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Vierwaldstättersee mit tiefstem Juli-Wasserstand seit Messbeginn
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Das Nadelwehr ist derzeit fast ganz geschlossen. (Bild: giw)

Rekordsommer sorgt für neuen Rekord Vierwaldstättersee mit tiefstem Juli-Wasserstand seit Messbeginn

2 min Lesezeit 01.08.2018, 14:31 Uhr

Noch nie waren die Wasserstände im Vierwaldstättersee im Juli so tief wie im Jahr 2018. Das zeigen Zahlen des Bundes. Anders als in Mittellandseen droht jedoch kein Massensterben oder ein Schifffahrtsstopp. Eine besorgniserregende Entwicklung sorgt derzeit gar für überraschend viel Frischwasser.

Der Vierwaldstättersee spürt die anhaltende Trocken- und Hitzephase: Laut den Daten der Abteilung Hydrologie beim Bundesamt für Umwelt unterschritt das Gewässer den bisher tiefsten Pegelstand im Juli aus dem Jahr 1949 gleich zwei Mal. Der bisherige Rekord waren 433,42 Meter über Meer im Jahr 1949, dieses Jahr stand der Pegel Ende Juli erstmals bei 433,31 Metern. Die Messwerte reichen bis ins Jahr 1936 zurück.

Es deutet alles darauf hin, dass sich dieser Minusrekord auch im August fortsetzt, denn die kommenden Tage versprechen laut den aktuellen Wetterprognosen weiterhin bestes Sommerwetter. Droht der Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee nun das gleiche Schicksal wie im Bodensee, wo die Kurse aufgrund des tiefen Pegels zwischen Rorschach und Rheineck ersatzlos gestrichen werden? «Im Vierwaldstättersee kann der Wasserstand im Winter noch einmal rund 10 Zentimeter tiefer sein – und da fahren die Schiffe auch», sagt Werner Lüönd.

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Fische finden genügend Schutz

Auch Werner Göggel, Abteilungsleiter Gewässer und Boden beim Kanton Luzern, gibt Entwarnung. «Der Vierwaldstättersee ist im Gegensatz zum Bodensee ein reguliertes Gewässer – insgesamt schwanken hier die Wasserstände nur sehr geringfügig». Der Seestand wird mit dem Reusswehr reguliert, wie dies geschieht ist in einem Wehrreglement festgelegt.

Die Zahlen des Bundes zeigen einen historischen Tiefststand beim Wasserpegel des Vierwaldstättersees.

Die Zahlen des Bundes zeigen einen historischen Tiefststand beim Wasserpegel des Vierwaldstättersees.

(Bild: Screenshot BAFU)

Tatsächlich ist der Zufluss in den See derzeit nicht einmal besonders gering – das liegt daran, dass die Gletscher im Urnerland und in Obwalden unter der Hitze rasant dahinschmelzen. «Sie können sich vorstellen, was die Folgen sind, wenn die Gletscher dereinst vollständig verschwunden sind in der Region», gibt Göggel zu bedenken.

Sehr hoch sind derzeit die Wassertemperaturen mit 24 Grad. Anders als in Fliessgewässern und Kleinseen hat dies im grössten Zentralschweizer See jedoch kaum negative Konsequenzen für Tiere und Pflanzen. Einerseits, weil der der Vierwaldstättersse sehr sauber ist und daher die Algen kaum wachsen können. Andererseits finden Fische und andere Seebewohner laut Göggel weiterhin guten Schutz vor zu warmem Wasser, indem sie sich in tiefere Schichten flüchten können.

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