Während des Lockdowns Bier ausgeschenkt? «Fläckebar»-Wirtin wird freigesprochen
  • Gesellschaft
  • Justiz
  • 150
Sarina Conti, Geschäftsführerin der «Fläckebar» in Rothenburg in der Braui Hochdorf, wo der Prozess gegen sie stattfand. (Bild: ber)

Bezirksgericht Hochdorf hat Zweifel Während des Lockdowns Bier ausgeschenkt? «Fläckebar»-Wirtin wird freigesprochen

2 min Lesezeit 1 Kommentar 13.11.2020, 14:27 Uhr

Sarina Conti soll im April auf der Terrasse ihrer Bar in Rothenburg Gäste bedient haben – obwohl dies während des Lockdowns verboten war. Das Bezirksgericht Hochdorf kommt nun zum Schluss, dass es auch anders gewesen sein könnte. Und spricht die 26-Jährige frei.

Der Gang vor Gericht hat sich für die junge Wirtin gelohnt. Die Staatsanwaltschaft Luzern hat sie wegen eines Verstosses gegen die Covid-19-Verordnung per Strafbefehl zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt (zentralplus berichtete). Dagegen wehrte sich die Betreiberin der «Fläckebar». Und bekommt nun recht.

Die Polizei warf Sarina Conti vor, sie habe während des Lockdowns auf der Terrasse zwei Gäste bedient und ihnen Bier in einem Plastikbecher ausgegeben. Die Wirtin räumte vor Gericht zwar ein, dass zum Zeitpunkt der Polizeikontrolle zwei Leute auf der Terrasse gewesen seien.

Aber: «Das waren keine Gäste und sie hatten auch das Bier nicht von uns», wie sie dem Einzelrichter versicherte. Vielmehr habe sie den beiden explizit gesagt, dass sie ihre Getränke woanders konsumieren müssen. Sie selber sei nur auf der Terrasse gewesen, um einem älteren Gast das Take-away-Regime zu erklären.

In der Slideshow erzählt die junge Frau in eigenen Worten ihre Version der Geschichte.

Für die Slideshow wurden Archivbilder der Fläckebar verwendet.

Es könnte so oder auch anders gewesen sein

Der Einzelrichter kommt zum Schluss, dass sich das Ganze so zugetragen haben könnte, wie es die Beschuldigte in ihrer Befragung geschildert hatte. Es lägen «erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel vor», dass sich die Sache so abspielte, wie die Staatsanwaltschaft dies behauptet hatte.

In Anwendung des Grundsatzes «im Zweifel für den Angeklagten» müsse die Frau freigesprochen werden, heisst es in der Kurzbegründung des Urteils.

Für Sarina Conti dürfte der Entscheid eine grosse Erleichterung sein. «Das Strafverfahren ist für mich sehr belastend», sagte sie nach der Gerichtsverhandlung gegenüber zentralplus. Zumal die angedrohte Busse fast der Hälfte ihres monatlichen Netto-Einkommens entsprochen hätte. Die Wirtin war bislang für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

Dieser Artikel hat uns über 150 Franken gekostet. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

1 Kommentare
  1. Roli Greter, 15.11.2020, 09:15 Uhr

    Gratuliere Frau Conti!

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF