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Villen killen Tennisplätze
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Ein wenig trist kommt der verlassene Tennisplatz beim Mänibach heute daher. (Bild: wia )

Sechs Gebäude beim Mänibach in Zug geplant Villen killen Tennisplätze

2 min Lesezeit 19.01.2018, 13:51 Uhr

Mitten in der Stadt Zug stehen drei Tennisplätze. Noch. Denn bald sollen auf dem Areal sechs grosse Villen entstehen. Der betroffene Tennisclub muss entsprechend weichen und andernorts Unterschlupf finden.

Gleich oberhalb des alten Zuger Kantonsspitals steht der wohl schönste Tennisplatz in Zug. Mit Aussicht auf den Zugersee spielten sich hier Freunde des Racketsports seit etwa 90 Jahren Bälle zu. Das hat nun ein Ende. Der TC Siemens-Zug, der auf dem Platz beim Mänibach bis anhin trainiert hat, muss umsiedeln. Grund dafür ist der Verkauf des Landes von der Siemens AG an die FG Promotion VIII AG.

Und diese hat grosse Pläne. Dort, wo heute drei Tennisplätze, ein Gebäude und ein Parkplatz stehen, sollen sechs Stadtvillen gebaut werden.

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Die Stadtbildkommission ist zufrieden

Laut Webseite der beauftragten Roefs Architekten AG orientiere sich das Konzept für die bauliche Entwicklung des Areals an der «bestehenden Morphologie und führt die vorhandene städtebauliche Struktur an der Neufrauensteinstrasse fort». Die sechs zueinander versetzten Gebäudekörper würden typologisch als Interpretation einer Stadtvilla gelesen. Dennoch sollen in jedem Gebäude mehrere Wohnungen entstehen. Sowohl die Architekten wie auch die Bauherren äussern sich gegenüber zentralplus nicht zum Bauprojekt.

Mit der geplanten Überbauung ist der Stadtzuger Bauchef André Wicki zufrieden: «Das Projekt wurde von der Stadtbildkommission sehr gut beurteilt. Das ist bei Weitem nicht immer der Fall.» Einsprachen habe es noch keine gegeben.

Grundriss eines geplanten Hauses am Mänibach.

Grundriss eines geplanten Hauses am Mänibach.

(Bild: zVg)

Entsprechend den Plänen hat die Siemens, die vormalige Grundeigentümerin, im November 2015 den Vorstand des TC Siemens-Zug informiert. Kurz darauf folgte die Kündigung der Anlage samt Plätzen und Gebäude per Ende Dezember 2017.

Dem Tennisclub wurde 2015 gekündigt

Und was passiert jetzt mit dem TC Siemens-Zug – ehemals Tennisclub Landis & Gyr –, der zuletzt immerhin noch 134 Mitglieder zählte? «Kurz nach der Kündigung seitens der Siemens hat sich diese bemüht, für uns eine Anschlusslösung zu suchen», erklärt Zlatko Janev, Präsident des Vereins. So habe die Siemens diverse Tennisclubs in der Region angefragt, ob die Möglichkeit bestehe, möglichst viele der Mitglieder zu übernehmen.

Auf dem zu überbauenden Gebiet steht neben den Tennisfeldern auch ein Parkplatz.

Auf dem zu überbauenden Gebiet steht neben den Tennisfeldern auch ein Parkplatz.

(Bild: wia)

Der TC Zug bekundete Interesse. «Im Verlaufe der letzten zwei Jahre wurde in produktiver und sehr angenehmer Atmosphäre eine Fusion der beiden Vereine in Angriff genommen, um die langjährige und fast gleich alte Geschichte beider Vereine zu wahren», so Janev. Die Mitglieder beider Vereine stimmten zu.

Dennoch seien es laut Präsident nur 60 ehemalige TC-Siemens-Mitglieder, welche sich entschlossen, Teil des gemeinsamen Vereins zu werden. «Die restlichen Mitglieder entschieden sich selbstständig entweder für einen anderen Verein oder beschlossen, auszutreten», so Janev.

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