Vier wilde Rocker – und zwei Frauen mit Bärten
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Kräftige Stimme, eingängige Refrains, beeindruckende Soli: The New Roses in der Schüür. (Bild: mfa)

The New Roses in der Luzerner Schüür Vier wilde Rocker – und zwei Frauen mit Bärten

3 min Lesezeit 15.12.2017, 10:57 Uhr

Rockfans versammelten sich am Donnerstagabend in der Schüür in Luzern. Die deutsche Band The New Roses ist zwar für grosse Bühnen gemacht, fühlte sich aber auch auf der kleinen sichtlich wohl. Für einen wahren Fan war es sogar schon das 1000. Konzert.

The New Roses – die vier Rocker sind nicht etwa aus den Staaten angereist, sondern aus Rheingau in Deutschland. Trotzdem klingen sie auf ihren bisher drei Alben wie ein Cocktail aus amerikanischem Rock und Blues.

Bereits vor Türöffnung versammelten sich am Donnerstagabend vereinzelte Lederjacken und Jeanskutten vor der Luzerner Schüür. Überraschend stellte man aber fest, dass der heutige Act aus Deutschland «nur» auf der kleinen Bühne im Parterre spielen wird.

Nachdem das Publikum durch die Schweizer Vorband Souls Revival eingeheizt wurde, betraten die vier Jungs von The New Roses die Bühne. In aller Ruhe richteten sie ihre Gitarrenpedalboards ein, stimmten ihre Gitarren, gingen durchs Publikum und umarmten Fans. Man merkte besonders dem Sänger die Vorfreude an, heute in dieser heimeligen Atmosphäre spielen zu dürfen.

Danach legte die Band rund um Frontmann Timmy Rough wie die Feuerwehr los: Mit den besten Hits ihrer drei Alben stürmten die vier Rocker über die Bühne und sprühten vor Energie.

Sind sich auch grössere Bühnen gewohnt: The New Roses in der Schüür.

Sind sich auch grössere Bühnen gewohnt: The New Roses in der Schüür.

(Bild: mfa)

Der grosse Trumpf

Bereits beim ersten Song klatschten die Zuschauer mit. Der Sänger Timmy Rough griff sich ebenfalls eine Gitarre und überraschte mit seiner rauen, kraftvollen Stimme, die sich perfekt in die Songs einfügte. Schon auf der CD fällt einem die Stimme des Sängers auf, doch live klingt sie noch um einiges besser.

Doch nicht nur das Stimmorgan des Sängers zählt zu den grossen Trümpfen dieser Band: Ihre Songs – inspiriert von ihren Helden wie AC/DC und Guns N‘ Roses – überzeugten durch groovige Gitarrenriffs, eingängige Refrains und erstaunliche Gitarrensoli. Zudem wurde Roughs starke Stimme mit jener des Schlagzeugers ergänzt, der jeweils in den Refrains perfekt mit dem Sänger harmonierte.

Damen mit Bärten

Den Musikern auf der Bühne schien die Show genau so viel Spass zu machen wie dem Publikum. Dies fiel besonders beim Song «Life ain’t easy (for a boy with long hair)» auf.

 

Obwohl der Song mit einem Augenzwinkern die Kindheitstraumata des Sängers behandelt, änderte der Sänger spontan den Text, als zwei Besucherinnen aus dem Publikum plötzlich mit Stoffbärten vor ihnen standen. Die Band sang schliesslich «Life ain’t easy for girls with long beards», bat die beiden nach dem Song kurz auf die Bühne und witzelte mit den beiden herum.

Zwei Frauen mit Bärten überraschten die Band.

Zwei Frauen mit Bärten überraschten die Band.

(Bild: mfa)

Das 1000. Konzert

Einen besonderen Moment durfte schliesslich eine andere Frau aus dem Publikum erleben: Für sie war es bereits ihr 1000. Konzert, das sie besuchte. Dafür bekam sie von der Band einen Song gewidmet.

Nach einigen Powernummern ging es leiser weiter, als Sänger Timmy Rough und Gitarrist Norman Bites die Akustikgitarren packten und zu zweit einen Song performten.

Doch ganz in Rockermanier ging es danach wieder bergauf und die Band beendete ihr Set mit dem Titelsong des neuen Albums «One More for the Road» – und gab dem Publikum mit der Zugabe schliesslich noch zwei zusätzliche Songs mit auf den Weg.

Zu lange Pausen zwischen den Songs

Starallüren? Bei The New Roses auf keinen Fall! Auch nach dem Konzert schritten die vier Musiker direkt durchs Publikum zum Merchandise-Stand und waren für Fotos und Unterhaltungen offen. Obwohl die Musik von The New Roses für grosse Bühnen gemacht wäre, spielten sie an diesem Abend im Schüür-Parterre genauso gut und hinterliessen ein überaus glückliches Publikum.

Einzig die langen Pausen zwischen den Songs liessen das Konzert stellenweise etwas langatmig erscheinen – Gitarren mussten gestimmt werden und das Publikum wartete ruhig. Dies hätte man mit einem Drumsolo oder einer kleinen Anekdote aus dem Tour-Leben einfach überbrücken können.

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