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Vor 20 Tagen wusste Centerleiter Wengeler noch von nichts
  • Wirtschaft
Micha Federle, Jan Wengeler und Kim Gerlacher freuen sich über die neue Mall-Attraktion. (Bild: les )

Die Mall of Switzerland tauscht ihr Management aus Vor 20 Tagen wusste Centerleiter Wengeler noch von nichts

3 min Lesezeit 27.11.2018, 18:02 Uhr

Es rumpelt bei der Mall of Switzerland. Centerleiter Jan Wengeler wird durch Peter Triner ersetzt. Das überrascht, noch kürzlich äusserte sich Wengeler euphorisch über die Zukunft des Einkaufstempels. 

Über 10’000 Gäste besuchten die Mall of Switzerland im ersten Jahr pro Tag. Der Start sei gelungen, erklärte Centerleiter Jan Wengeler euphorisch am 8. November an der einjährigen Geburtstagsfeier des Einkaufstempel (zentralplus berichtete). Voller Elan und Enthusiasmus prognostizierte Wengeler, wie die Symbiose aus Shoppen und Erleben auch in Zukunft funktionieren werde.

Jetzt, knapp drei Wochen später, gehen Wengeler und die Mall getrennte Wege. Mit Peter Triner übernimmt ein neuer Mann (zentralplus berichtete). In seiner beruflichen Karriere bekleidete der 60-jährige Zentralschweizer unter anderem führende Positionen bei namhaften Unternehmen wie etwa dem Dessous-Hersteller Triumph oder auch bei der Bernina Schweiz AG. Triner stand diesen Dienstag nicht für Fragen zur Verfügung.

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Dass Wengeler geht, überrascht doch sehr. Im persönlichen Gespräch gab er sich anlässlich der Feier sehr optimistisch. Die leeren Einkaufsflächen sah er als Chance für neue Konzepte mit viel Platzbedarf – alles war super, das Leben in der Schweiz schien ihm zu gefallen. Es war überhaupt nichts davon zu spüren, dass sein Engagement in Kürze zu Ende gehen könnte. «Die Entscheidung, mich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen, hat sich damals noch nicht abgezeichnet», erklärt Wengeler denn auch auf Nachfrage von zentralplus. 

Ging Wengeler in freien Stücken?

Nun erklären die Mall-Verantwortlichen in einer Mitteilung: Hintergrund des Wechsels sei die kontinuierliche Weiterentwicklung der Prozesse und Strukturen der Mall of Switzerland mit dem Ziel, Service und Angebot für Mieter und Besucher laufend zu verbessern. In diesem Zuge sei geplant, die Center- und Asset-Management-Aktivitäten 2019 in einer Hand zu bündeln. Der bisherige Leiter der Mall, Jan Wengeler, hat sich im Kontext der bevorstehenden Veränderungen entschieden, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Er übergibt seine Funktion zum 1. Januar 2019.

Centerleiter Jan Wengeler ist mit dem ersten Jahr zufrieden.

Centerleiter Jan Wengeler ist mit dem ersten Jahr zufrieden.

Der Entscheid muss kurzfristig gefallen sein. Wengelers bisherigem Auftraggeber CBRE wurde das Mandat der Centerleitung entzogen – Wengeler wurde überflüssig. Respektive er konnte sich mit den Änderungen nicht mehr abfinden. Ob er nun den Bettel hinschmiss oder vor die Tür gesetzt wurde, wird nicht eindeutig kommuniziert.

Die Surfwelle war Wengelers Highlight

Auf die Frage, ob er das Ende seines Engagements geahnt hatte, sagt er ausweichend: «Wir hatten im Zuge des Jahresrückblicks die Organisationsstruktur kritisch hinterfragt. Als dann der Firmen-Wechsel für das Centermanagement entschieden wurde, nutzte ich die Gelegenheit, um mich beruflich neu zu orientieren», erklärt Wengeler.

Wengeler sagt: «Ich blicke auf eine für mich persönlich sehr ereignisreiche und spannende Zeit zurück. Die Mall of Switzerland hat sich erfolgreich zum festen Bestandteil der Zentralschweiz entwickelt, einem Ort der Begegnung, wo jung auf alt, Einheimische auf Touristen und Shopper auf Surfer treffen.»

Die Surfwelle hatte es Wengeler besonders angetan, das merkte man bei der Eröffnung, als er barfuss Interviews gab und sich selbst aufs Surfbrett begab. «Genau diese Vielfalt ist der zentrale Erfolgsfaktor der Mall. Der Start ist gelungen, das steht ausser Frage», so Wengeler abschliessend.

Einziger Wermutstropfen für den Deutschen war die teils negative Berichterstattung – daraus machte er nie einen Hehl. Er verglich die Mall of Switzerland mit einem neuen wunderschönen Auto. Alles passe für den Käufer – die Freude sei gross, doch dann kämen Nörgler daher und würden sich über Kleinigkeiten, wie das zu laute Schliessen einer Tür beklagen.

 

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