Von «Los!» bis «Abwarten»: So geht’s in Zentralschweizer Kulturhäusern weiter
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In der Schüür werden in nächster Zeit noch keine Veranstaltungen stattfinden. Noch will man auf präzisere Angaben des Bundes warten. (Bild: cat)

Angekündigte Lockerungen des Bundesrats Von «Los!» bis «Abwarten»: So geht’s in Zentralschweizer Kulturhäusern weiter

4 min Lesezeit 1 Kommentar 15.04.2021, 20:21 Uhr

Ab kommendem Montag sind wieder bis zu 50 Personen an Indoor-Veranstaltungen zugelassen. Der Entscheid des Bundesrates vom Mittwoch hat viele erstaunt. Auch wenn viele Kulturhäuser schon längst in den Startlöchern stehen. Wir zeigen, wo Kultur in welcher Form stattfindet. Und wo man abwarten will.

Nicht nur die Terrassen der Restaurants dürfen ab dem 19. April geöffnet haben. Auch Veranstaltungen sind ab Montag wieder möglich. In Innenräumen, also in Kino-, Theater- oder Konzertsälen, sind maximal 50 Personen zulässig, an der frischen Luft sind Anlässe mit 100 Personen. Dies natürlich unter Berücksichtigung bestimmter Schutzmassnahmen. So ist etwa die Konsumation während Veranstaltungen verboten, Abstände müssen wie gehabt eingehalten werden, ausserdem gilt strikte Maskenpflicht. Wie gehen die hiesigen Kulturhäuser mit den eher unverhofft schnellen Lockerungen um?

Beim Luzerner Theater lässt man sich nicht zweimal bitten. Gleich vier Premieren sollen noch im April gefeiert werden, verrät Severin Barmettler, Leiter Marketing und Kommunikation. «Wir hatten ganz klar den Anspruch, dass wir bereit sind, sobald Aufführungen wieder erlaubt sind. Deshalb haben wir stets geprobt in den letzten Monaten», sagt er.

Im Dezember vom Lockdown abrupt gestoppt

Mehr als das. Eine der geplanten Produktionen, «Das schlaue Füchslein», schaffte es letzten Dezember knapp nicht zur Premiere. «Kurz davor kam der Lockdown.» Entsprechend sei man beim Luzerner Theater nun sehr erfreut darüber, dass nun auch diese Produktion gezeigt werden kann.

«Unser Ziel ist es, dass wir möglichst viele Vorstellungen durchführen können und so möglichst vielen Leuten den Zugang zur Kultur ermöglichen», so Barmettler. Den konkreten Spielplan für den April finde man ab Freitag auf der Website des Luzerner Theaters.

Ob ausländische Künstlerinnen kommen können, ist unklar

Ähnlich euphorisch über die Lockerungen ist man beim Theater Casino Zug. «Wir sind stets spielbereit geblieben. Dennoch war der Entscheid des Bundesrats überraschend», erklärt die Medienverantwortliche, Jennifer Fluck. Man habe nun den Vorteil gehabt, dass man bereits zu Beginn der Saison abgeklärt habe, welche Formate unter welchen Schutzmassnahmen möglich seien und welche nicht. Entsprechend steht das Programm für die kommende Zeit nun bereits zu grossen Teilen. «Noch sind wir in Abklärungen mit einzelnen Kulturschaffenden bezüglich Zusatzvorstellungen.» Auch stünden noch zwei Vorstellungen bevor, bei denen die Künstler aus dem Ausland einreisen müssten. «Dort klären wir ab, ob die Einreise möglich ist», sagt Fluck.

Gewisse Formate, etwa Keynote Jazz, ein wiederkehrender Anlass, der eigentlich in der Bar stattfindet, würden wohl aus Platzgründen in den Festsaal verlegt. «Das ist insofern unproblematisch, als es gemäss aktuellem Reglement sowieso nicht erlaubt ist, während der Veranstaltungen zu konsumieren.»

Auch für das Kleintheater Luzern kam die Nachricht des Bundesrates am Mittwoch unverhofft. «Aber zum richtigen Zeitpunkt», wie das Kleintheater in einer Mitteilung schreibt. So freue man sich darauf, am kommenden Mittwoch das neue Stück «Jenseitig» des Plakatkünstler-Duos Ohne Rolf präsentieren zu können. Wie das halt geht, wenn nur 50 Tickets zu vergeben sind, ist die Premiere bereits ausverkauft.

Schüür gedenkt abzuwarten

Genau an dieser Regelung stösst sich das Luzerner Konzerthaus Schüür. Dort heisst es auf Anfrage, dass man derzeit noch abwarten wolle. Die Lockerungen seien – zum wiederholten Mal – sehr kurzfristig ausgesprochen worden und ausserdem nicht sehr präzise. Sollte sich herausstellen, dass die Konsumation bei Veranstaltungen selbst dann verboten ist, wenn sich das Publikum im Freien befindet und an Tischen sitzt, wolle man den Betrieb in der kommenden Zeit nicht öffnen, so die Geschäftsleitung des Hauses auf Anfrage.

Eine Beiz unter freiem Himmel, wie sie nach dem Lockdown letzten Frühling umgesetzt wurde, sei in nächster Zeit nicht geplant. Zu kühl und unsicher sei das Wetter derzeit.

Im Kulturzentrum Galvanik Zug beginnt man das Veranstaltungsjahr kommende Woche mit dem «Schrägen Mittwoch». Der «Viertel vor Friitig» am darauffolgenden Tag werde im Aussenbereich durchgeführt. Damit hat man für das Konsumationsproblem eine pragmatische Lösung gefunden. Die Veranstaltungen sollen ausnahmslos im Konzertsaal stattfinden, der Barbetrieb bleibt draussen. Geschäftsleiterin Eila Bredehöft sagt dennoch: «Dass man während der Veranstaltungen nicht konsumieren darf, ist natürlich sehr schade und erhöht das sowieso schon erwartete Defizit pro Veranstaltung massiv.»

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1 Kommentare
  1. mebinger, 16.04.2021, 18:12 Uhr

    Diese Lockerungen sind ganz einfach ein Witz, aber einer der schlechtesten, die ich kenne. Die Regierungen werden es noch sehr bitter bereuen den Pharmakonzernen auf den Leim gegangen zu sein und ihren Befehlen gehorcht zu haben und die Wissenschaftler, Politiker und Medien werden Jahrzehnte brauchen, bis man ihnen wieder was glaubt,

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