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Vom Autospengler zum Gastro-König
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Cafer Sezer vor dem Basilico. Es war das erste Gastro-Lokal, das er in Luzern führte. (Bild: cha)

Der nimmersatte Gastronom Cafer Sezer Vom Autospengler zum Gastro-König

4 min Lesezeit 26.10.2014, 12:00 Uhr

Seit 2009 mischt Cafer Sezer die Luzerner Gastronomie-Szene auf. Mit dem «Havanna», «Basilico» und «Jeff’s Burger» führt der gebürtige Türke drei äusserst erfolgreiche Lokale in der Neustadt. Und welche Pläne verfolgt der «Gastro-König der Hirschmattstrasse» in der Luzerner Altstadt?

Es ist ein kleines Gastronomie-Imperium, das sich Cafer Sezer an der Hirschmattstrasse in wenigen Jahren aufgebaut hat. Er ist Besitzer des «Havanna», «Basilico» und «Jeff’s Burger» in der Luzerner Neustadt. Und Zuwachs ist geplant. Die Erfolgsgeschichte des nimmersatten Gastronoms, der eigentlich gar keiner ist.

Dass er einst Besitzer dreier Lokale sein würde, damit habe er in jüngeren Jahren nicht gerechnet. Erste Erfahrungen in der Gastronomie sammelte er in Solothurn, im Lebensmittelgeschäft mit integrierter Metzgerei seines Vaters. «Mit 13 Jahren kam ich in die Schweiz nach Solothurn. Im Geschäft meiner Eltern half ich jeweils abends aus», sagt Cafer Sezer.

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Trotzdem verschlug es ihn vorerst in einen anderen Beruf. «Meine Lehre habe ich als Autospengler absolviert. Tagsüber habe ich Rost entfernt und geschweisst.» Abends habe er dann Kebabs zubereitet, erinnert sich Sezer zurück.

Erster Kebab-Imbiss in Biel

Seine eigene Gastronomie-Karriere startete der gebürtige Türke in Biel. «Im Jahr 1994 haben ich am Zentralplatz meinen ersten Kebab-Laden eröffnet», sagt Sezer und versichert, dass es gar der erste Kebab-Imbiss in Biel gewesen sei. Weitere Geschäfte führte Cafer Sezer im Bahnhof Bern, wo er einen vegetarischen Take-Away betrieben hatte. «Ausserdem habe ich im Stade de Suisse, seit dessen Eröffnung, das Catering gemacht.»

Basilico 2009 übernommen

All das hat er verkauft um in der Zentralschweiz die Gastro-Szene aufzumischen. Nach Luzern lockten ihn die «schöne und kompakte Stadt» – aber auch sein Bruder, der damals das «Basilico» führte. «Er hat parallel zum Restaurant eine Bar aufgebaut. Das wurde meinem älteren Bruder zu viel. Deshalb habe ich dann das Basilico im Jahr 2009 ganz übernommen», sagt Sezer.

Zur Person

Cafer Sezer ist gebürtiger Türke und kam mit 13 Jahren nach Solothurn. Nach ersten erfolgreichen Geschäften in Biel und Bern schlug er 2009 sein Zelt in Luzern auf. An der Hirschmattstrasse führt er das «Basilico», «Havanna» und «Jeff's Burger». Er wohnt mit seiner Frau Filiz und seinen zwei Töchtern in Kriens.

Nachdem er mit dem Basilico Fuss gefasst hatte, eröffnete sich die nächste Chance. «Ich hatte von Anfang an engen Kontakt zum Besitzer des Havanna. Er war Quereinsteiger und merkte nach ein paar Monaten, dass die Gastronomie kein einfaches Geschäft ist.» Deshalb habe er Cafer Sezer eine Beteiligung angeboten. «Zu Beginn hatte ich kein Interesse an dieser Bar.» Doch die Nähe zum Basilico und die lange Existenz des Lokals habe Sezer doch dazu bewogen. Vor einem Jahr hat er das Havanna schliesslich ganz übernommen, da der ehemalige Besitzer ausgestiegen ist.

Sezer verstehe, weshalb sein Vorgänger im «Havanna» den Bettel hingeschmissen habe. «Man muss schon als Gastronom geboren sein.» Es brauche viel Leidenschaft und Herzblut, um im Gastronomie-Business zu bestehen. Dass auch Eigenvertrauen und ein «sturer Kopf» zum Erfolg verhelfen, zeigt das Beispiel des hochkarätigen Burger-Lokals.

«Man muss als Gastronom geboren sein»

Cafer Sezer

Mit Jeff’s Burger komplettierte Sezer schliesslich sein «Dreierpack». «Das Konzept eines hochkarätigen Burgers schwirrte mir schon seit zwei Jahren im Kopf herum. Als das Lokal gleich neben dem Basilico frei wurde, hätte ich blind sein müssen, diese Chance nicht zu ergreifen.» Eine Chance, die nicht alle als solche anerkannten. «Viele Gastronome haben mich gefragt, ob ich noch bei Sinnen sei», so Sezer. Es gebe ja schliesslich bereits einen Burger King und den McDonald’s. «In Zürich, Lausanne oder auch Genf gibt es bereits qualitativ hochwertige Burger. Ich wusste, dass es in Luzern auch so etwas braucht.»

«Leidenschaft» als Schlüssel zum Erfolg

Der Erfolg spricht für Cafer Sezer. Täglich strömen unzählige Kunden in seine Lokale. Nicht zuletzt seien auch «Innovation» und «Leidenschaft» Schlüssel zu seinem Erfolg. Auch seine Präsenz an der Hirschmattstrasse mache seine Lokale, die Tür an Tür stehen, so erfolgreich. «Wir sind ein Familienunternehmen. Ich suche stets den nahen Kontakt zu unserer Kundschaft.» Cafer Sezer stehe auch mal hinter dem Tresen um Essen zu schöpfen oder Bestellungen entgegen zu nehmen. «Wie gesagt: Wir sind ein Familienunternehmen. Da ist es selbstverständlich, dass auch ich an vorderster Front mitarbeite.»

Bald neues Lokal in der Altstadt?

Was fehlt der Stadt Luzern noch? «Sicherlich keine weitere Bar. Luzern ist diesbezüglich übersättigt.» Es habe aber schon noch Lücken, die Sezer gut selbst zu füllen wisse. «Ich habe immer drei bis vier Konzepte im Kopf, die mich gedanklich nicht loslassen. Um eines davon zu verwirklichen, bin ich momentan an einem Lokal in der Altstadt dran.» Zu viel möchte er dann auch nicht verraten. Auch eine Expansion mit Jeff’s Burger in eine andere Stadt, könne sich Cafer Sezer sehr gut vorstellen.

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