«Viele Private haben ihren Wald längst aufgegeben»
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Sonderwaldreservat im Reusstal. (Bild: Nick Mijnssen)

Mehr Geld für Waldpflege gefordert «Viele Private haben ihren Wald längst aufgegeben»

2 min Lesezeit 16.12.2019, 18:06 Uhr

Der Verband Luzerner Korporationen (VLK) sorgt sich als grösster institutioneller Waldbesitzer im Kanton Luzern um die wirtschaftliche Zukunft des Waldes. Er stellt politische Forderungen und verlangt mehr Geld.

Der Wald bilde das wirtschaftliche Rückgrat der ländlichen Regionen, durch die tiefen Holzpreise und vermehrt auftretenden Schadensereignisse wie Stürme oder Trockenheit sei dieses bedroht. Es bestehe die akute Gefahr, dass das Schadholz nicht mehr rechtzeitig weggeschafft und dann vom Käfer befallen werde, warnt der VLK in einer Mitteilung.

Wenn die nachhaltige Aufforstung vernachlässigt werde, beginne ein gefährlicher Teufelskreis. «Viele private kleine Waldbesitzer haben ihren Wald denn auch schon längst aufgegeben», so der VLK. Der Verband fordert bessere finanzielle Unterstützung für Korporationen, die von ihrer Substanz leben und keine Steuern erheben.

Ziel der Forderungen ist, dass die Waldbesitzer wieder in den Wirtschaftswald investieren und durch die nachhaltige Bewirtschaftung die Schutzfunktion des Waldes stärken.

Wald ist keine Privatsache

«Jungwaldpflege bildet der Schlüssel für eine nachhaltige Waldpflege. Was heute nicht angepflanzt wird, fehlt in 30 oder 50 Jahren schmerzlich», so der VLK, der mit «Wald Luzern» zusammenarbeitet und entsprechende politische Forderungen vorbereitet.

Die herkömmliche Unterscheidung zwischen Schutzwald und Wirtschaftswald müsse hinterfragt werden, fordert der Verband. Der Wald könne nicht mehr als Privatsache angesehen werden, wenn er seine gesamtheitliche Schutzfunktion gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen soll. «Waldpflege wird auch im Wirtschaftswald zu einer wichtigen öffentlichen Aufgabe und ist deshalb auch gleichwertig zu finanzieren.»

Heute werde Schweizer Holz gegenüber ausländischem oftmals schlechtergestellt. Aus Kostengründen werde viel Holz liegengelassen. «Dieses ist dann anfällig auf Käferbefall und die Flächen werden nicht mehr aufgeforstet.», kritisiert der VLK.

Der derzeit 77 Korporationen im Kanton Luzern gehört rund ein Fünftel der Luzerner Waldfläche. Die Korporationen haben rechtlich Gemeindestatus und betreiben auch das umfangreiche Wegnetz, das auch den Tourismusregionen dient.

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