Verwunderung über WEF-Zuschlag für Luzern
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Das Bürgenstock Resort wird 2021 internationale Gäste aus Wirtschaft und Politik empfangen. (Bild: Bürgenstock Hotels AG)

Was sind die Gründe für den Umzug? Verwunderung über WEF-Zuschlag für Luzern

2 min Lesezeit 8 Kommentare 11.10.2020, 08:35 Uhr

Bürgenstock statt Davos: Das Weltwirtschaftsforum WEF findet 2021 in der Zentralschweiz statt. Das Gastspiel in der Zentralschweiz wirft Fragen auf.

Gross war die Freude beim Luzerner Regierungsrat, als diese Woche bekannt wurde, dass das World Economic Forum 2021 in der Zentralschweiz stattfindet. Auf linker Seite fand man das Ganze weniger prickelnd (zentralplus berichtete).

So oder so: Die Nachricht sorgte für Gesprächsstoff. Und in der Geschäftswelt offenbar für Verwunderung. Die «Sonntagszeitung» spricht in einem aktuellen Artikel von «Ungereimtheiten beim hastigen WEF-Umzug».

In der Tat schienen auch die Luzerner Hotels von der Ankündigung überrumpelt gewesen zu sein. Der Verband Luzern Hotel sei erst gerade daran, in Kontakt mit den verschiedenen Hoteliers in Luzern zu treten, hiess es am Freitag gegenüber zentralplus.

Welche Rolle spielt das Geld?

Offen ist auch die Frage, wieso die Teilnehmer auf dem Bürgenstock besser vor dem Coronavirus geschützt sein sollen als in Davos. Anfang August noch sei für die WEF-Verantwortlichen angesichts der Pandemie das wahrscheinlichste Szenario ein Anlass mit 500 Teilnehmer gewesen. Nun sollen es in Luzern doch 1000 sein, allenfalls sogar 1500 – und das, obwohl sich die Coronalage aktuell alles andere als entspannt.

«Wir haben eine Neubeurteilung vorgenommen und sind zum Schluss gekommen, dass sich Luzern und der Bürgenstock als Austragungsort in einem neuen reduzierten Format eignen», sagt ein WEF-Sprecher zur «Sonntagszeitung». Näher geht er nicht auf die Situation ein.

Gemutmasst wird, dass die Kosten eine Rolle spielen könnten. Die Hotelpreise in Davos explodieren jeweils, wenn das WEF stattfindet. Das stösst bei den Organisatoren auf wenig Anklang. Dass finanzielle Faktoren ausschlaggebend waren, wird allerdings von niemandem offiziell bestätigt.

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8 Kommentare
  1. Rudolf, 12.10.2020, 04:56 Uhr

    „Verwunderung über WEF-Zuschlag für Luzern“ – Das WEF 2021 soll im Kanton Nidwalden stattfinden.

    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 12.10.2020, 10:18 Uhr

      Das WEF 2021 soll auf dem Bürgenstock, im KKL und im daneben gelegenen Hotel Radisson Blu staffinden.

    2. Ein Obwaldner, 14.10.2020, 07:53 Uhr

      Es ist tatsächlich erstaunlich mit welcher Selbstverständlichkeit der Bürgenstock von Luzern „angeeignet“ wird. Als sich der Kanton Nidwalden einmal erlaubte in einer Broschüre auch Werbung für das KKL zu machen wurden sie von Luzern heftig kritisiert. Der Zuschlag ist ein gemeinsamer Erfolg beider Standorte und eine tolle Werbung für die ganze Region. Damit es auch in der Durchführung entsprechend gelingt ist eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Augenhöhe notwendig. Das können wir doch.

    3. Obwaldner, 14.10.2020, 16:15 Uhr

      Welches Bürgenstock-Hotel steht denn im Kanton Nidwalden, ihr Geografen?

  2. Kaufmann, 11.10.2020, 15:09 Uhr

    Könnten diese Grössen auch ohne mediale Präsenz im Stillen tagen?
    So würden sie uns Steuerzahlern viel Aufwand und Kosten sparen.
    Sind es nicht die Eliten aus Finanz- und Wirtschaft, die Eigenverantwortung und das Verursacherprinzip predigen?
    Die Sicherheitskosten (Kampfflieger usw.) und Verkehrseinschränkungen werden grosszügig sozialisiert.

  3. Peter F.Ritter, 11.10.2020, 09:41 Uhr

    Es heisst ja beereits, dass das Forum im 2021 wieder in Davos stattfinden soll. Es tut den Davosern gut für ein Jahr die horrende Preistreiberei unterbrechen zu müssen. Es gibt nämlich Teilnehmer, welche auch wenn nicht offiziell, den Wegzug aus Davos erwägen. Die Medienhysterie und die zunehmende Verpolitisierung durch irgendwelche Gruppierungen, kann auf dem Bürgenstock zumindest für 1 Jahr, besser geregelt werden. Allerdings sollte die WEF Leitung davon absehen „Gretas“ aller Schattierungen, persönlich einzuladen. Wundern müsste man sich sonst nicht mehr.

    1. Oli, 11.10.2020, 15:05 Uhr

      @Peter F. Ritter: Ja klar, so ein bisschen Moral ist beim Geschäftemachen halt schon hinderlich. Selbst wenn sie nur in Form eines 17 Jahre alten Mädchens daher kommt. Verdirbt irgendwie die Stimmung beim fröhlichen Networken und Geld scheffeln…

    2. skiff, 12.10.2020, 12:24 Uhr

      Ja, Oli, es ist bekanntlich ein Teil der DNA im linken Mainstream, dieses Treffen so zu bezeichnen. Vergessen Sie aber nicht, dass Sie ja nach Alter, auch eine gute Stelle mit gutem Einkommen fordern oder schon haben und dazu noch gute Sozialleistungen langfristig. Dazu gehört nun leider das Verhandeln über Geld, denn ohne Geld, sogar moralisch einwandfreiem Geld, und entsprechenden Entscheidungsträgern wird auch das grösste Geschrei nach Ausbau der Sozialleistungen rel. ganz verstummen. Hinderlich sind gegebenenfalls auch diejenigen, welche diese Tatsache nicht wahr haben wollen.

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