Verurteilter Seelsorger arbeitet nicht mehr für die Kirche
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Eine Gefängniszelle im Grosshof Kriens. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Sex-Erpressung im Luzerner Gefängnis Verurteilter Seelsorger arbeitet nicht mehr für die Kirche

1 min Lesezeit 17.11.2017, 10:40 Uhr

Der im September wegen Begünstigung und versuchter sexueller Handlungen im Luzerner Gefängnis Grosshof verurteilte Selesorger war auch Diakon im Pastoralraum Greppen-Weggis Vitznau. Damit ist nun definitiv Schluss.

Unmittelbar nach Einsicht des Strafbefehls hat Bischof Felix Gmür den Diakon am 26. September 2017 von sämtlichen kirchlichen Diensten freigestellt. «Nun haben die Anstellungsbehörden und der Diakon das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst», teilte der Gesamtkirchenrat der Luzerner Seegemeinden Greppen, Weggis und Vitznau am Freitag mit.

Der 64-jährige wurde Ende August festgenommen, sass 19 Tage in Untersuchungshaft und wurde dann wegen Begünstigung und versuchter sexueller Handlungen rechtskräftig verurteilt. Er hatte zwischen 2012 und 2017 den Boten im Gefängnis gespielt und Botschaften zwischen Gefangenen ausgetauscht.

Sex für Busse

Zudem versuchte der katholische Theologe eine Insassin zweimal zu sexuellen Handlungen zu drängen. Wie dem Strafbefehl zu entnehmen ist, wollte er sexuelle Gegenleistungen dafür, dass er eine Busse für sie bezahlte.

Im Pastoralraum Greppen-Weggis-Vitznau war der Mann teilzeitlich angestellt gewesen. Er war dort Mitglied der Seelsorge und Diakonieverantwortlicher.

Missio abgegeben

Der Seelsorger wird nicht mehr als solcher arbeiten. Parallel zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit den Luzerner Seegemeinden hat er nämlich seine Missio, seinen kirchlichen Auftrag abgegeben, wie Bistumssprecher Hansruedi Huber gegenüber zentralplus erklärte. Das heisst, er darf keine sakramentalen Handlungen vornehmen, die zum Beispiel mit Gottesdiensten, Taufen oder Hochzeiten zu tun haben.

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