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Vor ihrer Haustür steht die grösste temporäre Arena der Welt
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Theres und Fritz Schnarwiler wohnen nur einen Steinwurf vom ESAF-Gelände entfernt. (Bild: wia)

Wie es ist, mitten im ESAF-Zirkus zu wohnen Vor ihrer Haustür steht die grösste temporäre Arena der Welt

3 min Lesezeit 06.08.2019, 07:39 Uhr

Die meisten Zuger bekommen die Vorbereitungen fürs Eidgenössische Schwing- und Älplerfest kaum zu spüren. Anders das Ehepaar Schnarwiler. Ihr Bauernhaus steht kaum einen Steinwurf von der Arena entfernt. Trotzdem – oder erst recht darum – wollen sie das Fest hautnah miterleben.

Ein Glück, dass sich das Ehepaar Schnarwiler für den Schwingsport interessiert. Das Haus, in dem sie wohnen, steht nämlich direkt neben dem ESAF-Gelände, auf dem in drei Wochen Hunderttausende Menschen erwartet werden. Der Blick aus dem Stubenfenster geht direkt auf die riesige Arena, davor, wenige Meter neben dem Garten der Schnarwilers, werden die Lebendpreise am ESAF untergebracht.

Hoselupf

«Wir hoffen, dass uns dieser neue Stall etwas vom Lärm abschirmt», sagt der pensionierte Landwirt Fritz Schnarwiler. Und merkt gleich selber, dass das wohl eine Illusion sein wird. Denn nicht nur die Arena, sondern auch drei Festbeizen befinden sich in unmittelbarer Nähe. «Dem Lärm des ESAFs können wir wohl nicht ausweichen.» Die Strategie der beiden deshalb: Rein ins Getümmel.

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«Die Allerbösesten der Schweiz kennen wir natürlich.»

Theres Schnarwiler, direkte ESAF-Nachbarin

«Klar gehen wir ans Fest. Ich habe mich bewusst nicht als Helfer gemeldet, denn ich will das ESAF hautnah erleben», so der Senior. Denn zweifellos wird es für das Ehepaar ein aussergewöhnliches Erlebnis werden. «Das grösste Schwingfest, an dem wir dabei waren, war das Innerschweizerische in Cham vor wenigen Jahren», sagt Theres Schnarwiler. «Die Allerbösesten der Schweiz kennen wir natürlich trotzdem», ergänzt sie.

Das Ehepaar, das bis vor einem Jahrzehnt noch 10 Hektaren Land in der Umgebung gepachtet hatte, wohnt heute zur Miete im Baarer Unterochsenhof an der Grenze zu Zug.

Der Stall, in dem die Lebendpreise untergebracht werden, liegt direkt neben dem Bauernhof.

Viel Staub aufgewirbelt

Dass das Eidgenössische einst vor der eigenen Haustüre stattfinden würde, ist dem Ehepaar schon seit einigen Jahren bekannt. «Trotzdem konnten wir uns das lange nicht vorstellen», sagt Theres Schnarwiler.

Doch jetzt wird die Angelegenheit sehr real. Vor einiger Zeit wurde der Platz geebnet. «Damals war die Zufahrtsstrasse noch nicht asphaltiert, weshalb durch den Verkehr viel Staub aufgewirbelt wurde», sagt Theres Schnarwiler. In dieser Zeit sei es mühsam gewesen, die Wäsche zum Trocknen hinauszuhängen, weil alles schmutzig wurde. «Ausserdem hatte unser Zufahrtsweg ganz schön unter den schweren Fahrzeugen gelitten.» Gerade für die Enkelkinder, welche mit ihren Eltern ebenfalls im Bauernhaus leben, sei dies mühsam gewesen. Sie müssen nämlich mit dem Velo zur Schule. Eine Meldung beim OK habe jedoch Wunder bewirkt. Die Strasse wurde wenig später ausgebessert.

Als einfache Mieter erhalten sie keine Entschädigung

Unverhofft ruhig sei es hingegen beim Aufbau der Arena zugegangen, sagt der Senior. «Höchstens ein Hämmern hört man zwischendurch. Es ist erstaunlich.» Dafür kämen nun vermehrt Passanten, Velo- und Autofahrer vorbei, die sich ein Bild der Tribüne machen wollen. «Dass es die Leute interessiert, ist ja klar. Wir würden vielleicht dasselbe machen.»

Immerhin ist der Heimweg vom ESAF schön kurz.

Eine Kompensation für die Unannehmlichkeiten habe man als einfache Mieter nicht erhalten. «Man hat wohl nicht realisiert, dass wir hier so nahe wohnen, weil wir keine Grundeigentümer sind», erklärt Theres Schnarwiler. «Doch auch hier reagierte das ESAF-OK sehr schnell, nachdem wir uns an dieses gewandt hatten. Sie haben uns sofort Tickets zur Verfügung gestellt», freut sich der ehemalige Landwirt. Er und seine Frau nicken eifrig. «Wir sind im Grossen und Ganzen sehr zufrieden.»

Massnahmen gegen ungebetene Schwingfans in der Scheune

Auch wenn die Freude gross ist, hat das Ehepaar beschlossen, das Gebäude während des Festes abzuzäunen. «Nicht, weil wir uns davor fürchten würden, dass jemand mutwillig etwas kaputt macht, Schwinger sind grundsätzlich ein friedliches Volk», sagt der Rentner. Und seine Frau ergänzt: «Doch wenn das Fest bis morgens um 3 Uhr andauert und dann einer in der Scheune einen Schlafplatz sucht und vielleicht noch einen Stumpen raucht, dann kann es dumm laufen.»

Das Ehepaar Schnarwiler lebt auf dem Unterochsenhof in Baar. Gleich neben der Schwing-Arena.

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