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Von Ungewissheit zu purer Begeisterung: Bear’s Den ziehen Publikum in den Bann
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«We would also play for ten people», so die Jungs. (Bild: Marco Masiello)

Bear’s Den am Blue Balls Von Ungewissheit zu purer Begeisterung: Bear’s Den ziehen Publikum in den Bann

3 min Lesezeit 27.07.2019, 12:12 Uhr

Bear’s Den spielten im Konzertsaal des KKL im Rahmen des Blue-Balls-Festivals. Das Publikum schien angetan von der Band, obschon die Reihen bei weitem nicht gefüllt waren.

Alles ist dunkel, ein tiefer Bass ertönt. Die Spannung im Publikum ist zu spüren. Eine gewisse Ungewissheit liegt in der Luft, was denn nun zu erwarten ist.

Das noble Setting passt so gar nicht zu einem rassigen Folk- und Indieabend und doch verleiht die Umgebung dem Konzert seine ganz eigene Note. Als dann die sechs Jungs auf die Bühne treten, ist die Aufmerksamkeit ganz nach vorne gerichtet. Zu Beginn scheint alles sehr statisch, wenig bewegt sich – weder das Publikum noch die Band. Als die Band ohne Mikrofon singt, wird es noch stiller.

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Das Publikum tanzt und klatscht

Doch die Stille ist nicht von Dauer – das Publikum wird freudiger und es stehen erste auf. Bis dann der ganze Saal steht, tanzt und klatscht. Der Frontsänger versichert: «We have some more Songs.» Das Publikum kommt in Laune.

Die Band erinnert an Mumford and Sons – sechs Jungs mit Hemden und Bart, viel Gitarre und Folk. Doch allein die Klänge des Synthesizers durchbrechen das Schema der ebenfalls aus London stammenden Band. Sie verleihen der Musik einen neuzeitigen Stil und machen es zu ihrem Eigen.

Ohne viel Blabla

Dass sie auch ganz sinnlich können, zeigen sie, als sie ohne Mikrofon ihren nächsten Song spielen. Alles scheint ganz intim, die Band steht dicht beieinander und die klare Stimme des Frontsängers füllt den ganzen Saal. Auch in den hintersten Reihen ist die Musik gut zu hören.

Viel erzählen die Jungs aus Grossbritannien nicht. Ihre Ansagen sind kurz und klar. Dafür wirkt das flüchtige «Thank you» umso glaubwürdiger. Musikalisch aber trumpfen sie umso mehr auf, sie spielen alle möglichen Instrumente. Immer wieder werden Gitarren ausgetauscht, der Pianist wechselt zwischen Gitarre und Klavier und sogar der Perkussionist tauscht bei einigen Songs das Schlagzeug gegen eine Trompete ein.

Auch ein Banjo begleitet die Stücke ab dem mittleren Teil des Konzertes, welches den Songs ihren ganz eigenen Klang verleiht und ebenfalls ein wenig an Mumford and Sons denken lässt.

Ein begeistertes Publikum

Fast schon ganz zum Schluss kommen sie mit ihrem bekanntesten Stück «Agape», bei welchem doch bereits die einen und anderen mitsummen.

Die Band verabschiedet sich mit einem wunderschönen, ebenfalls ohne Mikrofon gesungenen Folksong, welcher wieder Ruhe in den Saal des KKL bringt und die Menge verstummen lässt.

Die Ungewissheit des Beginns hat sich gewandelt in Begeisterung – viele bleiben noch sitzen, sie scheinen ein wenig traurig, dass das Konzert schon vorbei ist.

Obschon die Jungs hierzulande noch eher unbekannt sind und sie in Grossbritannien wohl meist vor grösserem Publikum spielen, haben sie es geschafft, die Konzertreihen zu begeistern und zum Tanzen zu bringen. Sie versichern zum Schluss: «We Would also play for ten people.»

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