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Vom «Palace»-Luxus ins naturnahe Kapuzinerkloster
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Will Neues im ehemaligen Kloster bewegen: Hotelier Peter Durrer. (Bild: hae)

Hotelier Peter Durrer gleist «Culinarium Alpinum» auf Vom «Palace»-Luxus ins naturnahe Kapuzinerkloster

4 min Lesezeit 1 Kommentar 18.01.2020, 16:00 Uhr

Peter Durrer war zwischenzeitlich Direktor im «Palace Luzern» und führte jahrelang die Villa Honegg. Nach seinem Abgang ist der Innerschweizer Hotelier für die im Herbst geplante Eröffnung des «Culinarium Alpinum» zuständig. Was will er mit dem Kompetenz­zen­trum der alpinen Regional­ku­li­narik bewirken?

Gross war die Freude auf die im Herbst 2020 anstehende Eröffnung des Fünfsternehotels Palace Luzern, als Direktor Peter Durrer zentralplus eine Führung durch die Baustelle gab. Gross war aber auch die Enttäuschung, als Durrer seinen Posten als Direktor abgeben musste (zentralplus berichtete).

Zuvor führte der 50-jährige Hotelier jahrelang die im Besitz einer katarischen Unternehmerfamilie stehende Villa Honegg ob Ennetbürgen mit Erfolg: Ein Video des Pools mit grandioser Aussicht einer Reisebloggerin machte das Boutiquehotel weltweit bekannt, das Restaurant und die Terrasse waren beliebte Ausflugsziele.

«Es war kein Zerwürfnis.»

Peter Durrer zu seinem Abgang beim «Palace»

Wie kam’s zum Zerwürfnis mit dem chinesischen «Palace»-Investor Yunfeng Gao? «Es war kein Zerwürfnis, sondern meine Entlassung war absehbar, als bekannt wurde, dass die internationale Hotelkette Mandarin Oriental übernehmen würde», erklärt Durrer. Denn die grossen Hotelkonsortien bringen immer ihre eigenen Direktoren in neue Häuser mit. Der neue «Palace»-Direktor ist Christian Wildhaber, langgedienter Mandarin-Oriental-Mann.

Jetzt gibt der in Horw wohnhafte Peter Durrer seit Anfang Jahr sein Wissen an ein kleines Unternehmen weiter: an das «Culinarium Alpinum» im ehemaligen Kapuzinerkloster in Stans. Das Kompetenzzentrum für regionale Lebensmittel und Gerichte aus dem Alpenraum soll nach achtzehnmonatiger Umbauzeit im September 2020 seine Tore öffnen. Durrer erklärt: «Geplant ist ein Zentrum mit Restaurant, Seminarräumlichkeiten, Festsaal und 14 Hotelzimmern. Auch einen Hofladen wird es geben.» 

Location für das «Culinarium Alpinum»: das ehemalige Kapuzinerkloster in Stans. (Bild: zvg)

Für die Koordination der Inhalte für Gastronomie und Schule ist der lange in Vitznau wohnhafte Dominik Flammer zuständig, der mit dem Luzerner Fotografen Sylvan Müller wegweisende Bücher über Lebensmittel-Hersteller im Alpenraum verfasste. Flammer hat seine Firma in Zürich, Müller betreibt nebenbei die Jazzkantine in Luzern (zentralplus berichtete).

Kulinarisches Erbe der Alpen

Dominik Flammer sagt: «Wir wollen mit all unseren Partnern auch Kurse und Seminare anbieten, in denen wir nachhaltig hergestellte Produkte sowie Rezepte weitergeben. Wir wollen eine Gastronomie weiter bekannt machen, die das kulinarische Erbe der Alpen in all seinen Facetten lebt.»

Alles soll sich um die Vielfalt des Alpenraums drehen. Kochkünstler und Schnapsbrennerinnen, Bäuerinnen und Metzger, Sommeliers und Verkosterinnen, Käseprofis und Bäckermeisterinnen werden im alten Kloster zusammenkommen.

Peter Durrer ergänzt: «Artenvielfalt und Verwertung von Saisonalem sind zwar in aller Munde, aber in der Umsetzung hapert es vielerorts. Wir wollen dies konsequent und auch in der Tiefe umsetzen.» Dabei sollen Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus ineinandergreifen. Beispiele? «Wir denken da nicht nur an Früchte und Gemüse, sondern beispielsweise auch an lokale Kräuter und Beeren oder an einheimische Öle», so Durrer. «Und wenn Tomaten nicht in Saison sind, werden wir halt Eingemachtes verwenden.»

Der Weggiser Biobauer Bruno Muff beispielsweise treibt es auf seinem Haldihof noch ein Stück weiter: Er stellt auch Seife aus regionalen Zutaten her, die später einmal im Hotel angeboten werden soll. Durrer: «Das ist doch für den Gast attraktiv – Produkte aus der Region, die er nicht schon Hunderte Male gesehen hat.»

Seine Zeit beim «Palace»-Hotel ist abgelaufen: Hotelier Peter Durrer. (Bild: hae)

Wenn Durrer das Projekt vorstellt, versprüht er Leidenschaft: «Ein komplett neues Zentrum zum Leben erwecken, und einen Betrieb von null auf gestalten zu können, ist ungemein spannend.» Der Hotelier, der über zehn Jahre an der Schweizerischen Hotelfachschule Luzern SHL als Vizedirektor tätig war, hat Zeit.

Betreiber bleibt noch offen

Durrer übernimmt bis September die Verantwortung für die Planung und Umsetzung schwergewichtig für die Gastronomie und die Beherbergung. Noch ist offen, wer ab September Betreiber der Gastronomie im «Culinarium Alpinum» sein wird. Peter Durrer könnte sich das durchaus vorstellen. Allerdings wird vorerst noch ein langjähriger Financier gesucht.

Der Bau indes ist gesichert: Bauherrin des «Culinarium Alpinum» ist die Senn Values AG. Sie investiert acht Millionen Franken in das Projekt, der Kanton Nidwalden steuert 1,1 Millionen in den Umbau. Getragen wird das Projekt von der Stiftung des kulinarischen Erbes der Alpen (KEDA), das präsidiert wird durch den Zürcher Anwalt und Hotelier Tis Prager, den weiteren Stiftungsräten Bruno Muff (Biobauer aus Weggis), Clemens Rüttimann (CEO Biotta AG aus Tägerwilen TG), Curdin Janett (Fromages Mauerhofer aus Burgdorf BE) und Dominik Flammer. Die Projektleitung untersteht Jost Huwyler und Beat Heuberger (H+H Management, Luzern). 

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1 Kommentare
  1. Conrad Wagner, 19.01.2020, 14:04 Uhr

    … die Nidwaldner brauchen diese Meldungen. Das schöpft Vertrauen in die Zukunft des Kapuzinerklosters in Stans …

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.