Hinweisplakate sollen helfen Viele Luzerner ignorieren Maskenpflicht im Zentrum – Stadt reagiert

2 min Lesezeit 17 Kommentare 05.11.2020, 14:16 Uhr

In Luzern wird die vom Bund verfügte Maskenpflicht im öffentlichen Raum noch zu wenig eingehalten. Jetzt reagiert die Stadt mit Informationsplakaten. Maskenzonen wären aus Sicht von Stadtrat Martin Merki unverhältnismässig.

Der Bundesrat hat Ende Oktober die Maskenpflicht auf den öffentlichen Raum ausgeweitet (zentralplus berichtete). «Die Vorschrift des Bundes gilt. Es ist absolute Pflicht für die gesamte Bevölkerung, eine Maske zu tragen, sobald die erforderlichen Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Es geht um die Gesundheit von uns allen», sagt der Luzerner Stadtrat und Leiter der Sozial- und Sicherheitsdirektion Martin Merki. Beobachtungen zeigen jedoch, dass diese Regelung noch zu wenig eingehalten wird.

Als letzten Samstagnachmittag die Sonne die Wolken durchbrach, strömten auch die Luzerner zu Tausenden in die Stadt. Viele Leute hatten eine Maske an. Es waren aber auch einige zu sehen, die den Nasen-Mund-Schutz nicht trugen (zentralplus berichtete).

Nun reagiert die Stadt und ruft eine Sensibilisierungskampagne ins Leben. Mit Informationsplakaten an verschiedenen Standorten will sie auf die Maskenpflicht hinweisen. So werden die Plakate zum Beispiel auf dem Bahnhofsplatz oder auch bei der Kantonalbank aufgestellt. Zusätzlich will die Stadt auch auf den sozialen Medien aktiv werden und für das Maskentragen im öffentlichen Raum werben.

Unklar definierte Regelung

In der Covid-Verordnung heisst es: Sobald es im öffentlichen Raum zu einer Ansammlung von Personen kommt, bei welcher der erforderliche Abstand nicht eingehalten werden kann, ist ein Mundschutz zu tragen. So zum Beispiel in Einkaufsstrassen der Innenstädte. Weil örtlich nicht genau definiert ist, wo die Maskenpflicht gelte, wirft die Regelung einige Fragen auf.

Rayons, in welchen eine generelle Maskenpflicht herrscht, will die Stadt Luzern jedoch nicht einführen. «Die Dichte der Passantenströme ist nach Ort und Zeit stark unterschiedlich. Deshalb wären solche Rayons nicht verhältnismässig», sagt Stadtrat Martin Merki gegenüber zentralplus.

Schwierige Durchsetzung

Die Kontrolle und die Durchsetzung der Regelung sind nicht einfach. Merki appelliert deshalb an das Bewusstsein der Leute: «Jetzt ist die Eigenverantwortung von jeder und jedem Einzelnen gefragt.»

Laut Merki hat es in der Stadt Luzern – bis auf den Bahnhof – wegen Nichttragens der Maske noch keine Bussen gegeben. Die Polizei weist die Passanten lediglich darauf hin, dass eine Maskenpflicht gelte. Die im Verlaufe vom Donnerstag aufgestellten Plakate sollen die Menschen zusätzlich auf die Regelung hinweisen.

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17 Kommentare
  1. mebinger, 10.11.2020, 12:23 Uhr

    Es läuft wie wahrscheinlich geplant. Die Kleinen wurde soweit wie möglich vernichtet, ohne dass das Volk es merkte und die Konzerne können einem verängstigten Volk ihre unnütze Ware verkaufen und wissen genau, das es Jahrzehnte geht, bis sie für die Schäden gerade stehen müssen. Dass die Fallzahlen gerade jetzt zurück gehen ist kein Zufall, sondern Strategie, die Regierungen merken, dass sie das Volk nicht mehr lange terrorisieren können und werden nun sehr rasch alles frei geben, die vielen Toten wegen der Massnahmen sind schnell vergessen, aber die Folgeschäden werden uns noch Jahre beschäftigen. Kein Politiker wird sich deswegen verantworten müssen und die Wissenschaftler erst recht nicht

  2. Sandra, 09.11.2020, 12:31 Uhr

    Seit es Abstand und/oder Maskenpflicht gibt, begegne ich immer wieder Leuten, die weder das eine noch das andere habe. Obwohl überall Plakate und Aufrufe stehen.
    Wenn ich etwas sage oder um Abstand bitte, werde ich dumm angemacht oder ausgelacht. Es ist zermürbend.
    Wie zu Anfang von Corona gehe ich wieder nur in den Wäldern laufen und auf Nebenwegen wieder heim. Und vor allem nur in den frühen Morgenstunden.

  3. Baldo, 06.11.2020, 11:08 Uhr

    Die wollen wirklich wissen, wieso man eine Maske anziehen soll!!

  4. Hans Peter Roth, 06.11.2020, 11:07 Uhr

    Entgegen den unermüdlichen Versuchen der Corona-Leugner, den Nutzen der Gesichtsmasken in Abrede zu stellen, kann ich bestätigen, dass auch die WHO deren Anwendung empfiehlt: https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/advice-for-public/when-and-how-to-use-masks

    1. Andreas Peter, 06.11.2020, 11:37 Uhr

      Nur schon der Begriff „Corona-Leugner“ ist einfach lächerlich und nicht mehr zeitgemäss.
      Viele Menschen werden kritischer und argumentieren faktenbasierter und das ist wunderbar.

    2. Hans Peter Roth, 06.11.2020, 18:51 Uhr

      @Andreas Peter: Auf Ihre Fakten bin ich gespannt. Ich hoffe, dass diese wissenschaftlich abgestützt sind und nicht etwa im Stil von

    3. Hans Peter Roth, 06.11.2020, 18:54 Uhr

      … im Stil von

    4. Hans Peter Roth, 06.11.2020, 18:56 Uhr

      … im Stil von : Mein Grossvater raucht seit 60 Jahren Brissago – also kann Rauchen nicht gefährlich sein.

  5. Baldo, 06.11.2020, 02:07 Uhr

    Herrgott, ist es so schwer zu verstehen? Zieht das Ding an, nur so können wir bald wieder ein normales Leben führen.

    1. Paul Bründler, 06.11.2020, 09:31 Uhr

      @Baldo: Ja, das ist schwer zu verstehen, mit oder ohne Herrgott.
      Könnten Sie uns bitte noch einmal erklären, warum wir „bald wieder ein normales Leben führen.“ können, wenn wir Masken tragen?
      Das Ansteckungsrate wird im Frühling nach unten gehen, wie bei der Grippe auch.
      Es gibt keine Gewissheit, dass Masken dazu etwas Wesentliches beitragen.
      Das Virus wird sowieso nicht „verschwinden“.

  6. Daniel Steiner, 05.11.2020, 22:06 Uhr

    Zu tausenden finde ich jetzt etwas übertrieben ehrlich gesagt. Es war am Samstag nicht wie an der Fasnacht wo es wirklich tausende in der Altstadt hat

  7. Andreas Peter, 05.11.2020, 17:08 Uhr

    Was leider niemand mehr fragt: Hilft die Maske überhaupt gegen das Virus?
    Diese Frage klingt natürlich für Viele bereits extremistisch und „ungläubig“, aber sie entspricht nun mal dem Erkenntnisstand.

    „…Man kann den Wissenschaftlern der WHO-Studie daher nur zustimmen, wenn sie fordern, die Schutzwirkung von Masken nun endlich in einer wissenschaftlichen Studie zu untersuchen: „Es sind auf allen Ebenen Maßnahmen erforderlich, um die mangelnde Qualität der Beweise zu verbessern.“

    1. Faktencheck, 05.11.2020, 19:16 Uhr

      Masken schützen primär andere Menschen, da sie den Ausstoss virengtetränkter Körperflüssigkeiten der TrägerInnen bei Niessen, Husten und Sprechen in der Verteilreichweite reduzieren. Dazu braucht es keine teuren Studien. Einfach einmal die (wenig lebenseinschneidenden) Massnahmen umsetzen, um die Kurve wieder abzuflachen! Merci

    2. Roli Greter, 06.11.2020, 06:44 Uhr

      Hätten Sie gemäss Ihrem Benutzernamen tatsächlich einen Faktencheck gemacht wären Ihnen aufgefallen dass die Maskenpflicht keinen Einfluss auf Ansteckungszahlen, Spitalzahlen und die Mortalität hat. Man kann natürlich einfach alles wiederholen was die Behörden sagen, wahr wird es jedoch dadurch nicht. Fakten sind super, wenn man sie beachtet 😉

    3. Faktencheck, 06.11.2020, 07:08 Uhr

      Herr Greter, tatsächlich hat die Maske auf die Mortalität „qualitativ“ keinen Einfluss, jedoch auf die Quantität schon – die steigenden bzw hohen Zahlen zeigen, dass die Massnahmen noch zu wenig konsequent umgesetzt werden! Also einfach mitmachen😉

    4. Andreas Peter, 06.11.2020, 11:33 Uhr

      @Faktencheck: Tolle Logik. Mir machen etwas, was offensichtlich nichts nützt und weil wir erkennen, dass es nichts nützt, sollen wir das, was nichts nützt jetzt noch konsequenter machen?

      Sie können auch jeden Tag eine Art Regentanz gegen Corona aufführen und wenn sie merken, dass der Tanz die Fallzahlen nicht senkt, tanzen Sie einfach doppelt so lange?

      Das ist genau die gleiche Logik.

    5. Roli Greter, 06.11.2020, 12:51 Uhr

      @Faktencheck
      Die Zahlen sind momentan marginal höher als üblich, die Auslastung der Intensivbetten liegt bei rund 75% im üblichen Bereich (was durch das BAG sogar bestätigt ist). Es liegt natürlich in Ihrem eigenen Ermessen faktisch übliche Zahlen als hoch zu bezeichnen, deshalb gehe ich davon aus dass Sie seit Jahren eine Schutzmaske tragen, alles andere wäre unglaubwürdig und Ihnen selber gegenüber inkonsequent.

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