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Von sprudelnden Steuerquellen und maroden Schulhausfassaden
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Für eine gute Million Franken kauft die Gemeinde Cham den Schulhauspavillon Röhrliberg, um einen Teil der Engpässe in der Schule Kirchbühl zu decken. (Bild: zvg)

Einstimmigkeit bei Chamer Gemeindeversammlung Von sprudelnden Steuerquellen und maroden Schulhausfassaden

3 min Lesezeit 03.12.2018, 23:09 Uhr

Cham geht es gut. Die Steuereinnahmen sprudeln, das Budget 2019 ist mehr als ausgeglichen. Und 255 Stimmberechtigte sind sich auch bei allen anderen Geschäften rundum einig. Nur ein Beitrag brachte die vorweihnachtliche Harmonie an der Gemeindeversammlung vom Montag kurz ins Wanken.

 

Lag es an der Vorfreude auf die vielen leckeren Guetzli beim traditionellen Adventsumtrunk im Anschluss an die Gemeindeversammlung? Oder lag es daran, dass montags im Zentrum der 15’000 Einwohnergemeinde offensichtlich fast keine einzige Beiz offen ist? Man mag es nicht mit letzter Sicherheit beschwören.

Fast alle Traktanden einstimmig abgesegnet

Auf jeden Fall war der Montagabend eine gute Wahl für die letzte Gemeindeversammlung in der Ennetseegemeinde. Sie war mit 255 Stimmberechtigten bestens besucht. Und nicht nur das. Auch sämtliche der Traktanden wurden von den Anwesenden so gut wie einstimmig verabschiedet.

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Die Chamer erfuhren von Gemeindepräsident Georges Helfenstein und RPK-Präsident Daniel Camenzind zuerst, wie gut es um die Finanzen Chams steht. Sie skizzierten das Budget 2019 als sehr erfolgreich – 91,5 Millionen Franken in Sachen Gesamtertrag stehen knapp 90,7 Millionen Franken an Gesamtaufwand gegenüber. Macht einen Gewinn von knapp 800’000 Franken.

«Also, hinter diese Schulplanung möchte ich doch ein grosses Fragezeichen setzen.»

Markus Rast

Die Steuereinnahmen liegen um drei Millionen Franken höher als im Schnitt. Der Steuersatz bleibt bei 61 Einheiten 2019 festgesetzt. Die Ausgleichsreserven sind ebenso angestiegen wie das Verwaltungsvermögen. Und selbst die in Cham eher traditionell schwächelnd Steuer zahlenden juristischen Personen, also Firmen, die nur ein Viertel der gesamten Steuerzahler in Cham ausmachen, haben Mehreinnahmen generiert.

Aufmerksame Besucher an der Chamer Gemeindeversammlung.

Aufmerksame Besucher an der Chamer Gemeindeversammlung.

(Bild: woz)

Kein Wunder, dass die 255 Stimmbürger dem Gemeinderat da in Sachen Budget einstimmig die Absolution erteilten. Da wirkte dann der Beitrag von Markus Rast, jenem kritischen Chamer Zeitgenossen und fleissigem Dauerwortmelder, in der Gemeindeversammlung schon fast verstörend. Machte er doch den Gemeinderat auf das marode Dach und die farbabblätternden Fassaden an der Schule Städtli 2 aufmerksam. Doch dieser blockte seinen Sanierungswunsch ab.

«Also, hinter diese Schulplanung möchte ich doch ein grosses Fragezeichen setzen. Wir bilden einerseits Reserven und sind andererseits nicht in der Lage, solche Schäden sofort zu beheben – dabei geht es uns doch anscheinend so gut», bemerkte Rast und hatte dann sogar die Lacher auf seiner Seite.

Schulraum wird immer knapper

Andere Schulen wie das Schulhaus Kirchbühl platzen inzwischen fast aus allen Nähten. Grund: Nicht nur der Schulraum für die Primarschüler sondern für die Modulare Tagesschule wird mittelfristig knapp. In diesem Fall sorgte der Gemeinderat für Abhilfe.

Er kauft nun den für die Sanierung und Erweiterung der Schule Röhrliberg I 2018 aufgestellten Schulhauspavillon, der 2020 wieder frei wird, um die Platzprobleme im Kirchbühl mit 11 zusätzlichen Klassenzimmern und einem Lehrerzimmer zu entspannen. Kostenpunkt: 1,1 Millionen Franken.

Wobei der Kauf günstiger kommt, als den Pavillon zu mieten: Dafür müsste man für zwei Jahre 2,12 Millionen Franken berappen. Die Stimmbürger segneten auch dieses Geschäft – wen wundert’s – einstimmig ab.

Neue Urnenwand, neuer Veloweg, neue Abwasserrohre

Ebenso einträchtig gab das Stimmvolk an der Chamer Gemeindeversammlung sein Ja für eine neue Urnenwand für 477’100 Franken am Friedhof.

Leckere Weihnachtsguetzli nach der Chamer Gemeindeversammlung.

Leckere Weihnachtsguetzli nach der Chamer Gemeindeversammlung.

(Bild: woz)

Auch der seit Jahren zwischen einigen Grundeigentümern und der Gemeinde schwelende Streit um einen Veloweg von Friesencham in den Lorzenpark erfuhr fast eine harmonische Lösung: Der Bau- und Planungskredit in Höhe von 807’000 Franken wurde bewilligt – den Eigentümern droht dann allerdings irgendwann die Enteignung.

Endlich behindertergerechter Parkplatz im Parkhaus

Und weitere 2,5 Millionen Franken für die Siedlungsentwässerung flossen ebenso ungebremst durchs Volk – sprich: wurden abgesegnet.  

Was fast noch wichtiger scheint: Im Parkhaus Lorzensaal wird – man mag es kaum glauben – in Zukunft endlich ein behindertengerechter Parkplatz eingerichtet. Eine entsprechende Motion wurde für erheblich erklärt. Grund für diesen seit Jahren bestehenden Missstand: Das Behindertengleichstellungsgesetz bestand noch nicht zum Zeitpunkt des Baus der Parkgarage.

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