Staatsanwaltschaft klärt die Vorwürfe gegen die Luzerner Polizei
  • Gesellschaft
Die Frau hatte am Bahnhofplatz gegen die Corona-Massnahmen demonstriert, als sie verhaftet wurde. (Bild: Gabriel Ammon/Aura)

Verhaftung nach unbewilligter Demo Staatsanwaltschaft klärt die Vorwürfe gegen die Luzerner Polizei

2 min Lesezeit 2 Kommentare 04.06.2020, 11:56 Uhr

Nach einem Polizeieinsatz auf dem Bahnhofplatz in Luzern hat eine ehemalige Luzerner Kantonsrätin schwere Vorwürfe gegen die Luzerner Polizei erhoben. Die Polizeileitung hat beschlossen, den Fall an die Staatsanwaltschaft zur Untersuchung weiterzuleiten. 

Bei einem Polizeieinsatz am letzten Samstag auf dem Bahnhofplatz ist die ehemalige Kantonsrätin Heidi Joos festgenommen worden. In einem offenen Brief hat sie danach gegen die Polizei sowie gegen die handelnden Polizistinnen und Polizisten konkrete strafrechtliche Vorwürfe erhoben (zentralplus berichtete).
 
Die Leitung der Luzerner Polizei hat jetzt von sich aus den Fall an die Staatsanwaltschaft Luzern weitergeleitet. Sie soll klären, ob die Polizistinnen die Frau tatsächlich falsch behandelt haben. «Es ist uns ein grosses Anliegen, die erhobenen Vorwürfe unabhängig zu klären, ohne bereits eine Vorverurteilung vorzunehmen», wird Kommandant Adi Achermann in einer Mitteilung zitiert.

Haben sich die Polizisten strafbar gemacht?

Aufgrund des laufenden Verfahrens kann die Luzerner Polizei zurzeit keine weiteren Stellungnahmen zu diesem Fall abgeben.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft bestätigt, dass die Luzerner Polizei eine «Selbstanzeige» angekündigt hat. Das heisst, dass sie die Staatsanwaltschaft bittet, die erhobenen Vorwürfe auf ein allfälliges strafrechtlich relevantes Verhalten zu klären. «Die Staatsanwaltschaft wird nach Eingang dieser Anzeige prüfen, ob sich die Polizisten im Umgang mit Frau Joos strafrechtlich relevant verhalten haben», sagt Sprecher Simon Kopp.

Interne Untersuchung könnte folgen

Die Staatsanwaltschaft habe jedoch nicht die Aufgabe, über die Verhältnismässigkeit des Polizeieinsatzes zu urteilen. Dies kann allenfalls mittels einer Administrativuntersuchung geprüft werden.

«Ob eine solche nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen eingeleitet wird, ist noch offen», sagt dazu Polizeisprecher Christian Bertschi.

Heidi Joos soll eine Polizistin gebissen haben

Gegen die ehemalige Kantonsrätin läuft ebenfalls ein Strafverfahren – und zwar wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden. Sie soll bei der Polizeikontrolle eine Polizistin gebissen haben. Heidi Joos streitet diesen Vorwurf nicht ab, wie das «Regionaljournal Zentralschweiz» berichtet. 

Sie selber habe jedoch bei der Festnahme ebenfalls ein blaues Auge davon getragen. Sie sei mit der Kundgebung für ihre Rechte eingestanden.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

2 Kommentare
  1. estermap, 05.06.2020, 06:49 Uhr

    Leser Grüter hat nicht mitbekommen, dass die Polizei bei der SA eine Selbstanzeige eingereicht hat.

  2. Roland Grüter, 04.06.2020, 17:52 Uhr

    Ehemalige Kantonsräte/innen haben kein Anrecht auf Sonderbehandlung. Es ist heute wohl gegeben, gegen die Polizei zu wettern, auch wenn von der betreffenden Person geltende Bestimmungen/Verordnungen ignoriert werden. Billiges Theater!

Abonniere den Newsletter

Und erhalte unsere Post ganz nach Deinen Bedürfnissen und Wünschen: Täglich oder wöchentlich.