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Vom Luzerner Konsi zum Zauberschloss?
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Zieht 2020 ein Zauberschloss in die Villa Vicovaro ein?

Spielentwicklerin Angela Vögtli hegt grosse Pläne Vom Luzerner Konsi zum Zauberschloss?

4 min Lesezeit 13.04.2018, 04:44 Uhr

Das Konsi, der Dreilindenpark und seine Gebäude sind zur Vermietung ausgeschrieben. Bald wird die Stadt entscheiden, wer künftig im Schlösschen und drumherum einziehen darf. Ein innovatives Konzept zeigt sich nun der Öffentlichkeit und hofft auf den Zuschlag.

Luzern mit Disneyland zu vergleichen liegt durch die Touristenströme, die See- und Berglandschaft und durch die historischen, oft fast märchenhaften Gebäude, nicht so fern.

Die Villa Vicovaro im Dreilindenpark jedoch ist kein Disneyschloss wie der Gütsch oder das Meggenhorn, welches gerade eine neue Schlossherrin sucht (zentralplus berichtete). Das Schlösschen, welches seit fast 70 Jahren als Konservatorium dient, hat eine verwunschene, leicht verstaubte Optik. Doch bald könnte diese durch eine innovative Nutzung entstaubt werden.

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Ideen sind gefragt

Derzeit läuft für die Liegenschaft Dreilinden eine Ausschreibung der Stadt Luzern. Konzepte für die Nutzung nach 2020 können noch bis am 23. April eingereicht werden. zentralplus hat mit einigen Ideen vorgelegt (zum Artikel). Nicht sehr weit von einigen träumerischen Ideen ist ein Konzept, welches in wenigen Tagen bei der Stadt Luzern auf dem Pult liegen wird.

«Wir wollen Luzern mehr Spielraum geben.»
Angela Vögtli, Spieleentwicklerin und Grafikerin aus Luzern

Die innovative Luzerner Grafikerin und Spieleentwicklerin Angela Vögtli hat sich gemeinsam mit ihrem Partner Jêrome Müller entschieden, die Ausschreibung als Aufforderung zu verstehen. «Wir wollen Luzern mehr Spielraum geben», sagt Vögtli bewusst zweideutig. Etwas, das der Massenabfertigung entgegenstehe.

Bei einer Party zeigte sich, dass sich auch der umtriebige Luzerner Gastronom Stefan Chiovelli und der Zauberkünstler Luc Meyer ein Konzept überlegt hatten. Schnell sei klar geworden, dass ein Zusammenschluss der Ideen bei den Projekten die gesuchte Ergänzung bringe. Ein Institut für Spielkultur, ein magisches Event- und Gastronomiekonzept – die Idee war geboren. «Es passt, ergänzt sich, ergibt ein rundes Bild», so Vögtli.

Angela Vögtli erhielt für ihr Gesellschaftsspiel «Kampf dem Bünzlitum» viel Lob.

Angela Vögtli erhielt für ihr Gesellschaftsspiel «Kampf gegen das Bünzlitum» viel Lob.

(Bild: giw)

Spielraum für alle

Die Idee: Ein «Zauberschloss» soll es werden. Ein Institut für Spielkultur, ein Ort für Magie, für Familien, für Feste und Wein. Auf den ersten Blick hat der Logo-Entwurf im Konzept etwas Spielerisches, fast Kindliches. Vögtli: «Wir wollen einen explizit familienfreundlichen Ort schaffen. Ein Ort für Spielkultur – für Kinder und Erwachsene. Auch der Park soll belebt und durch einen Spielplatz ergänzt werden.»

Die Hauptattraktion soll das interaktive Museum mit Shop – das «Institut für Spielkultur» werden. In diesem Museum würde man Spiele aller Art, aus allen Kulturen und Zeiten spielen. Von «Go» über Flipperkästen bis hin zu Karaoke und Virtual Reality. Dazu würde das Hauptgebäude eine gemütliche und elegant klassische Bar beheimaten. Doch mit den unzähligen Räumlichkeiten der Liegenschaft hätte das Vierer-Team noch einiges mehr vor.

Escape-Rooms im Konsi

Das Ökonomiegebäude soll zu einem Bistro werden, übrige Räume könnten an Vereine, Firmen oder Start-Ups als Projekträume vermietet werden. Die Wohnung im Pförtnerhaus soll als Kindertagesstätte genutzt werden. Eine ideale Ausgangslage, um Kinder aus dem Quartier zu betreuen, finden die Projektverantwortlichen und stehen bereits im Gespräch mit einer Krippe.

Vier Keller-Räume im Hauptgebäude sollen in Zusammenarbeit mit etablierten Anbietern zu Escape-Rooms umgebaut werden, die zu einem breiten Trend geworden sind.

So die Ideen von Vögtli, Meyer, Müller und Chiovelli.

Geplant wäre, regelmässig Veranstaltungen wie Krimi-Dinner, klassische Spiel-Turniere und Zaubershows durchzuführen. Auch andere Veranstalter sollen die Räumlichkeiten für verschiedenste kulturelle, kreative und sportliche Events nutzen können. Selbst für private Festivitäten würde der Ort mietbar.

Mittelalter-Spektakel und Computer-Kurse

Gemeinsam mit weiteren Partnern will das Team wenige ausgewählte Grossveranstaltungen in der Parkanlage durchführen, die derzeit an weniger attraktiven Standorten oder eher ausserhalb der Stadt stattfinden: Ein Streetfood-Festival, das Mittelalter-Spektakel, ein Strassenmusik-Festival oder Freilichtspiele.

Mittelfristig soll das Zauberschloss auch als Schulungsort mit soziokulturellen Kursen etabliert werden. Programmierlehrgänge, Schach- und Jass-, Kräuter-, Magie- und Computerkurse sind nur ein paar der unzähligen Ideen, die im Gedankenschloss «Zauberschloss» schlummern.

Es soll ein Ort für die Bevölkerung werden, wenn das Konzept bei der Stadt auf Gegenliebe stösst, so Vögtli. Eine Plattform auch für Kulturinteressierte, Kulturschaffende und Event-Organisatoren, ein Ausflugsort für Familien aus der Region und Spiel-Interessierte jeglichen Alters. «Und ein Ort für Individualtouristen, die abseits der klassischen Touristen-Spots auf Entdeckungsjagd gehen», sagt Vögtli.

Der Entscheid fällt im Sommer

Im 70-seitigen Konzept zeigt sich die Vorarbeit des Teams. Viele Kontakte zu in Luzern verankerten aber auch internationalen Vereinen, Firmen und Veranstaltern sind geknüpft. Grosse Sponsoren stehen bereit. Ein wichtiger Punkt, denn finanziell würde das «Zauberschloss» mit 200’000 Franken Jahresmiete eine Herausforderung.

Entschieden wird von Seiten der Stadt Luzern im Sommer 2018. Dann wird sich zeigen, wer 2020 in die Villa einziehen wird. Die Stadt macht aus der Ausschreibung ein Staatsgeheimnis. Selbst darüber, wie viele Interessenten sich grundsätzlich für eine Besichtigung gemeldet hatten, darf nichts öffentlich werden.

Klar ist lediglich: Ausschliessen will man keine Form künftiger Nutzungen. Bloss rein privat, das soll es nicht werden.

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