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Vom Scheich zum Wurstbrätler – es ist eine Kunst, alle zu bewirten
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Stilvoll und gelassen: Robert Herr, operativer Chef im Bürgenstock Resort. (Bild: les)

Der grösste Teil des Bürgenstocks ist nun eröffnet Vom Scheich zum Wurstbrätler – es ist eine Kunst, alle zu bewirten

3 min Lesezeit 15.09.2017, 14:03 Uhr

Die Bauarbeiten im Bürgenstock Resort sind zwar noch nicht ganz abgeschlossen, doch seit Donnerstag geht es vor allem darum, im Hoteldorf die Betten zu füllen und die Löhne für die bereits 420 Angestellten zu erwirtschaften. «Unsere Investoren haben Geduld», sagt Robert Herr, der General Manager des Resorts.

Endlich – nun hat auch das Herzstück des Bürgenstock Resorts eröffnet, das gleichnamige Fünf-Stern-Superior-Haus, das sich über und um die Bergstation der Bürgenstockbahn auftürmt. Robert Herr, General Direktor des Bürgenstock Resorts, wirkt entspannt und freundlich, ist mit dem Geschäft in den bereits eröffneten Teilen des Resorts zufrieden. Der Buchungsstand sei erfreulich, meint er. Er erwartet, dass 50 Prozent der Gäste aus der Schweiz kommen.

«Im Palace hatten wir bereits einige ‹full nights› und auch im Hotel Bürgenstock sind die ersten Reservationen eingetroffen.» Er spricht von Seminaren, dem ersten Ball, der über die Bühne geht, und über die neuen Angebote im Resort.

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Er erwähnt das Kino mit 90 Plätzen, in dem die Besucher in breite Ledersessel sinken. «Wir sind kein eigentliches Programmkino», korrigiert er falsche Eindrücke. Hotelgäste könnten sich dort Filme ansehen, es liesse sich auch für Gesellschaften mieten und auch anders als für Filmvorführungen nutzen. «Aber wir prüfen die Möglichkeit, Vorpremieren und spezielle Filmevents durchzuführen.»

Hergiswiler Glaswaren und Luzerner Foulards

Dann sind da noch ein neues Restaurant, das asiatische «Spices», ein gehöriger Weinkeller, mehrere Lounges. Und der Shoppingbereich, in dem eine Ladenfläche noch unvermietet, der Rest aber belegt ist: durch verschiedene Uhrenshops, aber auch durch einen geräumigen Souvenirshop des Resorts selbst. In Zusammenarbeit mit Schweizer – wenn möglich Nidwaldner und Luzerner – Herstellern und Läden verkaufen sich dort edle und hochwertige Produkte – vom Foulard über Glaswaren bis zu Schoggi-Produkten und Outdoor-Kleidern. Für den eher kleinen Geldbeutel gibt’s Sackmesser, Dallenwiler Bratchäs und Trockenwürste.

Wenn die Spa und das auf Gesundheitstourismus ausgerichtete Waldhotel in zwei, drei Monaten ihre Tore öffnet, kommt noch ein Geschäft Wellness- und Medizinalprodukte hinzu. Herr und seiner Mannschaft stehen also auch noch im nächsten Halbjahr reichliche Premierenanlässe ins Haus.

Aus der Not macht Herr eine Tugend

Ob man von der schrittweisen Eröffnung des Resorts profitiere, weil so dauernd neue Publicity entstehe, wollen wir wissen. «Nein, das steht nicht im Vordergrund», sagt Herr. Es sei einfach schwer vorstellbar, das ganze Hoteldorf auf einmal zu eröffnen. «Ausserdem lernen wir jedes Mal auch wieder dazu.»

Das Bürgenstock Hotel ist das Herzstück des neuen Resorts.

Das Bürgenstock Hotel ist das Herzstück des neuen Resorts.

(Bild: les)

Nervt den Hotelier die ewige Bauerei denn nicht? «Wir nehmen es mit Humor», meint Herr gelassen und fügt geflissentlich hinzu, dass man natürlich alles unternehme, um den Gästen ein angenehmes Erlebnis zu verschaffen. 

Unterschiedliche Besucher treffen sich

Neben Herr wurden bisher gut 420 Mitarbeiter angestellt, die für das Wohl der Gäste und Besucher sorgen. Weitere 100 werden für Waldhotel und Alpine Spa gesucht, die noch im Endausbau sind.

Ein Hoteldorf, in dem sich Luxusgäste, Seminarteilnehmer und Ausflügler, die im nahen Wald eine Cervelat braten gehen, begegnen: Ist das nicht eine Herausforderung für die Betreiber? Schliesslich werden neben den eigentlichen Hotelgästen auch noch 100’000 Tagesgäste pro Jahr erwartet.

«Wir wollen langfristig Geld verdienen.»

Robert Herr, General Manager, Bürgenstock Resort

«Jein», sagt Robert Herr. Eigentlich schon, weil diese Gruppen verschiedene Ansprüche hätten. Aber andererseits gäbe es verschiedene Bereiche, die voneinander abgegrenzt oder durch verschiedene Eingänge zu erreichen sind.

«Alles ist gut»

Wie etwa bei der geplanten Alpine Spa. «Natürlich begegnen sich Hotelgäste und Tagesgäste einmal», meint Herr. Aber die Wellnessanlage sei so weitläufig, dass sie allein mit Hotelgästen nicht ausgelastet werden könnte. «Die Öffnung des Resorts ist also durchaus Konzept.»

Wir möchten etwas zu den wirtschaftlichen Zielen erfahren, am liebsten Zahlen, genaue Rentabilitätserwartungen. Herr bleibt cool und unverbindlich. «Natürlich sind wir ein kommerzielles Projekt, wir wollen langfristig Geld verdienen. Das verlangen auch die Investoren von uns.» Jedoch seien schon in der Planungsphase Rentabilitätsberechnungen gemacht worden. Das Projekt sei durchfinanziert. «Und unsere Investoren haben Geduld», meint Herr und beruhigt: «Alles ist gut.»

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