gegner (auch physisch) dominieren. Mit einem dieser Berner Söldner teilt Roe übrigens eine gemeinsame Vergangenheit. Von 2007 bis 2011 begeisterte er für das Team der St. Cloud State University, wobei er die ersten drei Saisons gemeinsam mit Ryan Lasch auflief. Während der heutige Meister die ewige Scorerliste von St. Cloud anführt, rangiert der Neo-Zuger auf dem dritten Rang.

«Die Verpflichtung von Roe hat keine Auswirkungen auf Klingberg und Holden.»

Reto Kläy

Kurzes Schweizer Gastspiel

Garrett Roe verbindet nicht nur die Beziehung zu Lasch (der selbst wieder nach Schweden zurückkehrt) mit der Schweiz, sondern eine weitere, offensichtlichere Anekdote. Im Juli 2015 verpflichtete er sich für eine Saison bei Genève-Servette. Keine drei Wochen später lösten Klub und Spieler den Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen auf, und der Center zog nach Linköping weiter. Als Grund wurde beiderseits angegeben, dass sich Roe nicht mit dem Genfer Rotationsprinzip von fünf Ausländern anfreunden konnte, da er immer spielen wollte, um seine Leistungen abrufen zu können.

Steigt der EVZ also ohne fünften Ausländer in die neue Saison, um Konfliktpotenzial zu vermeiden? «Dies ist noch offen. Wir haben mit dem Academy-Team und dem Sechs-Ausländer-System jedenfalls eine ganz andere Disposition. Ich mache mir diesbezüglich überhaupt keine Sorgen», stellt Sportchef Kläy klar. Für ihn hat die frühzeitige Verpflichtung Roes «keine Auswirkungen» auf die noch vertragslosen Klingberg und Holden. Wie sich der Linksschütze in das Zuger Kollektiv einfügt, kann ab Mitte Juli beobachtet werden, wenn er an seiner neuen Arbeitsstätte erwartet wird.

Der EVZ freut sich auf Twitter über seinen Neuzugang:

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