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Von toll bis mies – die «Ufschötti» im EM-Check
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Vor Spielbeginn war das Wetter noch gut und die Fans wagten sich unter freien Himmel. (Bild: les )

zentralplus stürzt sich in Luzerner Public Viewing Von toll bis mies – die «Ufschötti» im EM-Check

4 min Lesezeit 16.06.2016, 11:42 Uhr

Das EM-Fieber grassiert nicht nur in Frankreich, sondern auch in Luzern. Getrübt wird es jedoch vom schlechten Wetter, wie zentralplus hautnah beim Public Viewing bei der Ufschötti miterlebte. Auch sonst gibt es für die Organisatoren noch Verbesserungspotential.

Wer irgendwie konnte, machte diesen Mittwoch früher Feierabend. Denn die Schweizer Nati spielte um 18 Uhr ihr zweites Gruppenspiel der EM gegen Rumänien. Zweite Spiele liegen der Schweiz nicht besonders: Bei den letzten beiden Turnieren gewann man das erste Spiel, wie auch 2016, verlor jedoch das zweite jeweils sang- und klanglos. Und dieses Jahr, ich nehms vorweg: Kam es etwas besser. Die Schweiz holte gegen ein schwaches Rumänien zumindest ein 1:1.

Doch beginnen wir von vorne. zentralplus nahm für dieses Spiel das Public Viewing bei der Ufschötti unter die Lupe. Schliesslich gefällt die Stimmung unter den Bäumen direkt am See, und man tut in der liebevoll eingerichteten Fussballarena erst noch etwas für den guten Zweck – der Erlöss fliesst an Strassenkinderprojekte. Trotzdem war nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wie diese sechs Gefühlslagen während des Spieles zeigen.

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1) Vorfreude

Mit einem Sieg würde die Schweiz die K.o.-Runde erreichen. Motivation genug, sich das Spiel anzuschauen. Das Public Viewing auf dem Kiesplatz bei der Ufschötti war trotz schlechter Wetterprognosen mit 300 bis 400 Fans entsprechend gut besucht. Wirklich farbenfroh präsentierte sich das Publikum allerdings nicht. Nur wenige schmissen sich in Nati-Shirts oder hatten Fahnen und Schals dabei. Trotzdem war die Anspannung spürbar, als der Anpfiff bevorstand. Sehr patriotisch war das Publikum allerdings nicht drauf. Zur Hymne erhob sich niemand, niemand sang mit. Wobei «wir Schweizer» diesbezüglich eh recht temperiert unterwegs sind.

 

2) Nasse Verzweiflung

Das Spiel begann. Und mit dem Startpfiff setze in Luzern auch Nieselregen ein. Am Anfang zumindest: Schon bald blitzte und donnerte es am Himmel, und ein Platzregen vertrieb alle Fussballfans ins schützende Zelt. Nur ganz wenige, ausgerüstet mit Pellerinen und Schirmen trotzten dem Hundewetter.

Positiver verlief das Spiel. Die Schweiz startete schwungvoll in die Partie und erarbeitete sich schon bald gute Chancen. Allerdings sündigte insbesondere der Mann aus Sursee, Haris Seferovic, einmal mehr im Abschluss. Das sah dann so aus:

 

Und gleichzeitig in Luzern:

 

3) Unverständnis und Ernüchterung

Schon kurze Zeit später fiel der zweite Luzerner auf dem Spielfeld negativ auf. Der Adligenswiler Stephan Lichtsteiner verursachte einen Penalty. Und einen sehr dummen obendrein. Kopfschütteln war bei den Fussballfans angesagt, denn für die Rumänen ergab sich nun die grosse Chance zum Führungstreffer, welche sie auch nutzen konnten. Das musste mancher Fan erst mal mit einem grossen Schluck Bier herunterspülen.

 

4) Hunger und Ärger

Dann war Pause. Erstaunlicherweise war das Spiel gar nicht so Gesprächsthema. Man war sich einig: Gut gespielt, Tor nicht getroffen, dummes Gegentor kassiert, weitermachen. Das leibliche Wohl war manch einem Gast wichtiger. Kurz vor sieben war der optimale Zeitpunkt für einen kurzen Imbiss. Doch aus kurz wurde lang. Satte 25 Minuten mussten wir für eine Kalbsbratwurst anstehen. Das Konzept der Veranstalter funktionierte nur mangelhaft. Auch vor dem Flammkuchen-Container bildete sich eine lange Schlange. Und der grösste Witz am Ganzen: Für ein kühles Bier musste man noch extra anstehen. Immerhin schmeckte die Wurst ausgezeichnet. Und auch der Wettergott hatte bald darauf ein Einsehen, man konnte wieder draussen sitzen.

 

5) Erwartung und Freude

Die grosse Frage zu Beginn der zweiten Halbzeit war: Wann wird Supertalent Breel Embolo eingewechselt? Dem 19-jährigen FC-Basel-Star traute das gesamte Luzerner Publikum am ehesten den Ausgleichstreffer zu. Doch Embolo blieb vorerst draussen. Immerhin kämpfte die Schweizer Mannschaft auch ohne ihn weiter. Und erlöste schliesslich in der 56. Minute die ganze Schweiz. Auch in Luzern rissen die Fans begeistert die Arme in die Höhe und bejubelten das Hammertor des Mazedoniers Admir Mehmedi (Leverkusen).


 

6) Ratlosigkeit

Mit dem Ausgleichstreffer kehrte die Hoffnung spürbar zurück, dass die Schweiz die Partie noch gewinnen könnte. Nur schon bei kleinsten Ansätzen von Torchancen wurde die Spannung auf der Ufschötti grösser: Die Luzerner wären zum Siegestorjubel bereit gewesen. Doch die Erlösung blieb aus. Und so erklang der Schlusspfiff und niemand wusste so recht, ob man sich nun über diesen einen Punktgewinn freuen sollte oder nicht. Die Ausgangslage mit vier Punkten präsentiert sich gut, die Schweiz steht mit einem Bein im Achtelfinal. Doch gegen diesen Gegner wäre mehr dringelegen, waren sich alle Anwesenden einig.

 

Fazit: Gemeinsam im Public Viewing auf der Ufschötti ein Nati-Spiel zu schauen, ist auf alle Fälle lohnenswert. Wirkliche Stimmung inklusive Fan-Gesängen kam bei unserem Besuch allerdings nicht auf. Geschuldet war dies bestimmt auch dem schlechten Wetter. Bei Sonnenschein würden wohl viel mehr Gäste den Weg vor die Leinwand finden – bis zu 800 Fans hätten Platz –, und auch die Bierzapfsäule hätte mehr zu tun. Es bleibt zu hoffen, dass sich dadurch die Wartezeiten am Grillstand nicht noch weiter verlängern würden. Und auch, dass die Luzerner Fussballfans noch viele Spiele der Schweizer Nati an der diesjährigen EM zu Gesicht bekommen.

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In unserer Bildergalerie sehen Sie weitere Impressionen vom Public Viewing bei der Ufschötti:

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