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Vom Kanton Zug beauftragter Verein sucht Gratismanager
  • Wirtschaft
Der VAM steckt mitten in einem Pilotprojekt: damit’s auch nach 50 noch klappt mit der Stelle. (Bild: zVg )

Freiwillige sollen ältere Arbeitslose coachen Vom Kanton Zug beauftragter Verein sucht Gratismanager

3 min Lesezeit 22.08.2018, 14:15 Uhr

Damit Menschen über 50 bessere Chancen auf eine neue Arbeitsstelle haben, sucht der Zuger Verein für Arbeitsmarktmassnahmen Mentoren. Die Anforderungen klingen wie jene an einen gestandenen Manager. Bloss: Bezahlt wird die Arbeit nicht. Offenbar geht die Rechnung dennoch auf.

Der Verein für Arbeitsmarktmassnahmen Zug (VAM) sucht: Mentorinnen und Mentoren. Die Voraussetzungen: mehrere Jahre Berufserfahrung; aktiv im Berufsleben; gutes berufliches Netzwerk im Kanton Zug und Umgebung; Fähigkeit, Menschen zu motivieren und zu unterstützen. Die Aufgabe: Menschen, die über 50 Jahre alt sind, beim Bewerbungsprozess zu begleiten und zu unterstützen. Das Stelleninserat hat einen Haken. Denn der Einsatz soll gratis erfolgen.

Das ist erstaunlich, hat doch der VAM im Namen des Kantons einen Leistungsauftrag zu erfüllen. Will etwa der Kanton Zug, dass der Verein Leute gratis und franko anstellt?

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Der VAM-Geschäftsführer Fredy Omlin sagt: «Überhaupt nicht. Vielmehr ist es so, dass dieses neue Angebot ‹Mentoring 50 plus› in anderen Kantonen erfolgreich eingeführt wurde. Auch diese Angebote basieren auf Freiwilligenarbeit, was sehr gut zu funktionieren scheint.» So habe das Projekt denn auch nichts mit den aktuellen Sparmassnahmen zu tun, von denen auch der VAM nicht verschont blieb.

«Die Volkswirtschaftsdirektion wäre wohl nicht begeistert, wenn wir diese Stellen zahlen würden.»

Fredy Omlin, Geschäftsführer Verein für Arbeitsmarktmassnahmen

Er gibt zu bedenken: «Ich gehe davon aus, dass die Verantwortlichen der Volkswirtschaftsdirektion nicht begeistert wären, wenn wir vorschlagen würden, die Stellen zu zahlen.» Und Omlin erklärt, Ziel des Angebots für stellensuchende Personen über 50 sei es, eine neue Anstellung zu finden. In dieser Rolle würden die ehrenamtlichen Mentoren ihre Berufs- und Lebenserfahrung sowie ihr Kontaktnetz zur Verfügung stellen.

Interessierte gibt es genug

«Es stand schlichtweg nie zur Debatte, dass wir für dieses Engagement Geld zahlen. Erstens, weil wir noch in der Entwicklungsphase sind. – Wir haben dieses Pilotprojekt erst im Februar gestartet. – Zweitens, weil es in anderen Kantonen funktioniert.» Und das scheine die interessierten Mentoren auch nicht zu stören, sagt Omlin weiter. So seien es bereits 35 Personen, welche sich engagieren würden. «Wir erhalten fast jeden Tag E-Mails von Interessierten.»

Dabei handle es sich um Menschen aus allen möglichen Berufsbranchen sowie Altersgruppen. Leute aus der Pharmaindustrie seien darunter, Psychologen, HR-Fachleute, Informatiker oder etwa Banker. Und der VAM-Geschäftsführer weiter: «Da sind solche, die über 50 sind und selber in der schwierigen Situation waren, in diesem Alter eine neue Stelle zu finden. Aber es gibt auch jüngere.»

Die Chemie muss stimmen

Nicht jeder könne Mentor werden, erklärt Omlin. Man müsse die im Anforderungsprofil genannten Erwartungen erfüllen. «Ausserdem müssen Mentor und Mentee zusammenpassen. Wenn die Chemie zwischen den beiden nicht stimmt, bringt die Zusammenarbeit nichts. Darum finden im Voraus sogenannte Aufnahmegespräche statt.»

«Wir wollen niemandem etwas aufhalsen.»

Fredy Omlin

Das klingt zeitaufwendig. Omlin relativiert: «Ein sogenanntes Tandem dauert maximal drei Monate. Der Zeitaufwand beträgt zwischen zwei und sechs Stunden im Monat.» Alle Mentoren hätten jeweils nur einen Mentee auf einmal. «Wir wollen niemandem etwas aufhalsen. Ausserdem wird das Mentoring sofort beendet, sobald der Mentee einen Job gefunden hat.»

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