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Von Strassenkötern und Königspaaren
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Auch QueenKong aus Luzern haben sich für die Ausstellung im Neubad an dessen Wänden ausgetobt. (Bild: jav)

Wer stellt denn so im Neubad aus? Von Strassenkötern und Königspaaren

4 min Lesezeit 25.10.2015, 05:00 Uhr

Das Neubad als riesige Galerie – das Festival «Neusicht» zog nicht nur hunderte Besucher an, auch die ausstellenden Künstler kamen in Scharen. Wir haben uns einige herausgepickt und sie vor ihren Werken befragt.

Das Neubad platzt aus allen Nähten. Für das Festival «Neusicht» hat der Verein «Viva con Agua» zahlreiche internationale Künstler eingeladen, welche seit Tagen das alte Hallenbad bevölkern und verschönern.

Eine bunte Mischung verschiedenster Stile und Strassenkünstler hat sich dabei zusammengefunden. Und nicht wenige sind für den Event angereist. zentral+ hat mit fünf von ihnen vor ihren Werken geplaudert.

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Stark

Thomas Koch alias Strassenköter und Frau Meier aus Hamburg haben im Neubad gleich einen ganzen Raum gestaltet. Ihre Bilder-Serie heisst «A piece of paper called passport» und poträtiert Lampedusa-Flüchtlinge mit dem deutschen Pass. «Es geht uns darum, auf die Situation der Flüchtlinge hinzuweisen und zum Nachdenken anzuregen», erklärt Koch. Eine Arbeit, die Fotografie und Strassenkunst verbindet.

Das Festival im Neubad hat es ihnen angetan. «Es ist ein starker, buntgemischter Haufen hier. Gute Leute, gute Stimmung, guter Ort», schwärmt der 29-jährige Künstler. «Stark» – das ist sein Wort für den Anlass und die Stimmung im Haus.

 

Keine Fragen erwünscht

Rebelzer, ebenfalls aus Hamburg angereist, macht seinem Namen alle Ehre. Die ersten Fragen werden schmunzelnd mit «Geht dich gar nichts an» und «Darüber darf ich nicht reden» beantwortet.

«Ich fühle mich als Hamburger sehr geehrt, hier mit dabei zu sein.»

Doch dann kommt er doch ins Plaudern. Die Stimmung im Neubad sei grossartig und die Gastfreundschaft überwältigend. «Ich bin seit einer Woche da und habe noch keinen Franken ausgegeben», lacht er und korrigiert: «Nein, stimmt nicht ganz, eine Pizza für 37 Franken.»

Seine Arbeiten als Strassenkünstler sind in Hamburg stadtbekannt. Auch am St. Pauli Stadion hat er sich gross verewigt. «Ich finde es toll, dass Viva con Agua nun in Luzern ein Pendant zur Millentorn Gallery in Hamburg aufgezogen hat. Und als Hamburger fühle ich mich natürlich sehr geehrt, hier mit dabei zu sein und mitzubekommen, wie es hier beginnt.»

 

Auch QueenKong aus Luzern haben sich für die Ausstellung im Neubad an dessen Wänden ausgetobt.

(Bild: jav)

Kein Schlaf für QueenKong

Das Künstlerpaar QueenKong aus Luzern ist dem Verein Viva con Agua schon seit Jahren verbunden. «Wir haben schon mehrere Projekte und gemeinsame Reisen hinter uns», sagt Vero Bürgi. Sie und Marco Schmid sind auch in Luzern schon lange keine Unbekannten mehr. Die Dame von der «Himmelrich»-Zwischennutzung ist ebenfalls aus den Pinseln des Künstlerpaares geflossen.

«Es war Chaos pur.»

Die beiden freuen sich, dass nun weitere Flächen für Kunst im Neubad entstehen. «Der Ort hier passt perfekt zum Anlass. Inhaltlich aber auch von den Räumlichkeiten her», so Schmid.

Doch die beiden sind nicht nur als Künstler eingespannt. «Es ist eine irre Woche. Wir haben Rebelzer und Björn Holzweg bei uns zuhause einquartiert.» Eine Woche mit sehr wenig Schlaf liegt hinter den beiden. «Es war Chaos pur und einfach toll», lacht Bürgi.

 

Raubtiere in der Stadt

«Ich habe nur Lob für das Team», sagt Björn Holzweg als Erstes. Der 36-jährige Hamburger erlebte eine Woche voller Improvisation. «Ich habe mein gesamtes Konzept über Bord geworfen, da meine erste Idee in Kombination mit den anderen Werken im Raum nicht funktioniert hat.»

Die Arbeiten Holzwegs drehen sich oft um Tiere. «Vor allem Raubtiere sind mein Thema. Ich finde es ein interessantes Spannungsfeld, diese Tiere in einen urbanen Raum zu setzen», erklärt Holzweg.

Luzern werde ihm auf jeden Fall in guter Erinnerung bleiben. «Wir haben die Leute und den Anlass sehr genossen.» Und Luzern kann seine Arbeit nicht nur im Neubad weiterhin geniessen: Gemeinsam mit Rebelzer hat er sich gleich noch in der Nähe des Seetalplatzes an einer Wand verewigt.

 

Etwas tun

Oibel kommt aus Zürich. Er ist mit drei Bildern an der Ausstellung im Neubad beteiligt. «Rainbow Arms» heisst die Arbeit, vor welche er sich sofort stellt.

Oibel ist vor allem vom Raum und der Ausstellung begeistert. «Dieses ehemalige Hallenbad ist der perfekte Ort – der Event passt so gut hier rein.»

Mit dabei ist er bei dem Event aus Überzeugung: «Wir wissen alle, dass die Ressourcen auf der Welt unfair verteilt sind. Und wann immer ich etwas Kleines dazu beitragen kann, um das zu ändern, dann bin ich dabei.»

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